Newsticker

Bundesregierung erklärt fast ganz Österreich und Italien zu Risikogebieten
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Wertinger Grundstück im Hochwassergebiet darf bebaut werden

Wertingen

15.10.2020

Wertinger Grundstück im Hochwassergebiet darf bebaut werden

Die Schreckensbilder der vergangenen Tage sind noch gut in Erinnerung und haben ihre Spuren hinterlassen. Verschlammte Straßen, Felder und Verrohrungen.
Bild: Stefan Minderlein, Thomas Schuhwerk

Plus Die Wertinger Stadträte beschließen außerdem den Ausbau des Straßenbanketts zwischen Geratshofen und Hettlingen.

Die Mitglieder des Wertinger Bauausschusses haben die Einbeziehung eines Grundstückes in den Bebauungsplan „Sportplatzweg“ in Roggden gebilligt. Was nach einer Formalie klingt, hat einige Auswirkungen: So darf in dem Grundstück nun ein Wohnhaus gebaut werden. Allerdings liegt eben dieses Grundstück teilweise in einem sogenannten „HQ-100-Gebiet“. Das heißt, dass die Stadt damit rechnet, dass bei einem extremen Hochwasser – „100“ steht hier für statistisch „einmal alle 100 Jahre“ – dieses Grundstück teilweise überflutet wird. In der jüngeren Vergangenheit hatten deshalb Stadträte Bedenken geäußert.

Nun wurde allerdings mit der Bedingung zugestimmt, dass das Wohnhaus nur ganz am Rand des Grundstücks in einem Bereich gebaut werden darf, der von den Wassermassen vermutlich verschont bliebe. Außerdem muss das Wohngebäude mit einem um 50 Zentimeter höheren Fundament als sonst im Ort üblich gebaut werden.

Straßenbankette zwischen Geratshofen-Hettlingen werden erneuert

Auf der umfangreichen Tagesordnung der Stadträte fand sich neben einer Sanierung des Bliensbacher Bürgerhauses (ausführlicher Bericht folgt) auch die Teilsanierung der Verbindungsstraße zwischen den Ortsteilen Hettlingen und Geratshofen. In den vergangenen Jahren war hier auf Bürgerversammlungen beider Ortsteile klar geworden, dass sich die Bürger eine Sanierung wünschen. Besonders der landwirtschaftliche Verkehr wird von vielen Verkehrsteilnehmern durch den vergleichsweise geringen Ausweichraum als bedrohlich empfunden. Deswegen beschloss der Bauausschuss, auf einer Strecke von zunächst 480 Metern das Straßenbankett mit gerillten Pflastersteinen auszulegen und so in den Kurvenbereichen effektiv mehr Platz zu schaffen. Gerillt sollen die Pflastersteine sein, um auch akustisch jedem Autofahrer klar zu machen, dass er sich nicht mehr auf der normalen Fahrbahn befindet, wenn er sie mit den Reifen berührt.

Die Kosten für das Projekt schätzt die Stadtverwaltung auf rund 55000 Euro, die Maßnahme wird nun ausgeschrieben. Es handelt sich bei dem Ausbau – von Geratshofen kommend auf der linken Seite der Straße – um einen „Testabschnitt“. Man wolle die Ergebnisse beobachten und gegebenenfalls über die gesamte, rund anderthalb Kilometer lange Strecke relevante Stellen mit den geriffelten Pflastersteinen in den Banketten versehen.

Geratshofener wollte Haus erweitern - er baute schon ohne Baugenehmigung an

Außerdem wurden die Stadträte des Bauausschusses mit einem besonderen Bauantrag konfrontiert. Ein Geratshofener wollte sein Wohnhaus mit einer Dachterrasse auf einer bestehenden Gaube versehen und einen überdachten Balkon im ersten Stock erweitern. Besonders war der Bauantrag insofern, da die Bauarbeiten schon fast komplett abgeschlossen sind, wie Fotos von Stadtbaumeister Anton Fink zeigten. Die Stadt sei leider immer wieder mit solchen Situationen konfrontiert, in denen Bürger einfach ohne eine entsprechende Genehmigung bauten, sagte Bauamtsleiter Johann Meitinger gegenüber unserer Zeitung. In solchen Fällen verweigere der Bauausschuss meist die Zustimmung. So kam es dann auch: Einstimmig verweigerte der Ausschuss die Zustimmung zu den Bauarbeiten. Wahrscheinlich ist jetzt, dass das Landratsamt einen Rückbau der schon getätigten Baumaßnahmen verlangt.

Lesen Sie außerdem.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren