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Hallenfußball

04.01.2020

Damit der Ball rollt und die Wurst schmeckt...

Die Gesamtorganisation liegt in den Händen von Sportleiter Fritz Bühringer (rechts), der sich gerade mit dem Ballakrobaten Mike Niidas unterhält. Niidas tritt seit einigen Jahren beim UR-Cup auf.
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Die Gesamtorganisation liegt in den Händen von Sportleiter Fritz Bühringer (rechts), der sich gerade mit dem Ballakrobaten Mike Niidas unterhält. Niidas tritt seit einigen Jahren beim UR-Cup auf.

Ohne die vielen fleißigen Helfer im Hintergrund könnte der TSV Wertingen kein Turnier ausrichten. Für Sportleiter Fritz Bühringer sind die Tage zwischen Weihnachten und Dreikönig eine große Herausforderung

Das dritte große Hallenturnier innerhalb von elf Tagen geht am morgigen Sonntag bei der Endrunde um die erste Meisterschaft im Fußballkreis Donau in Wertingen über die Bühne (siehe eigenen Vorbericht auf Seite 26.). Zum dritten Mal heißt es da für den ausrichtenden TSV Wertingen alle Kräfte zu bündeln, um Spielern, vor allem aber den zahlreichen Besuchern einiges bieten zu können. Einer, der dabei besonders gefordert wird, ist Sportleiter Fritz Bühringer. Der 63-Jährige hat in den vergangenen neun Tagen dabei mehr Stunden in der Stadthalle als im eigenen Bett verbracht.

Angefangen mit dem Budenzauber hat in diesem Winter alles beim UR-Cup am 26. Dezember. Da bei diesem Turnier nach alten Hallenregeln, also auf große Tore und mit Rundumbande gespielt wurde, musste die Bande rechtzeitig aufgebaut und nach der Veranstaltung auch wieder in den Lagerräumen verstaut werden. „Das geht natürlich nicht alleine“, war Bühringer froh, dass er bei diesen Arbeiten Unterstützung von den aktiven Fußballern der ersten und zweiten Mannschaft sowie von den Alten Herren bekommen hat. Der Sportleiter ist an Spieltagen meistens der Erste, der die Halle aufsperrt und diese als Letzter verlässt. Schließlich müssen an so einem Turniertag nach der Siegerehrung die Kabinen, das Foyer und die Halle selbst aufgeräumt und gereinigt werden. Bühringer packt da stets selbst mit an, kümmert sich aber während der Spiele auch darum, dass Mannschaften sogenannte Leibchen bekommen, wenn der Gegner Trikots in der gleichen Farbe trägt.

Das Wichtigste für den TSV-Funktionär sind aber die Zuschauer, die es mit Speisen und Getränken zu versorgen gilt. „Bei uns gibt es alles frisch“, verrät Bühringer dass zum Beispiel jede von circa 500 Semmeln, bevor diese mit Wurst oder Käse belegt werden, als Teigling frisch aufgebacken werden. Was die hungrigen Fußballfans bei den Veranstaltungen in Wertingen besonders gerne verzehren, sind die leckeren Currywürste mit Pommes und natürlich die selbst gebackenen Kuchen. Wo kommen diese aber her? „Jeder unserer Spieler, der an einem Turniertag zum Einsatz kommt, hat den Auftrag, einen Kuchen mitzubringen“, berichtet Bühringer. Die meisten dieser Kuchen werden von den Müttern, den Frauen oder den Freundinnen der Spieler gebacken. „Zwischendurch war aber auch schon mal gekauftes Gebäck dabei“, zwinkert Bühringer mit den Augen. Dies sei aber doch eher die Ausnahme.

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Ob beim UR-Cup, beim Endrundenturnier um die Dillinger Landkreismeisterschaft im Futsal am vergangenen Sonntag oder bei der morgigen Finalrunde um den Titel im Fußballkreis Donau, zwischen 15 und 20 Helferinnen und Helfer benötigt Fritz Bühringer allemal, damit beim Verkauf und bei den übrigen Arbeiten alles klappt. Die notwendigen Leute zu finden, sei in den vergangenen Jahren jedoch immer schwieriger geworden. „Die Bereitschaft mitzuarbeiten, wird leider immer geringer“, klagt Bühringer. Er selbst sei bei solchen Events jedoch weiter hoch motiviert und kocht zum Beispiel literweise den Kaffee vor Turnierbeginn höchstpersönlich ab, um diesen dann in Thermoskannen abzufüllen.

Wer beim TSV Wertingen schon mal hinter die Kulissen geblickt hat, der muss feststellen, dass da besonders viel Manpower bei den Leuten der Turnierleitung dahintersteckt. Ob Zeitnehmer, Protokollführer, Techniker oder Hallensprecher – sie alle verrichten ihren Job nahezu professionell. Einen stellt Fritz Bühringer dabei besonders heraus: Werner Schilberz. Dieser habe dem Gesamten, in den vergangenen Jahren ein Know-how verliehen, das kaum noch zu überbieten sei. „Ihm haben wir alles zu verdanken“, unterstreicht Bühringer. Aus gesundheitlichen Gründen habe sich Schilberz nach dem diesjährigen UR-Cup aus der Turnierleitung zurückgezogen. Nun laufen die Fäden bei Thomas Roßmann zusammen.

Veranstaltungen wie ein Landkreis-Endrundenturnier zu organisieren und durchzuführen, sei natürlich ein großer Aufwand, weiß auch der Vorsitzende der SSV Dillingen, Christoph Nowak. Selbst hat sein Verein noch keine Finalrunde ausgetragen, dafür aber ein Vorrundenturnier oder als großes Highlight der vergangenen Jahre ein Kreisliga-Punktspiel, bei dem Ex-Nationaltorhüter Tim Wiese zwischen den Pfosten bei der SSV Dillingen stand. Damals strömten die Zuschauer in Massen ins Donaustadion. Ob sich Nowak, dessen Verein in diesem Jahr noch seinen 100. Geburtstag feiert, für die Endrunde 2021 bewirbt, lässt er noch offen. Wohlwissend, dass es ihm dann, – falls er den Zuschlag erhalten würde – wohl so wie dem Kollegen Bühringer ergehen würde: Den ganzen Tag und einige halbe Nächte für seinen Klub da zu sein.

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