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Wertingen

22.04.2015

Zum Jahr des Lichts: Diese Lichttechnologie stammt aus Wertingen

Die Wertinger Firma CLF Plants Climatics fertigt Pflanzenzuchtkammern für die Forschung.
Bild: CLF Plants

Sie sehen aus wie Kühlschränke - und erzeugen Klima, das wahlweise dem einer Polarregion oder eines Regenwaldes entspricht. Wie Lichttechnologie aus Wertingen der Forschung hilft.

Morgens wird es hell und abends dunkel. Das kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Derzeit erleben wir in der Region spektakuläre Sonnenuntergänge. Das Phänomen Licht ist ein Thema, das die Menschen bis heute stark bewegt. Licht wirkt auf den Biorhythmus von Menschen, Tieren und Pflanzen. Mit dem Sonnenlicht blühen wir jetzt wieder richtig auf. Was das Thema mit der Firma CLF PlantsClimatics zu tun hat? Aus Wertingen kommt modernste Lichttechnologie.

Mit den Geräten arbeiten Wissenschaftler weltweit, um die Wirkung des Lichts auf das Pflanzenwachstum zu erforschen. In der Schule lernt jedes Kind, wie der Pflanzenstoffwechsel funktioniert. Bei der Photosynthese wandeln die grünen Teile der Pflanze mittels Lichtenergie aufgenommene anorganische Stoffe in organische um. Für das Wachstum und die Gesundheit von Pflanzen ist allerdings nicht nur die Lichtintensität entscheidend, sagt Eva M. Fryars, die Geschäftsführerin von CLF: „Es kommt auch auf die Lichtfarben an. Für das Wachstum sind hauptsächlich die Farben Blau, Rot und Dunkelrot von Bedeutung.“

Module und Lichtbänke zur Annäherung an das Farbspektrum

Dem Farbenspektrum der Sonne so nahe wie möglich zu kommen, ist das Ziel der Produktion. So fertigen Elektriker und Energieanlagenbauer Module und Lichtbänke, ausgestattet unter anderem mit LED-Lampen in den Farben Blau, Blaugrün, Gelbgrün, Rot, Dunkelrot, UV und manchmal auch Gelb. Die Geräte sehen aus wie Kühlschränke. In ihnen kann dank einer ausgeklügelten Technik mit den Parametern Licht, Temperatur und Feuchtigkeit ein Klima erzeugt werden, das dem tropischen genauso wie dem arktischen entspricht. „Wir produzieren die Hardware für die Pflanze“, erklärt Fryars.

Fraunhofer Wissenschaftler beispielsweise erforschen damit Schneealgen. Diese sind an extreme Klimabedingungen bestens angepasst und vermehren sich üblicherweise auf nassen Schnee- und Gletscheroberflächen. Will man nun diese Algen einer praktischen Nutzung zuführen, müssen die komplexen Randbedingungen der Natur im Labor kopiert werden. In der Kosmetikbranche werden schon heute Inhaltsstoffe der Schneealgen industriell genutzt. Und es soll noch eine ganze Menge mehr in diesen winzigen Organismen stecken. Pflanzenbiologen erhoffen sich hier Quellen für gesunde Nahrungsergänzung zu erschließen.

„Green City“: Pflanzenzuchtkammer aus Wertingen

Auch in der Entomologie sind Klimageräte von großer Bedeutung. Mithilfe von Pflanzenzuchtkammern und begehbaren Klimaräumen können Wissenschaftler beispielsweise an Bienen, Kakerlaken und Fruchtfliegen forschen. „Unsere Kunden betreiben Grundlagenforschung in der Land- und Forstwirtschaft“, so Fryars. Dabei geht es um den Schutz von Pflanzen, um Ertragssteigerungen sowie um Nachhaltigkeit.

Christopher L. Fryars, der Gründer der Firma CLF, knüpft trotz Abgabe der Geschäfte an seine Tochter weiter Kontakte. Kürzlich hat er in Marokko nahe Casablanca einen Auftrag unterschrieben. Dort wird nun in der „Green City“ die erste Pflanzenzuchtkammer aus Wertingen gebaut. Ein Phosphathersteller will damit die Effektivität von Düngemitteln testen.

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