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Augsburg
18.08.2018

Was die Fusion von Manroland mit Goss für die Jobs bedeutet

Manroland - hier ein Luftbild des Werks in Augsburg - schließt sich mit Goss zusammen.
Foto: Ulrich Wagner (Archiv)

Manroland und das US-Unternehmen Goss haben ihre Fusion abgeschlossen. Für die Arbeitsplätze in Augsburg gibt es dabei eine besondere Garantie.

Der Augsburger Druckmaschinen-Hersteller Manroland fusioniert mit dem US-Unternehmen Goss. Was aber bedeutet das für die Arbeitsplätze in Augsburg? Bei der Gewerkschaft IG Metall beurteilt man das Gemeinschaftsunternehmen positiv: „Aus unserer Sicht ist es der richtige Weg“, sagte Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek unserer Redaktion. Der Druckmaschinen-Markt sei weltweit rückläufig. Nun gebe es die Chance, die Produktion und das Servicegeschäft in Augsburg besser auszulasten.

„Wir haben Zeit für Manroland gewonnen“, sagt Leppek deshalb. „Diese Zeit muss genutzt werden, um die Hausaufgaben zu machen und alternative Produkte zu entwickeln“, betont er.

In Augsburg gilt eine Beschäftigungsgarantie bis 2023

Für die Stellen in Augsburg ist der Deal damit anscheinend eine gute Nachricht: Sowohl IG-Metall-Vertreter Leppek als auch Daniel Raffler, Mitglied der Geschäftsleitung bei manroland web systems, berichten, dass für die Beschäftigten in Augsburg eine Standort- und Beschäftigungsgarantie abgeschlossen worden ist. Diese gelte bis Mitte des Jahres 2023. „Ich gehe davon aus, dass die Arbeitsplätze bei Manroland in Augsburg in den nächsten Jahren sicherer werden“, sagt deshalb Leppek.

Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek: „Aus unserer Sicht ist es der richtige Weg.“
Foto: Berthold Veh

Derzeit hat manroland web systems in Augsburg rund 700 Beschäftigte, dazu kommen rund 140 weltweit im Vertrieb. Goss habe rund 400 Mitarbeiter in Durham, New Hampshire. Das gemeinsame Unternehmen soll damit mehr als 1000 Mitarbeiter haben.

In Augsburg beschäftigt ein anderer Teil von Manroland – die kürzlich ausgegliederte manroland web produktionsgesellschaft – weitere 270 Personen. Diese ist nicht Bestandteil der Fusion und bleibt komplett bei der Possehl-Gruppe – gleiches gilt für eine Immobiliengesellschaft mit rund 25 Beschäftigten.

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Alexander Wassermann führt „manroland Goss web Systems“

Die Pläne für den Zusammenschluss gibt es seit dem Frühjahr. Am Freitag haben beide Firmen jetzt bekannt gegeben, dass sie die Fusion abgeschlossen haben. Das neue Unternehmen werde unter dem Namen „manroland Goss web systems“ firmieren. Der Hauptsitz soll Augsburg bleiben. Der bisherige Manroland-Geschäftsführer Alexander Wassermann wird auch Chef des neuen Unternehmens.

Beteiligt bleiben beide bisherigen Eigentümer, berichtet Manroland-Vertreter Raffler. Die Lübecker Possehl-Gruppe wird als Eigentümer von manroland web systems 51 Prozent an der Firma halten, der US-Investor American Industrial Partners mit Sitz in New York übernimmt als Eigentümer von Goss die restlichen 49 Prozent.

Das Gemeinschaftsunternehmen ist auf mindestens drei Jahre angelegt, berichtet Raffler. „Für Augsburg ist dies ein gutes Ergebnis“, sagt er. Der Markt für Druckmaschinen ist angespannt. Manroland hatte sich von der Insolvenz im Jahr 2011 erholen müssen. Nun hat man Chancen, auch bisherige Goss-Kunden mit den gemeinsamen Dienstleistungen zu versorgen. Manroland setzt heute neben dem Bau neuer Maschinen und der Nachrüstung bestehende Anlagen stark auf das Service-Geschäft. Das Unternehmen hat aber auch eine neue Verpackungsdruckmaschine entwickelt.

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