Investitionen

21.02.2019

Die Bahn baut

Bloß nicht entgleisen: Die Bahn hat sich viel vorgenommen.
Bild: dpa

An bis zu 800 Stellen will der Konzern in diesem Jahr gleichzeitig arbeiten. Was das für die Fahrgäste bedeutet

So viel Geld hat die Bahn noch nie investiert. In das Schienennetz und die Bahnhöfe steckt der Konzern in diesem Jahr die Rekordsumme von 10,7 Milliarden Euro, vergangenes Jahr waren es 9,4 Milliarden Euro gewesen. Das bedeutet auch: Baustellen ohne Ende. In Spitzenzeiten soll an 800 Stellen gleichzeitig gearbeitet werden, kündigte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla an. Dabei geht es nicht nur um Instandhaltung, sondern auch um rund 50 Neu- und Ausbauprojekte.

Der Anstieg der Investitionssumme hat aber nicht nur mit den vielen Baustellen zu tun, sondern auch mit gestiegenen Preisen. Den Großteil der Kosten übernimmt der Bund. Das Milliardenprojekt Stuttgart 21 ist da noch nicht eingerechnet. Einschränkungen für die Fahrgäste soll es trotz allem möglichst wenig geben. „Wir bekommen das Fahren und Bauen immer besser in den Griff“, betont Pofalla. So würden mehr Leute eingesetzt, häufiger Hilfsbauwerke errichtet und mehr nachts gearbeitet – damit die Züge bald wieder rollen können. Allerdings gibt es einige Großvorhaben, die die Kunden sehr wohl zu spüren bekommen. Allen voran die Generalüberholung der ersten, rund 30 Jahre alten Schnellfahrstrecken. Sie beginnt 2019 mit dem Abschnitt Hannover–Göttingen, wo vom 11. Juni bis 14. Dezember gebaut wird. Folge: Totalsperrung, Umleitung, Zugausfälle. Zwischen Hamburg und Frankfurt, Berlin und Frankfurt sowie Hamburg und München brauchen die Züge dann 30 bis 45 Minuten länger – sofern alles läuft wie geplant. Die Nord-Süd-Strecke ist eine der wichtigsten Strecken: 15,5 Millionen Fahrgäste fahren pro Jahr mit ICE und Intercity zwischen Hannover und Würzburg. Bis Ende 2023 soll die gesamte Strecke saniert sein. Dazu kommen viele weitere Baustellen – auch in der Region. Für die Strecke von Augsburg nach Nürnberg wird die Bahn von Ende März bis Ende Juni etwa 20 bis 25 Minuten länger brauchen. Zweites Problem: Die Züge werden voller sein, weil weniger fahren als üblich.

Insgesamt sind Baustellen laut Bahn zwar immer seltener für Verspätungen verantwortlich. Trotzdem kam im vergangenen Jahr etwa jeder vierte Fernzug zu spät. Dafür nennt der Konzern andere Gründe: Stürme, Starkregen, Blitzeinschläge und Trockenheit, außerdem eine Streckensperrung nach einem ICE-Brand und ein Warnstreik. Zur Wahrheit gehört auch, dass es angesichts steigender Fahrgastzahlen Engpässe gibt. Viele Abschnitte sind überlastet.

Im 33000 Kilometer langen Netz gibt es nach Bahn-Berechnungen einen Sanierungsstau von 54 Milliarden Euro. Zugleich will der Bund, dass das Staatsunternehmen bei Pünktlichkeit und Qualität bis zum Sommer deutlich besser wird. (dpa)

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