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28.09.2020

Beate Sander ist tot: Die "Börsen-Oma" ist ihrem Krebsleiden erlegen

Beate Sander, auch bekannt als "Börsen-Oma", ist am 28. September im Alter von 82 Jahren gestorben.
Bild: Alexander Kaya (Archiv)

Plus Sie erlangte deutschlandweit als "Börsen-Oma" Berühmtheit. Im Alter von 82 Jahren ist die Ulmerin Beate Sander nun gestorben. Sie hinterlässt Millionenwerte.

Am Ende schien sich Beate Sander noch für ihre Krankheit zu entschuldigen: „Liebe Kursteilnehmer, es ist mir nicht möglich, die beiden letzten Kursabende zu halten; denn die bösartigen Tumore haben sich in die Knochen eingefressen, sodass ich jetzt zusätzlich unter Knochenbrüchen leide.“ Ihr bleibe nur noch wenig Lebenszeit. „Da möchte ich das Nebenwertebuch noch fertig bekommen“, schrieb sie den Teilnehmern eines ihrer Aktien-Seminare. Wenige Tage später ist die bundesweit bekannte „Börsen-Oma“ jetzt im Alter von 82 Jahren gestorben. Die Münchner Verlagsgruppe, bei der Beate Sander mehrere Bücher veröffentlicht hatte, bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass die "'Börsen-Oma" am 28. September ihrem Krebsleiden erlag.

Wie die Ulmerin kurz vor ihren Tod in einem Interview sagte, hatte ihr Depot im August einen Höchststand von 2,7 Millionen Euro erreicht. Sander arbeitete bis zu ihrer Pensionierung Vollzeit an der Realschule im Neu-Ulmer Stadtteil Pfuhl und startete erst spät in ihrem Leben mit dem Aktienhandel – und zwar im Vorfeld der „Volksaktie“ der Telekom, die 1996 in den Handel kam. Sander rief eine Börsen-AG an der Schule ins Leben, schrieb erste Lehrpläne und Schulbücher zu dem Thema und stieg selber - das 60. Lebensjahr war überschritten - in den Handel ein.

"Börsen-Oma" Beate Sander ist tot: Als Rentnerin wurde sie zur Millionärin

Aus ihrem Startkapital von 30.000 Euro wurde diese Millionensumme. Für Luxus hatte Beate Sander nie etwas übrig. Bis zuletzt lebte sie in ihrem Reihenhaus in Ulm-Böfingen aus dem Jahr 1964/65. Die Einrichtung - mal abgesehen von der neuen Leder-Couchgarnitur - war auch nicht viel jünger. An der Börse zu spekulieren war für Sander wie ein Spiel gegen das Älterwerden.

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„Ich könnte auch ständig Kreuzfahrten machen oder mir Schmuck kaufen“, sagte Beate Sander vor anderthalb Jahren gegenüber unserer Redaktion. „Doch das bedeutet mir nichts. Konsum und Mode interessieren mich wenig.“ Selbst ihr altes Ehebett aus den 60ern hatte die geschiedene Sander noch. Ganz pragmatisch aber nur ihre Hälfte, die sie noch braucht. Statt Geld für Reisen oder Möbel auszugeben, unterstützte sie lieber ihre nun trauernden Kinder und fünf Enkel.

Beate Sander im Alter von 82 Jahren gestorben - bis zuletzt pflegte sie ihr "Hobby" Aktien

Ihren Tod überdauern wird Sanders ganz offensichtlich erfolgreiche "Hoch/Tief-Mut"-Aktienstrategie: „Breit gestreut, nie bereut.“ 1000 bis 1500 Euro gab sie immer für die Titel aus unterschiedlichsten Branchen aus. Im Durchschnitt schaffte sie jährlich über 15 Prozent Buchgewinn - und zwar nach Steuern und Transaktionsgebühren. Um an der Börse Erfolg zu haben, müsse man diszipliniert, geduldig und zuverlässig sein, dürfe nicht dem Herdentrieb verfallen und bei einem Crash alles verkaufen. Über 50 Bücher hatte Sander im Laufe der Jahre geschrieben: Der absolute Besteller ist „Der Aktien- und Börsenführerschein: Aktien statt Sparbuch - die Lizenz zum Geldanlegen“. Auch ihre persönliche Bilanz fällt gut aus, wie Sander einst betonte. „Ich hatte ein erfülltes Leben“, sagte sie bereits vor ihrer Erkrankung. Eine Frau, die ihr „Hobby“ bis zuletzt pflegte.

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Bild: Chris Pizzello/A-PIZZELLO/AP/dpa

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