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Porträt

18.05.2017

Verrückte, kreative Medienwelt...

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Marion Buk-Kluger, Journalistin aus Wertingen, kennt sich aus mit Stars und Sternchen. So ist sie auch für die Misswahlen beim heute beginnenden Volksfest aktiv. Und nicht nur das

Das Volksfest beginnt heute und damit sind Sie wieder in Wertingen präsent. Sie sind immer da, wo sich ein buntes, fröhliches Völkchen tummelt. Jetzt beim Volksfest moderieren Sie wieder die Miss Zusamtal-Wahlen. Dann sieht man Sie jedes Jahr bei der großen Faschingsgala von „Under oiner Kapp“, oder in den Augsburger Boulevardblättern zusammen mit vielen Promis. Man sieht und hört also viel von Ihnen. Man fragt sich dennoch, wer wirklich hinter der Person Marion Buk-Kluger steckt?

Ich habe einen Beruf, der ein breites Spektrum des Lebens ermöglicht. Als selbstständige Journalistin bin ich mein eigenes Medienunternehmen. Ich bin Journalistin, Boulevard-Reporterin, Moderatorin, Bloggerin, Entertainerin – ich habe mir alles erarbeitet und mache das mit großer Leidenschaft. Ich lebe diesen Beruf, er ist für mich Berufung. Das bin ich, Teil dieser verrückten, kreativen Medienwelt.

Sie haben sich auch einen Namen gemacht in der Augsburger Sonntagspresse – Kleo´s Klatsch heißt die Kolumne, für die Sie seit zehn Jahren schreiben. Wer ist Kleo?

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Cleo mit C ist eigentlich der Spitzname, den mir mein Mann einmal gegeben hat. Daraus wurde beruflich dann die Boulevard-Reporterin Kleo. Seitdem kennen mich viele als Kleo. Natürlich lande ich deshalb bei vielen in der Klatsch-Schublade. „Die kann nur Klatsch,“ denken die Leute. Gesellschaftsreporterin zu sein, ist ein Teil meines journalistischen Lebens. Kleo ist das Bunte in meinem Beruf. Dabei versuche ich, den Boulevard ordentlich zu machen. Im Gegensatz zu vielen Blättern, die auf dem Markt sind und vermeintliche Neuigkeiten über Stars und Sternchen verbreiten, treffe ich meine Akteure wirklich. Und da ist für mich jede Begegnung ein Geschenk und nicht selbstverständlich. Ich bin meistens angetan und begeistert von diesen Menschen und bemühe mich, keine abgedroschenen Fragen zu stellen.

Wer ist denn für Sie prominent?

Auch Prominente sind für mich „normale“ Menschen. Ich mache Interviews mit dem Professor und mit dem Obdachlosen. Ich führe oft Gespräche, die mir auch persönlich etwas geben. Das ist dann sehr bereichernd, auch wenn es meist nur kurze Begegnungen sind. Zum Beispiel habe ich schon zweimal Elmar Wepper interviewt, zu einem Film, den er gedreht hat. Das Gespräch mit ihm war sehr berührend. Ich habe auch schon Prominente getroffen, als sich noch keiner für sie interessierte und erst später dann ein großer Hype um sie gemacht wurde.

Sie sind dann häufig mit diesen Menschen auf den Fotos in den Zeitungen zu sehen.

Das ist die Selfie-Kultur. Heute ist es natürlich viel leichter, mit den Stars so in Berührung zu kommen. Ein Promifoto ist deshalb nur vermeintlich nichts Besonderes mehr. Früher hat man sich Unterschriften oder Autogramme geholt, heute macht man ein Selfie. Ich stehe dazu, das ist Teil meines Berufes.

Das ist ja für Sie auch ein Aushängeschild, Sie machen damit Werbung für Ihre Tätigkeit?

