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22.02.2016

Sie bauten sich ein UKW-Radio

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Der Umgang mit dem Lötkolben will gelernt sein.

Radiomuseum Von wegen kein Interesse an der Technik: Der Andrang von Buben und Mädchen ist groß beim Aktionstag in Wertingen. Auch Eltern und Großeltern sind neugierig

Wertingen Ein selbst gebautes Radio ist schon etwas Besonderes, das hat nicht jeder. Ein Radio zu bauen, erfordert allerdings einiges an Wissen und Geschick. Mit der entsprechenden Hilfe kann es jeder schaffen und dabei noch viel Freude haben. Robert Riedel, ein Nachrichten- und Elektrotechniker aus Altenmünster und seine Kollegen zeigten am vergangenen Sonntagnachmittag im Radiomuseum, wie man ein Ultrakurzwellenradio selbst baut. Sie standen den 16 Kindern und Jugendlichen mit Rat und Tat partnerschaftlich zur Seite.

Der Andrang zu der Veranstaltung war weit größer als erwartet. Technisches Interesse scheint hoch im Kurs zu sein bei der Jugend. Die Kapazitäten waren allerdings begrenzt, deshalb mussten einige Interessenten auf die Veranstaltung im kommenden Jahr vertröstet werden. Christine Hauff, die Oma von Tobias, war begeistert und meinte: „So ein Angebot gibt es doch weit und breit nicht.“

Grundlage für das Radio ist ein Bausatz, den die Teilnehmer selbst mit Bauteilen bestücken und verlöten. Betrieben wird das Radio mit einer Neun-Volt-Batterie. Dazu gibt es einen kleinen Lautsprecher, um das Radio sofort in Betrieb zu nehmen. Es kann um einen Stecker ergänzt werden und damit Strom aus der Steckdose beziehen. Das Material für all dies kostet 20 Euro, die Teilnahme ist umsonst.

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Aus einer Materialkiste dürfen die Teilnehmer allerhand gebrauchte Elektroteile mitnehmen, um zu Hause ihr Radio noch zu perfektionieren, etwa eine größere Antenne anzusetzen oder das Radio in eine Holzkiste einzubauen. Jeder Teilnehmer ist am Ende dieses interessanten Nachmittages stolz und zufrieden und nimmt ein funktionierendes Radio mit nach Hause.

Riedel führt die Kinder mit klaren Worten und praktischer Anleitung und erläutert mit einer bemerkenswerten Seelenruhe den Bausatz. Die Stimmung im Raum ist locker, entspannt und dennoch sind alle hoch konzentriert. Engagierte Techniker wie Rudi Seitz kommen aus der Praxis und haben sichtlich Freude daran, ihr Wissen an die Jugend weiter zu geben. Jeder – ob blutiger Anfänger oder bereits technisch versiert – wird von diesem Nachmittag profitieren.

Riedel will mit dieser Aktion im Wertinger Radiomuseum „Interesse für die Technik wecken“ und denkt dabei zugleich an den Nachwuchs für die nächste Generation des Radiomuseums.

Der dreizehnjährige Tobias Ranftler ist schon zum zweiten Mal im Museum und hat dieses Mal seinen Freund Jonas mitgebracht und ihm den Nachmittag zum Geburtstag geschenkt. Voriges Jahr hat er hier ein Radio gebaut und es zuhause um eine Zusatzplatine und ein Lämpchen erweitert, um die Frequenzeinstellung zu optimieren.

Nun läuft das Gerät nicht so wie vorgesehen und er ist gekommen, um sich mit Techniker Riedel zu beraten. „Die Möglichkeit, sich Ratschläge zu holen, besteht grundsätzlich jederzeit an den offenen Tagen des Radiomuseums“, so verspricht Riedel.

Auch Mädchen interessieren sich für Elektronik

Die technikbegeisterte Julia Petter ist acht Jahre alt und „mag es, die Geheimnisse der elektronischen Sachen zu durchschauen.“ Sie hat zuhause schon mit ihrem Papa einen „Heißen Draht“ gebaut und interessiert sich für Elektronik. Es sind auffallend viele Eltern und Großeltern an diesem Nachmittag dabei. Sie begleiten offensichtlich nicht ganz uneigennützig ihre technisch geschickten Kinder, denn sie scheinen selbst neugierig zu sehen, wie ein Radio sich zusammensetzt.

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