Newsticker

Spahn: Corona-Tests bleiben kostenlos
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Lokalsport
  4. Nach dem Titelgewinn steht der Verein kopf

Fußball-Rückblick

24.07.2020

Nach dem Titelgewinn steht der Verein kopf

Sofort nach dem Schlusspfiff in Donaualtheim spielte die Blaskapelle Zusamaltheim dem frischgebackenen A-Klassenmeister ein Ständchen.
5 Bilder
Sofort nach dem Schlusspfiff in Donaualtheim spielte die Blaskapelle Zusamaltheim dem frischgebackenen A-Klassenmeister ein Ständchen.

Der VfL Zusamaltheim wird in der Saison 2006/2007 durch einen 5:1-Erfolg beim SV Donaualtheim Meister der A-Klasse West III. Dabei glänzt der Vorsitzende mit einer turnerischen Einlage. Die Blaskapelle aus dem Dorf als Fangruppe vor Ort

Als die Musikkapelle Zusamaltheim wenige Minuten nach dem Schlusspfiff den Ohrwurm „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ intonierte, da war die Glückseligkeit bei Spielern, Betreuern, Funktionären und Fans des VfL Zusamaltheim vollkommen. Durch einen vorausgegangenen 5:1-Sieg am drittletzten Spieltag in der Fußball-A-Klasse West III beim SV Donaualtheim sicherten sich die Kicker aus dem Zusamtal vorzeitig den Titel und den damit verbundenen Aufstieg in die Kreisklasse Donau. Bereits Mitte der zweiten Halbzeit waren die Zusamaltheimer Musikanten an jenem 20. Mai vor 13 Jahren von einem Fest aus der näheren Umgebung extra nach Donaualtheim angereist, um sich beim vorentscheidenden Match der VfL-Kicker als Dorfeinheit zu präsentieren. „Die haben eine unglaubliche Stimmung erzeugt“, erinnert sich der damalige Vorsitzende Karl Binswanger. Bei ihm selbst hielt die gute Laune noch viele Tage lang an. Bei der offiziellen Aufstiegsfeier auf dem heimischen Sportgelände stand Binswanger bei einer turnerischen Einlage noch immer kopf.

Fest die Daumen gedrückt hat den VfL-Kickern beim Spiel in Donaualtheim auch der damalige Bürgermeister Wolfgang Grob. Mit Erfolg. Nach 25 ausgeglichenen Anfangsminuten eröffnete Harald Knöferl mit dem Treffer zum 0:1 den Torreigen. Der 38-Jährige vertrat in diesem Spiel den im Urlaub weilenden Goalgetter Rainer Langenmaier (24 Saisontreffer) mit Erfolg. Auch Treffer Nummer vier und fünf der Gäste gingen auf das Konto von Knöferl, die beiden anderen Tore zum auch in der Höhe verdienten Erfolg steuerte Christoph Rupprecht bei. Dass nach einer 3:1-Pausenführung die Hausherren im zweiten Abschnitt nicht mehr zulegen konnten, lag auch an der Hinausstellung von Jürgen Schleehuber in der 40. Minute. „Diese Rote Karte hat es uns natürlich leichter gemacht“, blickt der damalige Spielertrainer Thomas Gärtner zurück. Der heute 49-Jährige zählte in der Saison 2006/2007 gemeinsam mit Roland Reiter (36), Ralf Gumpp (35) und dem bereits erwähnten Harald Knöferl (38) zu den Routiniers im Team. Der heutige Abteilungsleiter Arjan Plooij sowie Kapitän Martin Hüttmann und Andreas Doktor gehörten eher der jungen Gilde an. „Die Mischung aus Jung und Alt hat uns damals so stark gemacht“, blickt Karl Binswanger zurück und erhält dabei volle Zustimmung von Harald Knöferl: „Ja, das war so!“

Aber auch an einige besondere Rituale in dieser Meistersaison erinnern sich die ehemaligen Aufstiegshelden. Vor allem an das gemeinsame Singen der FC-Liverpool-Hymne „You’ll never walk alone“ unmittelbar vor jedem Spiel in der Kabine. „Singen konnten wir zwar nicht, doch es ist von Woche zu Woche besser geworden“, schmunzelt Thomas Gärtner. Vorsänger sei Roland Reiter gewesen, der den Text des Liedes auf einer großen Tafel mit Übersetzung an die Wand hängte. „Damit jeder wusste, was er eigentlich von sich gibt“, ergänzt der Angesprochene und damalige Abwehrchef. Auch der Aberglaube hat bei Roland Reiter und dem VfL damals eine große Rolle gespielt. Obwohl das Thermometer beim Spiel in Donaualtheim fast frühsommerliche 30 Grad angezeigt habe, ist man in langärmligen Trikots aufgelaufen. „Diese waren unsere Glücksbringer“, verrät Reiter.

Nach dem Titelgewinn steht der Verein kopf

Der Start in die Meistersaison verlief für den VfL alles andere als vielversprechend. Mit einer 1:5-Niederlage beim FC Unterbechingen ging es los. Etwas zu überheblich sei man ins Spiel gegangen, gesteht im Rückblick Thomas Gärtner. Doch schon am zweiten Spieltag war diese Schlappe ausgebügelt, als auf heimischem Gelände der Lokalrivale SV Roggden mit 6:2 besiegt wurde. Dass das Spieljahr 2006/2007 ein gutes werden könnte, deutete sich bereits in der Rückrunde der Vorsaison an. Thomas Gärtner war vom Bezirksligisten FC Lauingen gekommen, zuvor kickte der neue VfL-Spielertrainer wie auch Roland Reiter einige Jahre beim SC Altenmünster in der gleichen Liga. Und auch Ralf Gumpp hatte beim TSV Wertingen bereits Bezirksliga-Luft geschnuppert.

Als größter Rivale im Titelkampf entpuppte sich für die Zusamaltheimer vor 13 Jahren der TSV Mödingen-Bergheim. Bei einer Niederlage in Donaualtheim und einem gleichzeitigen Sieg der Mödinger in Mörslingen hätte der Vorsprung am drittletzten Spieltag auf drei Punkte zusammenschmelzen können. Doch es kam bekanntlich anders: Der VfL siegte 5:1, das gleichzeitige 0:0 des Verfolgers interessierte im VfL-Lager niemanden mehr. Nach der triumphalen Heimfahrt im Autokorso über Binswangen und Roggden wurde auf dem eigenen Sportgelände ausgiebig gefeiert. Sponsor Anton Wagner sorgte dafür, dass ausreichend Essen und Trinken vorhanden war, und die Musiker packten nochmals unter Leitung von Dirigent Peter Wagner die Instrumente aus. Und wer weiß, vielleicht wiederholen sich ja die Ereignisse von damals im kommenden Frühjahr, wenn die unterbrochene Saison 2019/2020 trotz Corona ein Ende finden sollte? Als aktueller Tabellenführer rechnen sich die Zusamaltheimer durchaus Chancen aus, wieder mal in die Kreisklasse aufsteigen zu können.

Donaualtheim – Zusamaltheim 1:5

VfL Zusamaltheim: Thomas Schnetzer, Ralf Gumpp, Stefan Langenmaier, Bernd Langenmaier (46. Karl Mayerföls), Roland Reiter, Thomas Gärtner, Arjan Plooij, Andreas Doktor, Martin Hüttmann, Christoph Rupprecht (68. Rene Gollmitzer), Harald Knöferl (78. Markus Langenmaier)

Tore: 0:1 Knöferl (28.), 0:2 Rupprecht (35.), 0:3 Rupprecht (42.), 1:3 Shimmels (52.), 1:4 Knöferl (65.), 1:5 Knöferl (74.) –

Rote Karte: Schleehuber (Donaualtheim/ 40.) – Zuschauer: 150

Das Coronavirus hat den Fußballsport in den Amateurklassen lahmgelegt. Was vorerst bleibt für die Fans, sind Erinnerungen an unvergessliche Begegnungen. Nicht nur auf internationaler und nationaler Ebene, sondern auch im lokalen Raum. In dieser Serie blicken wir auf herausragende Partien von regionalen Teams zurück. Heute auf den VfL Zusamaltheim.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren