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Verkehr

10.08.2020

Startschwierigkeiten

Je zwei auffällig platzierte Schilder pro Einfahrtseite sollten den Kraftfahrern die neuen Regeln auf dem Marktplatz erklären. Eigentlich. Aber so mancher hat sie übersehen oder ignoriert.
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Je zwei auffällig platzierte Schilder pro Einfahrtseite sollten den Kraftfahrern die neuen Regeln auf dem Marktplatz erklären. Eigentlich. Aber so mancher hat sie übersehen oder ignoriert.

Auf dem Wertinger Marktplatz gilt seit Samstag ein zeitlich begrenztes Durchfahrtverbot für Kraftfahrzeuge. Was die Menschen davon halten und ob diese neue Regelung auch von allen beachtet wird

Der Wertinger Marktplatz am Samstagnachmittag. Wolkenloser Himmel, die Sonne strahlt. Sommer satt. Kein Wunder, dass bei diesen tropischen Temperaturen die Menschen Abkühlung suchen. In den beiden Eisdielen werden die Kugeln im Akkord auf die Waffeln gepackt. Es herrscht reger Betrieb auf dem Marktplatz, die Fußgänger flanieren durch die Straße. Eigentlich alles ganz normal. Einzig die neuen Verkehrsschilder fallen auf. Und die sind wichtig. Denn: Die Durchfahrt für den Verkehr ist ab jetzt am Samstag und am Sonntag jeweils von 14 bis 23 Uhr untersagt. Klappt das gleich am ersten Tag?

Zumindest sind die Meinungen angesichts der neuen Regelungen eindeutig. „Ich finde das super, Wertingen hat so eine schöne Innenstadt“, sagt beispielsweise Marianne Mayer. Jedoch stand für die Villenbacherin auch fest, dass sie die zeitweise Sperrung, nur für die Wochenenden, gut fände: „Wenn man unter der Woche zum Beispiel zu den Schulen möchte, müsste man Umwege fahren.“

Eine Familie aus Buttenwiesen verbrachte ebenfalls einen Teil ihres Nachmittages auf der nun gesperrten Straße. „Wenn durch den Marktplatz keine Kraftfahrzeuge fahren, kann man auch mal die Kinder etwas freier herumlaufen lassen, ohne immer aufpassen zu müssen,“ sagt Antje Jakobitz. „Auch andere Städte wie Donauwörth haben solche Bereiche, in Wertingen gibt es aber noch keinen“, meint sie. Ihr Mann Lars pflichtet ihr bei: „Als Junggeselle wäre mir noch egal gewesen, ob das hier gesperrt ist oder nicht. Jetzt, gerade mit Kindern, finde ich das Vorhaben aber gut.“

Auch wenn die Fußgänger positiv auf die neuen Regelungen reagieren: Es gibt Startschwierigkeiten bei der Einführung am Samstag. Das bestätigt das Buttenwiesener Ehepaar: „Wir haben gar nicht wahrgenommen, dass gesperrt ist.“

Und so ging es sehr vielen anderen Menschen wohl auch. Denn trotz der auffällig platzierten Schilder, die die neue Regelung erklären: Autos, Motorräder, Quads, Lkw – die neuen Regelungen wurden nicht wahrgenommen oder ignoriert. Auch drei oder vier gleichzeitig durchfahrende Fahrzeuge, die weder Waren anlieferten, noch in eine der Hofeinfahrten einkehrten, passierten den Marktplatz.

Neben dem Durchfahrtsverbot wurde das Tempolimit von zehn Kilometern pro Stunde ebenfalls nur spärlich wahrgenommen. Ein Mann beispielsweise parkte sein Fahrzeug auf einem der freien Parkplätze vor einer der Eisdielen. Er müsse nur kurz zur Apotheke, erklärte er flüchtig. Die Frage, ob er das Durchfahrtverbot bemerkt habe, verneint er.

