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13.12.2018

Bram Schot darf Audi-Chef bleiben

Wird regulärer Audi-Chef: Der 57-jährige Bram Schot.
Bild: Armin Weigel, dpa

Nach dem Ausscheiden von Rupert Stadler galt er als Übergangslösung. Nun kann der Niederländer das Unternehmen länger führen. Ingolstadt bekommt zudem eine Batterie-Fertigung

Eigentlich war eine Entscheidung für kommende Woche erwartet worden. Doch offensichtlich wollte der Audi-Aufsichtsrat Vollzug melden, bevor am Mittwoch die vierte, reguläre Betriebsversammlung in Halle B des Ingolstädter Audi-Stammwerks begann. Und so teilte der Konzern am Mittag mit, was eigentlich schon Ende November hätte beschlossen werden sollen: Bram Schot wird zum 1. Januar 2019 zum Vorstandsvorsitzenden der VW-Tochter Audi berufen. Schot wird zugleich Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, wo der 57-Jährige den Konzern-Vertrieb verantwortet. Der Niederländer steht seit Juni 2018 als kommissarischer Vorstandschef an der Spitze von Audi. Sein bisheriges Audi-Vorstandsressort für Vertrieb und Marketing wird Schot ab 1. Januar zudem kommissarisch führen, bis ein Nachfolger für den Posten gefunden ist.

Der Audi-Aufsichtsratsvorsitzende und VW-Chef, Herbert Diess, sagte: „Mit der Neubesetzung der Vorstandsspitze haben wir wichtige Weichen für die zukunftsfähige Ausrichtung von Audi gestellt.“ Als kommissarischer Vorstandschef habe Schot in den vergangenen Monaten bereits „überzeugende Arbeit“ geleistet. Er treibe den Kulturwandel voran und stelle sich den Herausforderungen „mit Bravour.“

Der stellvertretende Audi-Aufsichtsratsvorsitzende und Gesamtbetriebsratsvorsitzende, Peter Mosch, sagte: „Die Audi-Belegschaft will klare Verhältnisse an der Unternehmensspitze. Deshalb setzten wir Arbeitnehmervertreter uns dafür ein, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen.“ In seiner Interimszeit habe Schot bereits gezeigt, dass er „unserem geforderten und eingeleiteten Neustart viel Schwung verleihen kann“. Vor den rund 8000 Audianern formulierte Mosch während der Betriebsversammlung auch gleich die Erwartungshaltung an den neuen Chef: Mit einer neuen Strategie müsse der „die Audi-Position im Volkswagen Konzern als Technologieschmiede stärken, die Produktion unserer Heimatstandorte auslasten und vor allem ein klares Bekenntnis abgeben, mit allen Audianern in die Zukunft zu gehen“.

Bram Schot darf Audi-Chef bleiben

Eigentlich hätte Schot bereits Ende November vom Aufsichtsrat zum ordentlichen Vorstandsvorsitzenden bestellt werden sollen. Die Entscheidung darüber war allerdings vertagt worden. Wie nach der damaligen Aufsichtsratssitzung aus Konzernkreisen zu vernehmen gewesen war, seien noch ein paar Formalien zu klären gewesen. Als eigentlicher Favorit von VW-Chef Diess für die Stadler-Nachfolge hatte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann gegolten. Der war von VW abgeworben worden, ist aber vertraglich noch gebunden.

Schot ist seit 2017 bei Audi und hat dort einen rasanten Aufstieg hingelegt: Er war dieses Jahr kurz nach der Verhaftung des langjährigen Audi-Chefs Rupert Stadler zum Interims-Chef der Volkswagen-Tochter ernannt worden. Auch Schot sprach auf der Betriebsversammlung. Er sagte, dass die Herausforderungen nicht kleiner, sondern größer würden. Die Marke müsse geschärft, neue Benchmarks gesetzt, der Kulturwandel forciert, der Kernmarkt China gestärkt und maßgebliche Zukunftstechnologien vorangetrieben werden. „Wir müssen die Dinge gemeinsam ändern – jetzt“, sagte Schot.

Wie groß die Herausforderungen sind, wurde am Dienstag erneut deutlich: Im November hat Audi deutlich weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahresmonat. Wegen der Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP sowie Modellwechseln sank der Absatz weltweit um 16,7 Prozent auf 132650 Wagen. In den ersten elf Monaten des Jahres sanken die Auslieferungen insgesamt um 2,4 Prozent auf rund 1,66 Millionen Autos.

Wie Betriebsratschef Mosch auf der Betriebsversammlung ankündigte, wird in Ingolstadt eine Audi-Batteriemontage aufgebaut. Das hatten die Arbeitnehmervertreter gefordert, um „weitere Kompetenzen für Zukunftstechnologien“ aufzubauen. (mit dpa)

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