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Sommerhitze 2018

31.07.2018

Das sind die Gewinner und die Verlierer des Sommers

Die Brauer freuen sich über den heißen Sommer - genauso wie viele andere Getränkehersteller. Die Landwirte dagegen haben mit den heißen Temperaturen zu kämpfen.
Bild: Lino Mirgeler, dpa

Von Sonnencreme-Herstellern bis Eisdielen und Ventilatoren: Bei Hitze gibt es Profiteure - aber auch Verlierer. Die Gluthitze trifft vor allem Landwirte schwer.

Hochsommerliche Temperaturen lassen die Deutschen nicht nur schwitzen, sondern auch Grill und Badeanzug rauskramen. In vielen Baumärkten hat längst der Ansturm auf Waren eingesetzt, die Abkühlung verschaffen. Auf der anderen Seite leidet die Natur immer stärker unter der Dürre und Dauerhitze.

Das sind die Gewinner des heißen Sommerwetters

Speiseeis-Hersteller: Eisdielenbesitzer berichten bei Stichproben über glänzende Geschäfte, im Einzelhandel zählt Speiseeis ebenfalls zu den Rennern. Laut der Union der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland (Uniteis) ist dieses Jahr vor allem Fruchteis gefragt. "Es ist ein wunderbarer Eis-Sommer", sagt Uniteis-Sprecherin Annalisa Carnio, meint aber auch: "Am meisten verkaufen wir bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius." Bei allem, was an Temperaturen darüber liegt, steige eher der Bedarf nach Flüssigkeiten als nach Speiseeis.

Sonnenschutz: Um sich vor Sonnenbrand zu schützen, ist sowohl auf dem Balkon als auch im Garten oder am Strand ein Mittel unerlässlich: der Sonnenschutz. Egal ob als Sonnensegel, Sonnenschirm, Baldachin oder Markise, Schattenspender aller Art sind bei den sommerlichen Temperaturen sehr gefragt. "Bei den Bereichen Pavillon, Bewässerung, Camping und Grillen verspüren wir einen deutlichen und starken Nachfragezuwachs", sagte eine Sprecherin der Baumarktkette Hagebau. Gute Nachfrage bestätigen auch viele Fachgeschäfte bei Ventilatoren und Klimageräten.

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Sonnencremes: Die Sonnenstrahlung sorgt nicht nur für gesunde Bräune, sondern verursacht auch Sonnenbrand - und im schlimmsten Fall Hautkrebs. Sonnencremes stehen daher laut Einzelhandel hoch im Kurs. 

Getränkehersteller: Hitze macht durstig. Das hat auch in den vergangenen Sommerwochen die Absätze von Bier deutlich nach oben getrieben. "Gerade auch die alkoholfreien Sorten sind derzeit äußerst gefragt", sagt Marc-Oliver Huhnholz, Sprecher beim Deutschen Brauer-Bund. "Wir blicken sehr optimistisch auf dieses Geschäftsjahr." 

Die Fußball-Weltmeisterschaft und das Sommerwetter haben schon im ersten Halbjahr den Bierabsatz angekurbelt. Er stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozent oder 0,3 Millionen Hektoliter, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Brauereien und Bierlager setzten damit rund 47,1 Millionen Hektoliter Bier ab. 

Das sind die Verlierer des heißen Sommerwetters

Landwirtschaft: Die Bauern haben große Angst um ihre Ernte. Was für ambitionierte Freizeitgärtner schon eine Herausforderung ist, treibt vielen Landwirten angesichts verdorrender Felder Kummerfalten auf die Stirn. Bauernverbände rechnen etwa bei der Getreideernte in vielen Regionen des Landes mit Ausfällen. Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied fürchtet gar ein "existenzbedrohendes Ausmaß" in Teilen der Bundesrepublik.

Waldgebiete: Wegen Trockenheit gibt es in Teilen Deutschlands Warnungen vor Waldbränden. In Niedersachsen etwa besteht fast landesweit allerhöchste Bandgefahr, in Brandenburg bei Fichtenwalde standen jüngst schon Wälder in Flammen. Die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen und die stark gestiegenen Temperaturen haben die Bäume bereits in Mitleidenschaft gezogen. Besonders hoch ist die Gefahr entlang von Straßen- und Wegböschungen sowie an Waldrändern und Hecken, wo vertrocknete Gräser und Stauden leicht in Brand geraten können.

Binnenschifffahrt: Wegen der extremen Hitze und Trockenheit sinken die Pegelstände stark. Deshalb müssen etliche Schiffe mit deutlich weniger Ladung fahren als sonst, wie Rolf Nagelschmidt vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Köln sagt. 

Kraftwerke: Mehrere Kraftwerke mussten nach der tagelangen Hitze gedrosselt werden. Denn so gelangt weniger Witze über Kühlwasser in Flüsse. Auch hieß es kürzlich aus einem Kraftwerk aus Nordrhein-Westfalen, dass die Wassertemperatur im Kühlturm wegen der Hitze zu hoch gewesen sei.

Fische: Fische sterben, wenn das Wasser immer wärmer wird. "Spätestens ab 28 Grad ist mit Schädigungen der Gewässerbiologie zu rechnen", sagt Holger Sticht vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Einige Fische in Flüssen suchten sich kühlere Orte zum Laichen und brächten so ihren natürlichen Takt durcheinander. "Problematischer ist die Lage in Stillgewässern und kleineren Fließgewässern", sagt Fischereibiologe Olaf Niepagenkemper. Wenn es wärmer wird, könne das Wasser weniger Sauerstoff aufnehmen. 

Ein tausendfaches Fischsterben am Rhein ist nach Experteneinschätzung kaum noch abzuwenden. "Ich rechne schon nächste Woche mit der Tragödie", sagte der Geschäftsführer des schweizerischen Fischereiverbandes, Philipp Sicher. Der Rhein habe westlich des Bodensees bereits 25 Grad Wassertemperatur.

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