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Buttenwiesen

29.01.2019

Neue Chance für das alte Vogthaus in Pfaffenhofen

So könnte das alte Vogthaus in Pfaffenhofen nach der Sanierung aussehen – ein Entwurf des Architekturbüros Domes Bäuml Weißbecker aus Haunsheim. Mit einbezogen in die Sanierung wäre der Außenbereich. Für beides zusammen gibt es im Rahmen der Dorferneuerung hohe Zuschüsse.
Bild: DBW-Architekten

In Pfaffenhofen gibt es eine ungeahnte Möglichkeit, für die Sanierung eines historischen Gebäudes hohe Zuschüsse zu bekommen. Das gefällt nicht allen Gemeinderäten.

Ganz neue Aussichten gibt es in Pfaffenhofen aufgrund eines überraschenden Finanzierungsangebotes. So könnte die Sanierung des ehemaligen, denkmalgeschützten Vogthauses schneller kommen als erwartet, weil das Amt für ländliche Entwicklung der Gemeinde einen neuen Fördertopf aufgezeigt hat, den sie anzapfen könnte. Bürgermeister Hans Kaltner informierte den Gemeinderat darüber in seiner Sitzung am Montagabend.

Dorferneuerung in Pfaffenhofen

Das neue Förderprogramm mit dem Titel „Innen statt Außen“ gibt es im Rahmen der Dorferneuerung, die in Pfaffenhofen derzeit für das Areal des historischen Zehentstadels läuft. Es steht für die Revitalisierung leer stehender Gebäude und für die bauliche Nutzung von innerörtlichen Brachflächen zur Verfügung. Bürgermeister Kaltner berichtete von „außerordentlich at-traktiven Fördersätzen. Für Pfaffenhofen stehen Zuschüsse in Höhe von 72 Prozent zur Verfügung“. Eine Besonderheit: In die Förderung könnte nicht nur das Vogthaus selbst, sondern auch die Gestaltung der Außenanlagen aufgenommen werden.

Das historische Vogthaus ist teil des Ensembles Zehentstadel, es steht gegenüber dem jetzt sanierten Zehentstadel und in Nachbarschaft zur Zehentstadel-Remise und zum angebauten Fischerheim. Der Innenhof, der nun entstanden ist, ist bisher nur ein „Provisorium“, wie Bürgermeister Kaltner im Gemeinderat berichtete. Der Hof wurde mit einer wassergebundenen Decke befestigt. Die komplette Außenanlage soll im Rahmen der Dorferneuerung neu gestaltet werden. Das neue Programm „Innen statt Außen“ macht es nun möglich, dass Außenanlagen und Vogthaus gemeinsam in die Förderung aufgenommen werden können. In diesem Fall könnte sich die Gemeinde eine Menge Geld sparen. Die Sanierung von Vogthaus und Außenbereich kosten nach bisherigen Berechnungen insgesamt 970000 Euro. Mit Zuschüssen aus der Dorferneuerung und aus dem Denkmalschutz würde die Summe für die Gemeinde auf 655000 Euro reduziert. Werden aber Vogthaus und Außenbereich gemeinsam über den Fördertopf „Innen statt Außen“ bezuschusst, so bleiben für die Gemeinde nur noch Kosten in Höhe von 271600 Euro.

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Finanzierungsangebot für Pfaffenhofen

Dieses günstige Finanzierungsangebot wollte Kaltner nicht außer Acht lassen und beauftragte daher das Architektenteam Domes Bäuml Weißbecker (DBW) aus Haunsheim, das Vogthaus zu überplanen und die Kosten zu ermitteln. Architekt Johann Weißbecker stellte die Pläne im Gemeinderat vor. Vogthaus und Zehentstadel sind zur gleichen Zeit entstanden, erklärte Weißbecker. Das Ensemble eigne sich als Dorfzentrum mit multifunktionalen Funktionen. Der Zehent-stadel ist bereits fertig saniert und hat einen modernen Verbindungsbau zwischen Stadel und Remise bekommen. Der Stadel wird von der Dorfgemeinschaft bereits rege für verschiedenste Veranstaltungen genutzt und wird auch für Privatveranstaltungen nachgefragt.

Da sich das Vogthaus diesem öffentlichen Bereich anschließt, sei es nicht sinnvoll, es für Wohnungen zu nutzen, erklärte Architekt Weißbecker. Eine Besonderheit in dem Haus sei der zentrale Flur, den der Architekt mit einer Fensterfront an der Fassade aufhellen will. Erhalten werden soll die Bauernstube mit historischen Öfen, zudem geplant sind ein Seminarraum, ein Büro und Depot für Archive.

An der Planung fand der Gemeinderat Gefallen, allerdings wurden Zweifel an der Dringlichkeit der Sanierung des Vogthauses laut. Manfred Hartl mahnte die „vielen offenen Riesen-Baustellen“ an, die es in der Gemeinde noch gäbe, vom Friedensdenkmal über die Kindergärten bis zu den Ortsdurchfahrten Oberthürheim und Buttenwiesen. Hartl: „Wir müssen mit einer Prioritätenliste alles auf einen Nenner bringen, wir können nicht Dinge ewig vor uns herschieben.“ Hartl zweifelte zudem an, ob die Zuschüsse für das Vogthaus im Bedarfsfall wirklich fließen. Helmut Kehl bemerkte, dass das Vogthaus nicht Thema bei der Klausurtagung des Gemeinderates gewesen sei, der Gemeinderat sei bisher in die Planung nicht eingebunden worden. Neben den Kosten sei zu bedenken, dass sämtliche Projekte Zeit kosten und Personal in der Verwaltung binden würden.

Vergangenheit und Zukunft von Buttenwiesen

Bürgermeister Kaltner entgegnete, dass die Pläne für das Vogthaus erst ein Anfang seien, und er den Gemeinderat über den Finanzierungsvorschlag des Amtes für ländliche Entwicklung informieren wolle. Albert Stöckinger stellte sich hinter den Bürgermeister. Er sehe das Ensemble Zehentstadel-Vogthaus als überörtliches Projekt und die Finanzierung als einmalige Chance. Zweiter Bürgermeister Christian Knapp zeigte sich „begeistert von der Planung“, die ja eine Fertigstellung des Projekts Zehentstadel bedeute.

Das Ensemble sei ein Projekt, das die Vergangenheit und Zukunft der Gemeinde symbolisiere.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Hertha Stauch: Der Zuschuss-Topf lockt Buttenwiesens Räte

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