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Roggden

02.07.2020

Online-Messe "Marktplatz für digitale Zerspanung“ trotzt Corona

Der Director’s Exchange wurde über Youtube live aus Roggden übertragen. Von links im Bild: Nicolas Bähr von pro-micron, der die Technik managte, Dr. Frank Müller, Prof. Dr. Matthias Weigold, Dr.-Ing. Martin Dix, Andreas Kordwig und Gastgeber Hubert von Zastrow. Über Bildschirm wurde Ralf Moseberg zugeschaltet.
Bild: B. Bunk

Plus Der Höhepunkt der Online-Messe auf dem „Marktplatz für digitale Zerspanung“ fand in Roggden statt. Die Messe dauert bis 3. Juli.

„Der Ton ist aus!“ Nicolas Bähr gibt das Zeichen, dass die Teilnehmer der Podiumsdiskussion nun frei reden können. Die Live-Übertragung aus dem Von-Zastrow-Anwesen im Wertinger Ortsteil Roggden ist vorbei. Doch Gesprächsthemen haben die Geschäftspartner noch genug für den restlichen Abend.

Die Zeit, in der keine Messen und Geschäftsreisen stattfinden, stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Aus diesem Grund haben Geschäftsleute aus dem Bereich Zerspanungstechnik einen neuen Weg gesucht. Und sie haben den Marktplatz für digitale Zerspanung, kurz DiMaP, ins Leben gerufen. Einer der Initiatoren ist Hubert von Zastrow, geschäftsführender Gesellschafter der pro-micron in Kaufbeuren. Er freut sich, dass die Online-Messe, die auf digital-machining.de seit dem 1. bis zum 3. Juli läuft, so gut angenommen wird. Auf 13 Messen hat sich die Kaufbeurer Firma pro-micron im vergangenen Jahr präsentiert, berichtet von Zastrow. Doch mit Corona ist dieses Jahr alles anders. Mit ein Grund, warum der Programmhöhepunkt am frühen Mittwochabend bei ihm zu Hause stattfindet.

Webinare in Roggden zur Zerspanungstechnik

Zahlreiche Webinare bot die Online-Messe an diesen drei Tagen. Am meisten begeistert von Zastrow: „Wir zeigen live, was in und vor der Maschine zu sehen ist.“ Die Zuschauer sehen: Was wird zerspant, welches Loch wird gebohrt, und was zeigt der Bildschirm der Maschine dabei an. Jeweils eine Stunde dauert ein Online-Seminar, und jedes hatte am ersten Tag zwischen 30 und 50 Teilnehmer.

Zum „Director’s Exchange“ kamen Teilnehmer aus vollkommen unterschiedlichen Unternehmen nach Roggden. Sie diskutierten über die künstliche Intelligenz in der Zerspanung und die Auswirkung auf die Jobs von morgen. Hubert von Zastrow leitete mit einem Impulsvortrag ins Thema ein. Pro-microns Marketing-Referent Nicolas Bähr war für die Technik zuständig und dass alles, samt Grußwort von Staatsminister Hubert Aiwanger und den Präsentationen, live auf Youtube gestreamt wurde. Unterstützt wurde er von Isabella von Zastrow. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Dr.-Ing. Martin Dix von pro-micron. Die Firma gilt als einer der Technologieführer im Bereich der drahtlosen Sensorik für Überwachungs- und Steuerungsaufgaben. Neben Hubert von Zastrow diskutierten Andreas Kordwig von der Kemptener Firma Ceratizit, Prof.Dr. Matthias Weigold (Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen) und Dr. Frank Müller (Stama Maschinenfabrik) vor Ort. Über einen Bildschirm war Ralf Moseberg von Schaeffler, dem Zulieferer der Automobil- und Maschinenbauindustrie, zugeschaltet. Dass Assistenzsysteme helfen, Fehler zu vermeiden, aber dass das Fachwissen von gut ausgebildeten Mitarbeitern immer gebraucht werde, um Abläufe zu verbessern, war ein Fazit der Diskussion. Auch dürfe nicht das Gefühl entstehen, dass die Maschine etwas macht, was der Mensch nicht beeinflussen kann. Vielmehr stehe der Nutzen im Vordergrund, die Menschen sollen Spaß im Umgang mit der Technik haben.

An die Abstandsregelungen müsse man sich gewöhnen

Andreas Kordwig sagte in Bezug auf die Corona-Einschränkungen: „Wir müssen uns daran gewöhnen, mit Abstands- und Hygieneregelungen sinnvoll umzugehen. Aber mit Menschen nicht mehr persönlich umgehen zu dürfen, das wäre ein Problem.“ Trotz des positiven Feedbacks findet von Zastrow, dass Messen notwendig sind, weil der persönliche Dialog mit den Leuten durch nichts zu ersetzen sei. Aber eine Kombination kann in seinen Augen Nutzen bringen. Beispielsweise wenn von der Messe per Bildschirm direkt in die laufende Produktion, in die Maschinen geschaltet werden kann, oder auf den Bildschirm einer Maschine, die dann nicht mehr vor Ort sein muss.

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