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03.12.2010

Stille Liebe zu Fatschenkindern

Die Klosterarbeiten von Martha Sailer sind Themen des neuen Buches mit Texten von Kreisheimatpfleger Alois Sailer. Foto: Margot Sylvia Ruf
Bild: Margot Sylvia Ruf

Lauterbach Martha Sailer, die 2008 verstorbene Frau von Heimatpfleger und Autor Alois Sailer, wollte mit ihren liebevoll und professionell gefertigten Klosterarbeiten Zeugnisse einer volkskundlich-religiösen Hochkultur aus dem 17. und 18. Jahrhundert retten helfen. Die Welt der so genannten "schönen Arbeiten" ließ sie nicht mehr los, und sie gab all ihr Wissen und Können vielen interessierten Menschen weiter. Ihrem Angedenken ist der kleine Kunstband von Alois Sailer gewidmet, der seit kurzem nun im Buchhandel aufliegt. Er trägt den Titel "Gefatschte Jesuskinder, Reliquien, Maienstrauß und Wettersegen".

Ein Fatschenkind von 1997, das Martha Sailer noch kunstvoll und mit Liebe zum Detail gefertigt hat, schmückt den Buchtitel. Die einfühlsamen Texte ihres Mannes und die eindrucksvollen Aufnahmen von Joachim Feist fügen sich zu einer gelungenen Symbiose.

Es ist fast ein Meditationsbuch, das dem Lauterbacher Autor da gelungen ist, und es kann gerade in der Adventszeit Türen zu den Herzen öffnen.

Klosterarbeiten sind eindrucksvolle Zeugnisse religiösen Denkens, Fühlens und Erlebens, schreibt Prof. Dr. Hans Frei, früher Bezirksheimatpfleger, im Vorwort. Im vorgelegten Band würden nahezu alle Arten, Materialien und Techniken der Klosterarbeiten in Bildern, Zeichnungen und Beschreibungen dargestellt.

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"Wir haben dies dem frommen Sinn und den geschickten Händen von Martha Sailer zu verdanken. Sie hat sich über Jahrzehnte mit Geduld und Einfühlungsvermögen der Restaurierung überlieferter Objekte von hoher Qualität gewidmet, und sie hat mit bewundernswertem Können und viel Verständnis neue Objekte aus Draht, Fäden, Stoff, Steinen, Perlen oder Papier geschaffen", so Dr. Frei.

Die Lauterbacherin hat ihre Fertigkeiten so perfektioniert, dass ihr sogar hochwertige und seltene Objekte wie das Krönlein des Jesuskindes von Kloster Holzen, Andachtsbilder und Maiensträuße zur Restaurierung anvertraut wurden.

In zahlreichen Klöstern und Museen hat man den Ruf und die praktische Hilfe der bescheidenen Frau geschätzt. Bei vielen Kursen wurden interessierte Menschen in die Kunst der Klosterarbeiten, die auch "schöne Arbeiten" genannt werden, von Martha Sailer mit großem Engagement eingeführt.

Eine Liebeserklärung

Das Buch "Gefatschte Jesuskinder" ist posthum eine Liebeserklärung von Alois Sailer an seine Frau, eine bescheidene Schwäbin mit großem Herzen, einer tiefreligiösen Haltung und einer stillen Leidenschaft zu einer alten Volkskunst, deren Bewahrung ihr ein großes Anliegen war.

Bezugsquelle Der Kunstband ist im Verlag Anton H. Konrad in Weißenhorn erschienen und kostet 24,90 Euro.

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