Ich mache alles selber. In einem Medienunternehmen steckt hinter dem Moderator eine ganze Redaktion, die ihn unterstützt. Er steht vorne, zeigt sein schönes Gesicht und spricht. Ich muss für alles alleine sorgen. Das Wertinger Volksfest ist ein gutes Beispiel. Zuerst war ich in der Jury der Misswahlen, dann habe ich die Pressearbeit übernommen, die Jurybetreuung, die Betreuung der Kandidatinnen. Es ist ein Rundumpaket geworden. Dasselbe beim Plärrergirl, das jetzt zum siebten Mal gesucht wurde. Ich war beim Casting dabei, betreue die Leute und vieles mehr. Der Schaustellerverband hatte mich auch organisiert, als Bloggerin live vom Plärrer zu berichten. Da konnte ich auf keine Redaktion zurückgreifen, wie es in den großen Medien ist. Da musste ich 20 Minuten vor der Kamera live durchreden.

Sie sind also in der Pionierzeit der privaten Radio- und Rundfunksender groß geworden...

Ich habe mit dem Journalismus mein Studium finanziert, war als Programmassistentin tätig und studierte Germanistik und das Grundschullehramt. Damals bin ich morgens zu Radio RT1 in die Frühschicht gegangen, danach zur Uni. So begann meine Zeit in den Medien. Ich bin in Augsburg in Oberhausen und Am Roten Tor aufgewachsen, war schon immer aktiv, konnte reden.

Sind Sie dann auch wirklich Lehrerin geworden?

Ich habe mein erstes Staatsexamen 1994 durchgezogen, dann mein Referendariat im Kreis Aichach-Friedberg. Da bekam ich das Angebot, eine Kinderradiosendung bei Radio Fantasy zu machen mit Grundschulkindern. „RiRaRadio“ hieß die Sendung, das hat so Spaß gemacht. Auch da habe ich mich um alles selbst kümmern müssen – von der Elternbetreuung bis zum Kaffeekochen. Dann kam mein zweites Staatsexamen und ich wurde nicht übernommen, weil es damals keine Lehrerstellen gab. So machte ich ein Praktikum bei Augsburg. Da hat die Arbeit auf uns nur so gewartet. So war ich gleich im Auslandseinsatz. Mir wurde dann eine zweijährige Ausbildung zur Fernsehjournalistin angeboten. Nach einem halben Jahr bekam ich eine eigene Sendung – „Club, das Jugendmagazin“. Diese Sendung war medienpädagogisch gefördert. Nach dem Volontariat habe ich bei TV Augsburg aktuell eine Nachrichtensendung moderiert. Später habe ich bei Augsburg TV gekündigt, um eine ganz andere Medienwelt kennenzulernen. Damals hat jeder Konzern sein eigenes Fernsehen gemacht. Ich ging nach Stuttgart zum Sparkassenfernsehen. Das war für mich ganz neu, da gab es zum Beispiel Liveschaltungen an die Börse. Aber dann kamen die Kirchkrise und die Börsenkrise, der Sender wurde geschlossen. Die Krise produzierte eine Menge arbeitsloser Journalisten.

Sie mussten von vorne beginnen...

Es begann meine Print-Zeit. Ich arbeitete für Fachmagazine und bekam ein Angebot in der Neuen Sonntagspresse. Die brauchten jemanden, der Leute-Meldungen macht – seitdem gibt es „Kleo´s Klatsch“. In dieser Zeitung bin ich die Kleo und wenn ich für andere Medien arbeite, zum Beispiel das Augsburg-Journal, dann bin ich die Lokaljournalistin Marion Buk-Kluger.

In Wertingen haben Sie dem Fasching wieder auf die Beine geholfen. Ich erinnere mich an einen Umzug mit 5000 Zuschauern.

Ich berichtete damals für die Wertinger Zeitung und hatte den Faschingsfreunden angeboten, ihren Umzug zu moderieren. Wir veranstalteten auch einen Ball in der Schwabenhalle. Der Faschingsverein hat sich dann später leider aufgelöst.

Bleibt noch das Volksfest.

Dort bin ich diesmal Moderatorin beim Finale der Wahl von Mister und Miss Zusamtal am Vatertag. Ich mache da gerne mit. Denn es geht mir um die Liebe zum Volksfest, um die Tracht und um einen lustigen Vatertag.

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