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Wertingen

10.12.2019

Vom Leben und Sterben Wertinger Bäume

Unbekannte haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwei junge Bäume in der Wertinger Laugnastraße kaputt gemacht. Dabei müssen sie erhebliche Gewalt angewendet haben.
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Unbekannte haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwei junge Bäume in der Wertinger Laugnastraße kaputt gemacht. Dabei müssen sie erhebliche Gewalt angewendet haben.
Bild: Benjamin Reif

Plus In der Laugnastraße haben Unbekannte zwei kleine Schwarzerlen abgerissen. Nicht nur im Betriebshof sorgt das für Ärger. Die Aktivisten von Fridays for Future wollen am Donnerstag im Stadtwald großflächig aufforsten.

Ärger kommt in Johannes Deisenhofers Stimme zum Vorschein, als er über das spricht, was am Wochenende in der Laugnastraße in Wertingen geschehen ist. Unbekannte haben zwei Bäume kaputt gemacht, welche die Stadt erst vor recht kurzer Zeit gepflanzt hat. „Ich weiß nicht, wer so etwas macht“, sagt Deisenhofer. Und ja, er sei verärgert.

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Mit „roher Gewalt“ wurden die jungen Schwarzerlen abgerissen, sagt der Leiter des Wertinger Betriebshofes. Eine Person alleine hätte so etwas nicht fertig gebracht, vermutet Deisenhofer. Mehrere Personen haben seiner Ansicht nach in ihrem sinnlosen Treiben zusammengewirkt. Der Vandalismus ereignete sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Insgesamt standen acht der Bäumchen hinter einer Hecke an der Laugnastraße, kurz hinter der Brücke stadtauswärts. 2016 hatten sie die Mitarbeiter des Betriebshofes gepflanzt, ursprünglich war eine Allee geplant, daraus wurde jedoch nichts. Nun sind es nur noch sechs. Rein finanziell entstand ein Schaden von etwa 800 Euro. Die Wertinger Polizei zählt auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die Täter zu erwischen.

Deisenhofer: Große Respektlosigkeit

Nicht nur das verlorene Geld der Stadt ist es, was Deisenhofer ärgert. Auch geht es ihm nicht nur um den erheblichen Aufwand, den sein Team betrieben hat, um die Bäume zu pflanzen und mit einer Schutzmatte zu umhüllen. Vor allem ist es für den Leiter des Wertinger Betriebshofes in den heutigen Zeiten ein Zeichen großer Respektlosigkeit. Denn die Bäume seien heute wichtiger den je. „Die einen pflanzen Bäume, die anderen machen sie kaputt“, sagt Deisenhofer.

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Der Chef des Betriebshofes spielt auf eine Aktion an, welche die Aktivisten des Wertinger Ablegers der Jugendbewegung „Fridays for Future“ geplant haben. Am Donnerstag wollen sie im Wertinger Stadtwald nahe Hohenreichen 1000 Bäume pflanzen.

Die Aktion soll um 8 Uhr morgens beginnen und ist bis etwa 15 Uhr nachmittags angesetzt, sagt Niklas Zöschinger. Der junge Höchstädter ist maßgeblich daran beteiligt, die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ im Landkreis zu etablieren.

In jüngerer Vergangenheit bemühte sich Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier gegenüber der Öffentlichkeit und dem Stadtrat zunehmend um positive Signale zur Jugendbewegung. Auf politischer Ebene gehen die Vorstellungen der Aktivisten und der Stadträte stellenweise auseinander. Doch in der Aufforstung scheint ein gemeinsamer Nenner der Interessen gefunden worden zu sein. So dürfen die Jugendlichen im Stadtwald nahe Hohenreichen aufforsten. Das Pflanzen von Bäumen gilt als eine der einfachsten Maßnahmen, um etwas wirkungsvolles gegen den Klimawandel zu unternehmen. Bäume funktionieren wie natürliche Filteranlagen. Sie entziehen der Luft Schadstoffe, vor allem jedoch das Treibhausgas CO2. Außerdem bieten sie zahlreichen Tieren Nahrung und Lebensraum.

Fridays for Future will in Wertingen 1000 Bäume pflanzen

30 Jugendliche werden am Donnerstag ungefähr am Start sein und die Bäume einpflanzen. Das Geld für die geplanten Rotbuchen, Wildkirschen und Esskastanien haben die Aktivisten bei einem Sponsorenlauf gesammelt. Insgesamt sind dort Jugendliche, aber auch Erwachsene über 900 Stadionbahnen gelaufen, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

Unterstützt werden die Jugendlichen durch die Forstbetriebsgemeinschaft Dillingen, welche fachliche Unterstützung bietet. Die Spezialisten haben laut Zöschinger auch das Flurstück, auf dem gepflanzt werden soll, sowie die Mischung der Bäume vorgeschlagen. Zöschinger und seine Mitstreiter griffen gerne auf die Expertise zurück.

Die Aktivisten von „Fridays for Future“ Wertingen wollen, dass insgesamt 5000 Bäume gepflanzt werden. Doch immer nur fordern und nichts selbst beisteuern, das sei der falsche Weg, sagt Zöschinger. „Wir wollen jetzt selbst den Anfang machen und hoffen, dass die Politik nachziehen wird“, sagt der Schüler.

Unser Redakteur findet im Kommentar deutliche Worte: Stumpfe Zerstörung in Wertingen

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