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Bargeldloses Zahlen
17.08.2020

Kartenzahlung statt Bargeld kann teuer werden

Gebühren für Kartenzahlungen fielen Kunden vor der Corona-Krise kaum auf, weil viele Menschen bar bezahlten.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Für viele Bankkunden heißt es inzwischen: Kostenlos war gestern. Die Gebühren für bestimmte Serviceleistungen steigen. Manche Kosten fallen erst in der Corona-Krise auf.

Bargeldlos im Supermarkt oder Restaurant zu bezahlen, hat in der Corona-Krise an Bedeutung geworden. Doch das kann ins Geld gehen, wie Stiftung Warentest in der aktuellen "Finanztest" berichtet. Bei einer Auswertung von 294 Kontomodellen von 125 Kreditinstituten in Deutschland wurden 55 Modelle gefunden, bei denen für jedes Bezahlen mit der Girocard (EC-Karte) Gebühren fällig werden. "Diese Gebühren gab es bereits schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Sie fielen jedoch kaum auf, weil viele Menschen bar bezahlten", sagt "Finanztest"-Expertin Heike Nicodemus.

Trend zu höheren Gebühren bei Serviceleistungen besteht seit Jahren

Die Corona-Krise hat dem Bezahlen per Karte Studien zufolge einen Schub gegeben. So gaben beispielsweise bei einer Anfang Juli veröffentlichten YouGov-Befragung 35 Prozent der Verbraucher an, zum Schutz vor möglichen Ansteckungen seit Beginn der Pandemie in Geschäften seltener bar zu zahlen. Wegen der Pandemie bieten Handelsketten, Restaurants und Geschäfte verstärkt Kartenzahlungen anstelle von Bargeld an.

"Grundsätzlich stellen wir seit Jahren einen Trend zu mehr und zunehmend höheren Gebühren für Serviceleistungen fest", sagte Nicodemus der Deutschen Presse-Agentur. "Der Extra-Service kann teuer werden. Die Banken wollen, dass die Kunden möglichst viel selber machen." Die Tester werteten 294 Kontomodelle von 125 Kreditinstituten in Deutschland aus. Darunter alle bundesweiten Finanzhäuser sowie Direkt- und Kirchenbanken, alle Sparda- und PSD-Banken sowie die größten Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbank je Bundesland.

Niedrigzinsen und Kosten für strengere Regulierung setzen die Finanzhäuser unter Druck. Parken Banken Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB), müssen sie zudem 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen. Auch wenn es inzwischen Freibeträge für bestimmte Summen gibt, klagt die Branche über eine Milliardenbelastung. Die Kreditinstitute treten daher auf die Kostenbremse. So sinkt die Zahl der Filialen seit Jahren. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank verringerte sich ihre Zahl allein im vergangenen Jahr um 1220 oder 4,4 Prozent auf 26 667 Zweigstellen.

Größte Chancen auf ein kostenloses Girokonto gibt es online

Zugleich drehen die Institute an der Gebührenschraube. Oft sind es Papierüberweisungen, Anrufe beim Telefonservice oder das Geldabheben an einem Automaten, der nicht zum Pool der Kundenbank gehört. Bis zu 5 Euro verlangen manche der ausgewerteten Geldhäuser den Angaben zufolge für eine Papierüberweisung. Geldabheben am Automaten einer fremden Bank kann bis zu 6 Euro kosten.

Die größten Chancen auf ein kostenloses Girokonto bestehen bei online geführten Versionen. Die Tester fanden aktuell 20 online geführte Gehaltskonten, die ohne weitere Bedingungen kostenlos sind. Allerdings kommt bei den meisten noch eine Jahresgebühr für die Kreditkarte hinzu. Serviceleistungen wie Anrufe beim Telefonservice oder Überweisungen auf Papier kosten auch hier in der Regel extra.

Expertin rät: Verbraucher sollen jährliche Entgeltaufstellung genau überprüfen

Als kostenlos definiert Stiftung Warentest: Keine Grundgebühr, keine Gebühr für den Kontoauszug, bei Buchungen, für die Girocard und beim Geldabheben am Automaten im eigenen Bankenpool sowie keine Bedingungen wie regelmäßiger Geld- und Gehaltseingang in einer bestimmten Höhe.

"Neben den kostenlosen 20 Girokonten haben wir 71 Kontenmodelle gefunden, die bis zu 60 Euro im Jahr kosten", sagte Nicodemus. "Diese Summe ist aus unserer Sicht in Ordnung. Es muss nicht immer kostenlos sein, schließlich steht eine Leistung dahinter."

Jeder Verbraucher müsse entscheiden, welches Kontomodell für ihn passe. "Nicht jeder hat Zugang zum Internet und nicht jeder möchte Onlinebanking machen." Verbraucher sollten auf jeden Fall die jährliche Entgeltaufstellung genau überprüfen. "Dort können sie erkennen, was die Kosten nach oben treibt", empfiehlt die "Finanztest"-Expertin. (Von Friederike Marx, dpa)

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Die Diskussion ist geschlossen.

19.08.2020

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Kartenzahlung kann nicht nur (je nach Geldinstitut und Kontomodell)
teuer werden, sondern bläht auch die Kontoauszüge unangemessen
auf (jeweils ein Vierzeiler je Buchung für 3,29 Euro beim Bäcker).
Schon deshalb lasse ich das seit Langem sein.

Ein Aspekt bei der Kartenzahlung ist m.E. nicht ausreichend
geklärt, nämlich:

Wenn schon der Euro ist gesetzliches Zahlungsmittel ist, kann
dann ein Händler wirklich auf Kartenzahlung bestehen, wie in
einem ganz normal als Redaktionsbeitrag erscheinenden Artikel
(mit klitzekleinem Randvermerk "Anzeige" rechts oben - und wohl
deshalb nicht kommentierbar) vom 29.07.2020 "Dürfen Händler auf
Kartenzahlung bestehen?" vom Handelsverband Deutschland
vorgebracht wird?

Die AA klönnte hier doch zur Klärung beitragen, wo Karten-
zahlung doch derzeit in Publikationen so "in" ist.
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