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Deutsche Börse
29.06.2018

Hoch soll er leben: Der DAX wird 30 Jahre alt

Als der Dax vor 30 Jahren an der Börse startete, sah das Parkett noch vollkommen anders aus. Echte Menschen handelten dort mit Wertpapieren. Heute übernehmen diese Rolle Computer.
Foto: dpa (Archivfoto)

Vor 30 Jahren führte die Deutsche Börse den Dax ein. Bis heute ist der Aktienindex Spiegelbild der Wirtschaftslage des Landes – und immer wieder auch der Weltgeschichte.

Kurz bevor in Frankfurt ein Stück Wirtschaftsgeschichte geschrieben wird, steht Rolf Sauer in seiner Konditorei und backt eine Geburtstagstorte. Fünf Stockwerke, Schokolade, Buttercreme und Trüffel, ein Prachtexemplar in weiß und blau. Anschließend fährt er den Kuchen von Bischofsheim nach Frankfurt, in den Handelssaal der Deutschen Börse. Ein Schreiner hat ein Podest für die Torte gefertigt, ein Bombenspürhund umkreist das Meisterwerk ein letztes Mal, immerhin stehen daneben die 30 wichtigsten Manager des Landes.

Das Backwerk ist Teil einer durchgeplanten Zeremonie, mit der die Börse ihren neuen Aktienindex einführt, ein Börsenbarometer ganz nach dem großen US-Vorbild Dow Jones. Der Name: Deutscher Aktienindex, besser bekannt als Dax. Die Abkürzung ist eine kleine Hommage an die übrigen Tiere in der Börsenwelt, den Bullen und den Bären. Am Ende dieses 1. Juli 1988 wird der deutsche Aktienindex bei 1163 Punkten aus dem Handel gehen, ein Plus von zwei Prozent.

Der Dax soll fortan die Werte der 30 größten Aktiengesellschaften des Landes bündeln – und damit das bis dahin herrschende Kurs-Durcheinander beenden. Denn bis zur Einführung des Leitindex gab es nicht einen, sondern mehrere Börsenbarometer. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlichte einen eigenen Index, ebenso die Commerzbank.

Konditor Rolf Sauer hat die feierliche Einführung vom Rand aus beobachtet, der damalige Börsenchef Jörg Franke bedankt sich bei ihm für die „exzellente Torte“. Immer wieder liefert er danach Backwaren an die Börse. „Wenn es mal außergewöhnlich sein sollte, kam ich ins Spiel“, ruft er an einem Morgen im Juni fröhlich ins Telefon. Der Dax-Kuchen sei dabei nicht einmal der spektakulärste gewesen. Als der Handelsaal der Börse 2007 nach einer Restaurierung neu eröffnet wurde, kreierte Sauer eine Torte in Form des neuen Saals, Durchmesser: 1,80 Meter.

15 Unternehmen halten sich seit dem Beginn im Dax

Dieser Handelssaal ist es auch, aus dem der Dax jeden Tag in die deutschen Wohnzimmer vordringt. Die charakteristische schwarze Tafel mit der weißen Dax-Kurve ist regelmäßig im Fernsehen zu sehen und fungiert immer auch als eine Art Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaftslage. 15 Unternehmen halten sich nach Angaben der Börse seit 1988 im Leitindex, darunter die Allianz, Bayer oder Daimler und Volkswagen. Andere wie Karstadt oder Kaufhof sind längst verschwunden, aus dem Dax genauso wie aus vielen Fußgängerzonen. Wer sich die Kurve der vergangenen 30 Jahre anschaut, sieht auch ein Spiegelbild der jüngeren Geschichte mit all ihren Höhen, Tiefen und Turbulenzen. Die Russlandkrise Ende der 90er Jahre etwa, das Platzen der Dotcom-Blase, die Terroranschläge vom 11. September 2001, den Beginn des Irakkriegs und natürlich die Finanzmarktkrise.

