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Bauausschuss

30.01.2019

Stockschützen brauchen Platz

Wertinger Stadträte erteilten grünes Licht für den Anbau eines Geräteraums. Der Verein rechnet mit 30000 Euro Materialkosten

Nur rund zehn Quadratmeter misst der Geräteschuppen der Wertinger Stockschützen. Er ist 1978 zusammen mit dem Bau des Vereinsheims entstanden. Inzwischen platzt der Lagerraum aus allen Nähten. In den vergangenen vier Jahrzehnten sind immer mehr Gerätschaften zu den Stöcken, Platten, Dauben und Besen dazugekommen. Die schwere Wassersaugmaschine hatte neben der Kehrmaschine keinen Platz mehr. Genauso wie die zehn Bierbankgarnituren, die man zum Feiern braucht und die sechs großen Sonnenschirme. Sie waren allesamt bisher in einer angemieteten Halle ausgelagert. Das soll jetzt ein Ende haben. Die Vereinsmitglieder wollen ihre Utensilien an Ort und Stelle haben, schon aus praktischen Gründen.

Das Sprichwort „Neue Besen kehren gut“ passt auch zu den Stockschützen. Nachdem sich im vergangenen Jahr der Vorstand komplett neu formiert hatte, wurden lang gehegte Pläne für einen Anbau immer konkreter. Jetzt lag er zur Beratung beim Wertinger Bauausschuss vor. Bürgermeister Willy Lehmeier erläuterte die Situation der Stockschützen, die auf dem Judenberg ihren Sport betreiben: „Der Geräteraum quillt über und Toiletten fehlen.“ Es sei den zum Teil betagten Sportlern nicht mehr zuzumuten, das WC-Häuschen der benachbarten Jäger aufzusuchen. Nachts sei die Treppe dorthin außerdem unbeleuchtet. Er befürwortete deshalb den Antrag, dem die Bauausschussmitglieder einhellig folgten.

Der bestehende Geräteraum soll laut Plan auf zehn Meter verlängert werden und ein Pultdach erhalten. Es handelt sich um eine einfache Konstruktion im Holzständerbau.

Erster Vorsitzender des Vereins, Leo Reitenberger, schätzt die Materialkosten auf etwa 30000 Euro. „Den größten Teil wollen wir in Eigenleistung erbringen“, berichtete er bei einem Rundgang übers Gelände. An den Kosten wolle sich der TSV Binswangen zur Hälfte beteiligen. Denn die Stockschützen aus dem Nachbarort nutzen die Anlage ebenfalls. Die Finanzierung des Kanalanschlusses sei allerdings noch nicht endgültig entschieden, so Reitenberger: „Ich hoffe, dass die Stadt etwas dazu gibt oder den Kanal verlegt.“ Es ist noch nicht lange her, dass das Stadtoberhaupt die erfolgreichen Stockschützinnen ins Rathaus zu einem kleinen Empfang eingeladen hatte. 2016 nämlich hatten die Damen den Aufstieg in die Zweite Bundesliga geschafft und ein „Wintermärchen“ erlebt.

Saison haben die Stockschützen allerdings nicht nur im Winter, sondern mit ihren Asphaltbahnen das ganze Jahr über. Karl Winter, einer von 35 Mitgliedern, schießt seit 20 Jahren die rund vier Kilogramm schweren Stöcke über die Bahn. Er kann sich noch an die Zeit erinnern, als auf gefrorenen Weihern und Feldern mit Stöcken auf Gauben gezielt wurde. „Die Eisschicht war bis zu 25 Zentimeter dick und die Kleidung nicht so wärmend wie heute“, erzählt er. Mit über 80 Jahren fühlt er sich nicht nur fit für den Präzisionssport. Er freut sich auf jeden Montag, wenn er sich mit weiteren Senioren auf dem Judenberg trifft und schießt. Danach geht es ins Vereinsheim.

Wer jetzt glaubt, der Sport wäre nur was für alte Männer, sollte im Sommer an den Jedermanns-Turnieren teilnehmen und das Schießen mit Stöcken selbst ausprobieren. In anderen Orten ist Stockschießen längst trendy. Bild: Schoen

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