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Bilanz 2016

05.02.2017

Commerzbank: Kein Milliardengewinn - aber schwarze Zahlen

An ihrem dichten Filialnetz mit etwa 1000 Standorten will die Commerzbank im Gegensatz zur Konkurrenz weiterhin keine Abstriche machen.
Bild: Boris Roessler (dpa)

Zum Abtritt von Konzernchef Blessing war bei der Commerzbank die Euphorie groß: Milliardengewinn und Dividende. Nachfolger Zielke verordnete eine Schrumpfkur. Nun die erste Bilanz.

Von einem Milliardengewinn für 2016 spricht bei der schrumpfenden Commerzbank schon lange keiner mehr. Doch zuletzt zeigte sich der Vorstand wieder zuversichtlicher, zumindest deutlich schwarze Zahlen präsentieren zu können. "Wir erwarten netto einen dreistelligen Millionengewinn", hatte Finanzvorstand Stephan Engels Anfang November gesagt. An diesem Donnerstag (9.2.) veröffentlicht der teilverstaatlichte Frankfurter Dax-Konzern die Zahlen für das abgelaufene Jahr.

Analysten rechnen im Schnitt mit 249 Millionen Euro Überschuss. Operativ dürften sich demnach die beiden Segmente Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden in etwa gleich gut geschlagen haben. Die Neuaufstellung der Segmente ist ein Kernpunkt der neuen Strategie des seit Mai amtierenden Vorstandschefs Martin Zielke.

Die Commerzbank präsentiert sich heute als Bank klassischer Art mit Fokus aufs Einlagen- und Kreditgeschäft. Der Rivale Deutsche Bank hat dagegen auch ein starkes Investmentbanking und Kapitalmarktgeschäft - dessen Altlasten dem heimischen Branchenprimus im vergangenen Jahr aber auch den zweiten Jahresverlust in Folge einbrockten: Unter dem Strich betrug das Minus bei der Deutschen Bank 1,4 Milliarden Euro.

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Die Commerzbank indes dürfte auch von der branchenweiten Einigung im Streit um Altlasten der einstigen österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria profitiert haben - Stichwort: Heta. Als Heta-Gläubigerin rechnete das Institut für das vierte Quartal mit 140 Millionen Euro Sonderbeitrag.

Erster Milliardengewinn seit fünf Jahren unter Blessing

Der langjährige Privatkundenchef Zielke hatte Martin Blessing beerbt, der sich nach acht Jahren an der Konzernspitze mit dem ersten Milliardengewinn seit fünf Jahren verabschiedet hatte. Ursprünglich wollte der Vorstand diese Marke im laufenden Jahr wieder erreichen, doch das Management kassierte dieses Ziel schon kurz nach Blessings Abgang - wegen des anhaltenden Zinstiefs und des Konzernumbaus.

Denn der Umbau ist unter anderem verbunden mit der Streichung von 9600 der zuletzt gut 45 000 Vollzeitstellen bis zum Jahr 2020. Zugleich will die Bank 2300 neue Arbeitsplätze in Einheiten im In- und Ausland schaffen.

An ihrem dichten Filialnetz mit etwa 1000 Standorten will die Commerzbank im Gegensatz zur Konkurrenz weiterhin keine Abstriche machen. Privatkundenvorstand Michael Mandel zeigte sich im Dezember zuversichtlich, dass die Bank bis Ende 2017 weitere 500 000 Kunden zusätzlich werben wird: "Damit hätten wir dann die 12,5 Millionen-Marke in Deutschland erreicht." In den vergangenen vier Jahren gewann die Commerzbank eine Million zusätzliche Privatkunden. Bis 2020 sollen weitere zwei Millionen hinzukommen.

Die Anteilseigner, zu denen der Bund als Großaktionär mit gut 15 Prozent zählt, müssen sich nach der Mini-Dividende für 2015 - der ersten seit der Finanzkrise 2007 - wieder auf maue Zeiten einstellen: Für die Jahre 2016 bis einschließlich 2018 soll es nach bisheriger Planung keine Gewinnausschüttung geben. dpa

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