Auch ein Rollerfahrer stellt sein Fahrzeug am Wegesrand ab. Ein Lieferant oder Anwohner sei er nicht, ebenfalls habe er jedoch nicht bemerkt, dass etwas gesperrt sei. Dass der Wertinger Marktplatz noch nie zuvor ohne triftigen und offensichtlichen Grund gesperrt war, wie zum Beispiel früher für den Wochenmarkt, der durch die Verkaufsstände sofort zu erkennen war, schien sich sehr auf das Verhalten der Menschen auszuwirken.

„Bewegliche Absperrpfosten könnte man zum Beispiel aufstellen“, meint Lars Jakobitz noch. Jedoch waren auch keine Menschen vor Ort, welche den Wertingern mit jahrzehntelanger Gewohnheit im Kopf die neue Lage erklärt hätten.

Die Münchnerin Regina Eberhart ist am Samstag mit dem Fahrrad vom Bahnhof in Meitingen nach Wertingen gefahren, um ihren Vater im Altenpflegeheim zu besuchen.

Sie findet die Idee ebenfalls gut, obwohl auch sie nicht bemerkt hat, dass die Durchfahrt für Kraftfahrzeuge bereits gesperrt ist. „Mein Vater könnte dann mit dem Rollstuhl auch auf die Straße und müsste nicht über das Kopfsteinpflaster der Fußwege“, meint sie.

Wenn sich dann alle an die neue Verkehrssituation am Wertinger Marktplatz gewöhnt haben.

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13.08.2020

Unter unserem verdienten, früheren Bürgermeister, Herrn Riesebeck (SPD), wurde der Marktplatz umgebaut und -mit Bedacht- nicht gesperrt.
Schon 2008 bis 2009 wurde das Thema „Autofreier Marktplatz“ von der Wertinger Zeitung (mit Herrn Herdin), von Frau Stauch (von der Wtg. Zeitung und jetzige Vorsitzende der Wertinger Grünen) und von Herrn Kneuse (SPD) verfolgt. Trotz der damaligen, tendenziellen Online Befragung votierten sogar 47 % der Teilnehmenden (und damit der von den Grünen und der SPD Aktivierten) gegen eine Sperrung!
Schon damals wurde festgestellt, dass jede Art von Sperrung weite Umwege, damit zusätzliche Umweltbelastung und Belastung weiterer Anwohner an weiteren Straßen erzwingen würde! Auch jetzt werden die Bürger ständig mit Kommentaren und Bildern (z. B. Foto mit einem der seltenen Traktoren am Marktplatz!) von der angeblichen Notwendigkeit einer Sperrung oder der weitergehenden „Beruhigung“ des Marktplatzes „bombardiert“ und damit Meinungen manipuliert und Druck auf die anderen Stadträte aufgebaut. Wenn bekanntermaßen in allen Städten die Verödung der Innenstadt beklagt wird, sind solch wiederkehrende, wirklichkeitsfremde Forderungen einer Minderheit fehl am Platz! 70% der Städte unter 20.000 Einwohner bewerten ihre Fußgängerzone kritisch! Auch der schwäbische HBE-Bezirksgeschäftsführer Andreas Gärtner lehnt den entsprechenden Antrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen ab.
Die Stadtverwaltung hatte -wegen Platzmangel, Streit und Chaos, damals den Wochenmarkt vom Marktplatz auf die Zusaminsel verlegt.
Seitdem ist unser Marktplatz ein lebendiges Schmuckstück von Wertingen geworden. Was nicht heißen soll, dass man nichts mehr verbessern könnte! Die zusätzlichen Sitzplätze an den Bäumchen waren z. B. eine außerordentlich gute Idee.
Wer noch mehr Ruhe sucht, kann in unmittelbarer Nähe über die Pfarrgasse zur Zusaminsel, entlang der alten Zusam und weiter zur Gänsweid spazieren. Oder rund um unser Schloss, mit dem Lindenweg zum Kindergarten wandern! Wertingen ist noch lebendig und ruhig und soll es auch bleiben!

Mit freundlichen Grüßen

Franz Proske sen.

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