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Kirchenleben

30.07.2013

Zum Abschied die Note „Sehr gut“ für den Pfarrer

Zur Erinnerung an seine erste Pfarrstelle erhielt Domvikar Pfarrer Albert Wolf (rechts) ein Bild mit den drei Kirchen seiner Pfarreiengemeinschaft, das der Emersackerer Maler Peter Engelhardt gemalt hatte. Daneben die beiden Bürgermeister Manfred Müller (links) und Josef Carteau.
Bild: Simone Kuchenbaur

Domvikar Albert Wolf trennt sich schweren Herzens von den Christen in Emersacker und Heretsried

Emersacker Jede Menge Wehmut war zu spüren, als am Sonntagabend Domvikar Pfarrer Albert Wolf nach vierjährigem Wirken von der Pfarreiengemeinschaft Emersacker-Heretsried-Lauterbrunn verabschiedet wurde.

In einer feierlichen Andacht in der Pfarrkirche St. Martin Emersacker, der auch Geistlicher Rat Werner Dippel, Dekan Georg Schneider und Pfarrer Michael Heinrich beiwohnten, sagte der künftige Subregens im Priesterseminar in Augsburg „Danke für die vier Jahre, die wir zusammen sein durften“. Pfarrer Wolf blickte zurück auf unvergessliche Erlebnisse, die er mit den ihm anvertrauten Menschen in seiner Pfarreiengemeinschaft gehabt habe und die er im Glauben habe stärken können.

Dies sehe man auch an der Ministrantenschar, die ihn manchmal etwas Kraft gekostet, aber auch viel Freude geschenkt habe und bei denen hoffentlich etwas hängen geblieben sei. Insbesondere an die Kinder und Jugendlichen richtete er den Wunsch, dass sie nicht nur mit dem Pfarrer, sondern auch mit Jesus befreundet seien. Am Ende der Andacht entzündete Wolf eine Dank-Kerze am Marienaltar.

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Die weltliche Verabschiedung begann – umrahmt vom Musikverein Emersacker – bei den hochsommerlichen Temperaturen im Pfarrgarten. Roswitha Felber sprach für die Pfarrgemeinderäte. Die Menschen würden die aufwühlenden und mitreißenden Predigten vermissen. Geschätzt habe man auch Wolfs Marienverehrung. Ihm sei es auch zu verdanken, dass wieder bewusst geworden sei, welch kostbares Gut man mit dem Gnadenbild „Maria zum Blute“ in der Kirche in Emersacker habe.

„Der Zug des Lebens geht weiter“, begann Emersackers Bürgermeister Michael Müller seine Rede. Pfarrer Wolf sei in das Abteil der Gemeinden Emersacker und Heretsried gestiegen, werde nun aber an der nächsten Station aussteigen. Nur ungern lasse man den allseits geschätzten Priester und Seelsorger gehen, der „einer von uns“ geworden sei. Mit Wolfs Weggang verliere man nicht nur einen Seelsorger, sondern auch ein wertvolles Gemeindemitglied. Auch Heretsrieds Bürgermeister Josef Carteau bestätigte, dass Pfarrer Wolf in kürzester Zeit die Herzen der Menschen erobert habe. Er lobte insbesondere die Standhaftigkeit und gerade Linie des Geistlichen.

Monika Nowak von der Kirchenverwaltung sagte, dass Pfarrer Wolf als konservativ betrachtet werde. Dies heiße Altes zu beachten und zu bewahren. Ihm sei es zu verdanken, dass Schätze aller drei Pfarreien wieder herausgeholt, restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden seien. Müsste dem Geistlichen ein Zeugnis ausgestellt werden, so würde er die Note Sehr gut erhalten.

Während der Kirchenchor ein Lied aus einem Franziskus-Singspiel zum Besten gab, wurde der Abschied reichlich stürmisch. In Windeseile wurde der Pfarrgarten geräumt und in den Gemeindestadel ausgewichen. Hier verabschiedeten sich auch die über 70 Ministranten offiziell und überreichten einen Wunschbaum.

Pfarrer Wolf zeigte sich gerührt von all den guten Worten und Wünschen. „Wer sich fragt: ‚Warum heult der heute nicht?’, dem kann ich sagen: Das habe ich schon lange hinter mir. Der Abschiedsschmerz begleitet mich schon seit Mitte Januar“, erklärte er. Die Pfarreiengemeinschaft liege strategisch günstig zwischen seiner neuen Wirkungsstätte Augsburg und seinem Heimatort Lauingen. „Wir bleiben in Verbindung, denn wir tragen mich ja nicht zu Grabe“, meinte er schmunzelnd.

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