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Technik

03.09.2019

Deutschland will bei Künstlicher Intelligenz an die Weltspitze

Die Deutschen gelten als Technikmuffel. Aber nun soll Deutschland bei der Künstlichen Intelligenz stärker werden.
Bild: dpa

Die Bundesregierung will bis 2025 etwa drei Milliarden Euro in Künstliche Intelligenz investieren. Damit soll Deutschland bei der Entwicklung ganz vorne mit dabei sein.

„Es ist das Megathema der nächsten Jahre“, sagt Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Lernende Roboter, selbstfahrende Autos oder die Fabrik ohne Arbeiter werden schon in den kommenden Jahren das Leben gründlich verändern. Gesteuert werden sie von der Künstlichen Intelligenz, kurz KI. Maschinen denken selbstständig und bringen sich Neues bei, wie es bisher nur Menschen können.

Der Gedanke erfüllt viele mit Sorge. Dennoch will die Bundesregierung, dass Deutschland sich an die Spitze der KI-Entwicklung setzt. Damit das gelingt, will der Bund bis 2025 insgesamt drei Milliarden Euro für die Umsetzung der sogenannten KI-Strategie zur Verfügung stellen. Bereits vergangenes Jahr hat die Regierung die Strategie verabschiedet. Damit sollen Deutschland und Europa zu einem führenden Standort für die Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien gemacht werden, um so die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Schon heute setzen deutsche Unternehmen KI-Systeme in der Produktion und im Handel zur Kundenbetreuung ein, zum Beispiel, wenn ein Kunde am Telefon mit einer Maschine telefoniert. Versicherungen verlassen sich in der Risiko- und Schadensanalyse auf die autonome Auswertung von Nachrichten.

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1988 wurde ein Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz eingerichtet

Obwohl die Deutschen als Technikmuffel gelten, ist das Thema KI hierzulande nicht neu. „Deutschland hat in der KI-Forschung bereits heute eine gute Ausgangslage“, sagt Karliczek. Schon im Jahr 1988 wurde das deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) eingerichtet, eine Partnerschaft mit Unternehmen, verschiedenen Ländern und dem Projektförderer Bundesministerium für Bildung und Forschung. „Es ist weltweit das größte und älteste Forschungszentrum in diesem Fachgebiet“, berichtet die CDU-Ministerin.

Die Forschungseinrichtungen der DFKI liefern laut Karliczek große Beiträge, um Nachwuchs zu gewinnen und neue Unternehmen zu gründen. So seien mehr als 140 KI-Lehrstühle weltweit mit Absolventen des Forschungszentrums besetzt und an die 100 Unternehmensgründungen aus dem Programm entstanden.

Da die USA sowie Asien über eine größere Anzahl von KI-Forschern verfüge, müsse Deutschland Geschwindigkeit aufnehmen, um seine gute Ausgangslage im Bereich KI nicht zu verspielen, mahnt Karliczek. Dabei solle die Entwicklung und Nutzung von KI verantwortungsvoll ablaufen. Ein wichtiges Anliegen sei außerdem, die Menschen stärker über Chancen und Vorteile von KI zu informieren.

KI-Systeme benötigen große Datenmengen

Ein Teil der Strategie ist es, mit Unterstützung der Alexander-von-Humboldt-Stiftung neue Experten aus dem Ausland zu gewinnen, das Lehrangebot an den Kompetenzzentren auszubauen und den Nachwuchs zu fördern.

Das Futter für die Entwicklung und Verbesserung von KI-Systemen sind große Datenmengen. Nur, wenn Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaft deutschland- beziehungsweise europaweit ihre Daten untereinander nutzen, könne das Thema Künstliche Intelligenz vorankommen, betont Karliczek.

Dem steht das Bundesdatenschutzgesetz oftmals entgegen. Immer wieder beklagen deutsche Unternehmer, dass sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Daten nicht ausreichend arbeiten dürfen. In den Vereinigten Staaten und China ist der Datenschutz schwach oder nicht vorhanden, weshalb die Unternehmen dort viel weiter sind – freilich zum Preis des gläsernen Kunden beziehungsweise gläsernen Bürgers.

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