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Laugna

18.09.2019

Zehn Rutenstreiche für die Dienstmagd Maria aus Osterbuch

Dieser Grenzstein in Asbach zeugt mit einem „R“ davon, dass Asbach einst zu Rieblingen gehörte.
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Dieser Grenzstein in Asbach zeugt mit einem „R“ davon, dass Asbach einst zu Rieblingen gehörte.

Der Kulturkreis Laugna auf den Spuren von Grenzsteinen, die Geschichte erzählen. Was das mit einer jungen Frau und ihren fünf unehelichen Kindern zu tun hat.

Mitglieder des Kulturkreises Laugna haben sich mit den örtlichen Flurkennern Anton Almer und Martin Brummer auf die Suche nach alten Grenzsteinen an den Flurgrenzen von Osterbuch gemacht und dabei interessante Exemplare gefunden. An der Flurgrenze zu Biberbach sind noch viele originale Steine von den ehemaligen Besitzungen des Klosters Holzen erhalten.

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In den Jahren 1342 bis 1749 erwarb der Konvent neben Feigenhofen und Heretsried nach und nach Osterbuch fast vollständig. Nur die Gastwirtschaft (heute Anwesen Eser) gehörte noch zur Markgrafschaft Burgau, was immer zu heftigen Streitereien führte. Grundsätzlich konnten die Bewohner von Osterbuch unter dem Kloster Holzen gut leben. 1802 gingen im Zuge der Säkularisation die Besitzungen des Klosters an die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen über.

Was die alten Wegsteine erzählen

Durch die Heirat einer Schwester des Fürsten ging der Besitz 1813 an die Grafen von Fischler-Treuberg. Bis 1848 gehörte Osterbuch in das gräflich Treuberg‘sche Patrionalgericht in Holzen, dann wurde es dem königlichen Amtsgericht in Wertingen zugeteilt.

Zehn Rutenstreiche für die Dienstmagd Maria aus Osterbuch

Eines der letzten Urteile des Gerichts in Holzen erging über die Dienstmagd Maria Mahl aus Osterbuch, die das fünfte Mal unehelich geboren hatte. Sie wurde mit zehn Rutenstreichen auf den entblößten Rücken bestraft. Nachdem Graf Treuberg 1927 in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen ist, wurden die verbliebenen Besitzungen des Grafen verkauft. Es wird erzählt, er hätte den ganzen Wald, den er in Osterbuch besaß, in einer Nacht verspielt und dann auch noch sein Pferd erschossen. Was blieb, sind die Grenzsteine mit den eingemeißelten Buchstaben CH für das Kloster Holzen.

Als Asbach noch zu Rieblingen gehörte

In Asbach stehen an der Flurgrenze zu Rieblingen und Prettelshofen Grenzsteine mit den eingemeißelten Buchstaben P und R. Sie sind Zeugen von der Ortszugehörigkeit von Asbach zu Rieblingen. Asbach gehörte bis 1954 zur Gemeinde Rieblingen, zum Standesamt nach Prettelshofen und zur Pfarrei nach Osterbuch. Bis zur Gebietsreform 1978 war Asbach ein Ortsteil der Gemeinde Osterbuch. (pm)

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