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Windkraft: Der Schuss geht nach hinten los

Kommentar Von Hertha Stauch
15.11.2019

Das Hin und Her in Bayern beim Thema Windkraft ist peinlich.

Es ist schon bezeichnend, wenn ein Bürgermeister der Freien Wähler, Willy Lehmeier, einen Parteikollegen, den Freie-Wähler-Energie- und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, abkanzelt, wie im Bauausschuss geschehen. Das spricht für die Konfusion, die derzeit in Bayern beim Thema Windkraft und Energiewende herrscht und dafür, dass diese tatsächlich auf dem Rücken der Kommunen ausgetragen wird. So ist es in Wertingen immer noch schwer zu erklären, warum einerseits hinter Hohenreichen eine Konzentrationsfläche ausgewiesen wurde und diese nun, nach Einführung von 10H, gecancelt wird. Offensichtlich waren zunächst alle in Wertingen froh über 10H. Denn das ersparte kraftraubende Diskussionen mit den Bürgern und Windkraftgegnern. Denn auf der Konzentrationsfläche hätten ohne 10H hinter Hohenreichen und Hirschbach vier Windräder Platz gehabt.

Dafür sind Aiwanger und die Staatsregierung verantwortlich

Jetzt aber geht der Schuss nach hinten los. Und dafür sind Minister Aiwanger und die Staatsregierung verantwortlich. Bayern braucht Strom, wenn Kernkraft und Kohle abgeschaltet werden. Deshalb wünscht sich Aiwanger jetzt auf einmal mehrere hundert neue Windräder in Bayern, wie er im Bayerischen Rundfunk ankündigte. Und dafür will er auf Standortsuche gehen, mit den Bürgermeistern sprechen und denen lukrative Angebote machen.

Es ist ganz einfach peinlich

Soll man sich jetzt freuen, dass die Bayern beim Thema Windkraft wieder aufgewacht sind? Nein, es ist ganz einfach peinlich. Und es stellt tatsächlich, wie Lehmeier sagt, die Kommunen vor eine abermals neue Situation: Heute hü, morgen hott – wer weiß da noch, was zu tun ist? Auch ohne Konzentrationsfläche können in Wertingen Windräder gebaut werden. Das machte Lehmeier in der Sitzung klar. Die Frage ist nur, ob sich die Stadt das ganze Dilemma hätte sparen können. Denn an neuen, weiteren Windkraft-Diskussionen wird sie nicht vorbei kommen.

Lesen Sie dazu den Artikel:
Donnerwetter aus Wertingen ergießt sich über Bayerns Windkraft-Pläne

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