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Wenn in diesen Jahren über Kursrutsche und Tiefststände berichtet wurde, wenn der Dax wieder fiel und fiel, dann zeigten die dazugehörigen Bilder meist die schwarz-weiße Kursanzeige und den Mann davor: Dirk Müller, Mr. Dax. Der gelernte Banker hat 1991 als einfacher Händler auf dem Parkett des Handelssaals der Deutschen Börse angefangen. Sein Platz lag direkt unter der Kursanzeige und weil Müller ein emotionaler Mensch ist, dem man die Gefühle noch dazu ansieht, wurde er irgendwann zum Gesicht des Dax. Zu jener Person also, die all diesen abstrakten Aktiengeschäften etwas Menschliches verlieh, „Dirk of the Dax“ titelten sogar ausländische Journalisten.

Dirk Müller wurde zum Gesicht der deutschen Börse

Heute ist Müller längst selbst zum Börsenexperten avanciert, schreibt Finanz-Bestseller, gefüllt mit mitunter etwas kruden Verschwörungstheorien. Wenn Mr. Dax über seine Zeit als Händler spricht, kann er immer noch sehr emotional werden. Früher, sagt er, sei die Börse menschlicher gewesen. Weil es Menschen waren, die miteinander handelten. Die schrien und schimpften, wenn ein Geschäft platzte. Und die feierten, wenn der Dax in immer neue Höhen stieg. Mittlerweile ist das anders. 2011 hat die Börse den Parketthandel eingestellt, seitdem übernehmen Computer die meisten Aufgaben der Händler. Heute ist der Handelssaal „klinisch rein“, sagt auch Analyst Robert Halver. Er leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank und beobachtet den Dax seit Beginn seiner Karriere. Früher habe man allein an den Geräuschen im Saal erkannt, ob der Dax steigt oder fällt. „Aber eine Maschine lächelt nicht, eine Maschine ist nicht wütend“, sagt Halver. Mittlerweile würde eine Kurs-Krise sich nur noch dadurch bemerkbar machen, „dass mehr Kamerateams im Saal sind als Händler“.

Dirk Müller, Börsenhändler in Frankfurt (Hessen), hält sich am 26.6.2002 die Hand vor den Mund, als der Dax zum ersten Mal unter die 4000er-Marke rutscht. 
Foto: Werner Baum, dpa

Robert Halver: „Der Dax hat jede noch so tiefe Krise überkompensiert“

Halver ärgert sich, dass es vor allem jene Krisen und Pleiten am Aktienmarkt sind, die der Öffentlichkeit im Gedächtnis bleiben – zum Beispiel der Absturz der T-Aktie, der das Vertrauen vieler Anleger in die Börse nachhaltig zerstört hat. Für Halver hingegen ist die Geschichte des Dax „eine absolute Erfolgsgeschichte“ – und sie werde es trotz aller Krisen auf der Welt auch bleiben. „Der Dax hat bisher jede noch so tiefe Krise überkompensiert“, betont der Analyst. Die Zusammenbrüche würden immer kürzer, die Intensität der Einbrüche immer schwächer. Die Zahlen geben ihm Recht. Zwischenzeitlich ist der Dax bis auf das Zehnfache seines Anfangswerts gestiegen, aktuell steht er bei rund 12300 Punkten. Aktien, sagt Halver, sind kein Hexenwerk. „Langfristig ist es für Anleger unmöglich, ärmer zu werden.“

Rolf Sauer, der Konditor aus Bischofsheim, hat noch nie Aktien gekauft. „Ich bin der Meinung, dass man sich voll auf etwas konzentrieren muss“, sagt er. Bei ihm waren es seine fünf Bäckerein, der Beruf. Und der hat ihn schließlich auch an die Börse gebracht.

Finanzexperte Robert Halver.
Foto: Fredrik von Erichsen, dpa
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