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Auto
27.11.2021

AdBlue könnte knapp werden - was bedeutet das für Diesel-Fahrer?

Der Zusatzstoff zur Abgasreinigung ist knapp geworden.
Foto: Swen Pförtner, dpa

Wer einen Diesel fährt, ist oft auf das Abgasreinigungsmittel angewiesen. Nun aber wurde die Produktion des dafür notwendigen Ammoniak gedrosselt.

Vielen Dieselfahrern ist der Vorgang vertraut. Ab und an muss – neben dem Kraftstoff – auch AdBlue nachgefüllt werden. Bei weitem nicht so oft wie der Sprit, aber wenn der Tank für das Abgasreinigungsmittel leer ist, springt der Wagen nicht mehr an. Was zum Problem für Millionen Dieselfahrer in Deutschland werden könnte, denn: AdBlue ist gefragt.

Rohstoffmangel und dessen Folgen sind hierzulande inzwischen so vertraut wie die extrem hohen Spritpreise. Henrik Meincke, Chefvolkswirt des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) erklärt auf Anfrage unserer Redaktion die Gründe für die AdBlue- Problematik so: Weil sich die Preise für Erdgas in Europa seit Jahresbeginn „verdreifacht“ haben, hätten einige europäische Ammoniak-Produzenten, die Erdgas als Rohstoff benötigen, ihre Produktion gedrosselt. Von Ammoniak braucht die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland sehr viel. Und zwar jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen. Ammoniak ist eine Grundchemikalie, aus der weitere Produkte gewonnen werden. So wird es zum Beispiel zur Herstellung von Dünge- und Lösungsmitteln sowie von medizinischen Produkten verwendet. Und nur ein kleiner Teil davon fließt über die Harnstoffsynthese in die AdBlue-Produktion.

Meincke sagt: „Wie genau sich die Drosselung der Ammoniakproduktion auf die Verfügbarkeit und die Preise von AdBlue auswirkt, lässt sich nur schwer abschätzen. Allerdings ist ein Preisanstieg nicht unwahrscheinlich, weil Harnstoff als wichtigster Rohstoff für die Herstellung von AdBlue aus Ammoniak gewonnen wird.“ Laut amtlicher Statistik habe sich der Harnstoff über das Jahr um 50 Prozent verteuert. Zuletzt habe es ähnlich hohe Harnstoffpreise vor rund zehn Jahren gegeben. Und perspektivisch geht der VCI davon aus, dass das AdBlue-Kostenproblem wegen der hohen Gaspreise erst nach dem Winter behoben sein wird.

Wirtschaftsverand Fuels und Energie: Versorgungslage "sehr angespannt"

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie teilt mit, dass die Versorgungslage bei AdBlue „sehr angespannt“ sei. Eine einhundertprozentige Liefergarantie könne die Mineralölwirtschaft nicht abgeben, weil sie AdBlue nicht produziere. Man habe aber Vorkehrungen getroffen, um die Lieferungen nach Möglichkeit aufrechtzuerhalten, heißt es auf Anfrage.

Auch beim ADAC rechnet man damit, dass AdBlue knapp und auch teurer werden könnte. Der Autoclub fordert, dass die Industrie auch bei hohen Gaspreisen eine Versorgung sicherstellt.

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Betroffen wären nach Angaben eines ADAC-Sprechers bis zu fünf Millionen Autos, vor allem die mit der Abgasnorm Euro 6. Der ADAC rät aber von Vorratskäufen ab. Eine Lagerung sei schwierig, da AdBlue schnell verderben könne. Außerdem müssten die meisten Autofahrer das Mittel nur ein- bis zweimal im Jahr nachfüllen.

Auch der Schwerverkehr vom AdBlue-Problem betroffen?

Das AdBlue-Problem haben aber natürlich nicht nur Autofahrer, sondern – im Fall des Falles – massiv der Schwerverkehr.

Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), sagte unserer Redaktion: „Wir haben schon vor sechs Wochen Alarm geschlagen.“ Inzwischen sei das Problem in der Politik erkannt worden. Zudem habe sich sein Verband vom größten AdBlue-Hersteller eine Notfalllieferung organisiert. Werden Pakete zu Weihnachten nicht rechtzeitig ankommen, weil die Lastwagenfahrer nicht mehr starten können? Engelhard sagt: „Im Augenblick nicht.“

Für seine Branche ist ein anderes Problem viel größer. Auch das ist bekannt: 2021 fehlen in Deutschland bis zu 80.000 Kraftfahrer. Und es fehlen künftig immer mehr. Engelhardt warnt: „Wir haben, wenn wir den Fahrermangel nicht in den Griff kriegen, in zwei bis drei Jahren englische Verhältnisse.“

Wenn niemand mehr am Lastwagensteuer sitzen will, ist es egal, ob im Tank genügend AdBlue ist.

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Die Diskussion ist geschlossen.

28.11.2021

Die Auswirkungen des Adblue Mangels werden sich in Grenzen halten, die meisten LKWs fahren mutmaßlich sowieso mit einem Adblue Simulator. Und die Kontrollen werden nur Einzelfälle bleiben.

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27.11.2021

nun Grüne Wähler mit den großen SUV mit was betankt ihr dann eure Teuren Diesel ? Ob der Grüne Finanzminister dann für euch die Steuern senkt ?? Diesel soll ja 20 Cent teurer werden ,lach , aber im Notbetrieb laufen die Karren dann ja auch nur noch 50 das spart viel Sprit

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