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Immobilienpreise

21.11.2019

Die Folgen der Diesel-Krise: In Ingolstadt wird das Wohnen billiger

Die Diesel-Krise wirft einen Schatten über Ingolstadt: Mittlerweile wird Wohnen etwas billiger.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus In der Audi-Stadt gab es lange nur eine Richtung: Man wuchs und wuchs, vor allem dank der VW-Tochter. Jetzt steckt sie in der Krise - und die Mietpreise sinken.

Ingolstadt war jahrelang die Boomtown: Die Arbeitslosigkeit niedrigst, die städtischen Einnahmen sprudelten dank üppiger Gewerbesteuereinnahmen, die Einwohnerzahl wuchs und wuchs. Die Schattenseite des Aufschwungs spürte man im Geldbeutel. Die Mieten schossen in die Höhe, Bauplätze wurden immer teurer.

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Doch jetzt steckt Audi, mit rund 44.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber, in der Krise. Lange war davon kaum etwas zu spüren. Doch jetzt, vier Jahre, nachdem der Diesel-Skandal den Autobauer erreicht hat, tauchen Meldungen auf, die Ingolstadt in den Ranglisten nicht mehr auf Top-Positionen sehen.

Der Diesel-Skandal sorgt in Ingolstadt für sinkende Mietpreise

Zum Beispiel eine Auswertung des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Die steht unter der Überschrift „Diesel-Krise beeinflusst den Immobilienmarkt“. Ein halbes Jahr lang – zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 – haben die Experten den Markt beobachtet, und schon da eine deutliche Entwicklung festgestellt: Die Mietpreise in Ingolstadt sind um fünf Prozent zurückgegangen. Das sei zum einen der „konsequenten Wohnungspolitik der Stadt“ geschuldet, sagt Immobilienberater Roland Stieren. Zum anderen aber auch dem Diesel-Skandal und den „damit verbundenen Hiobsbotschaften von Audi“.

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Doch nicht nur die Mietpreise deuten auf ein mögliches Ende des Booms hin. Die Stadtverwaltung rechnet in diesem Jahr mit einer Halbierung der Gewerbesteuer und auch die Stadt wächst nicht mehr so enorm wie in den vergangenen Jahren, wo Ingolstadt durchschnittlich pro Jahr an die 1400 Einwohner hinzugewonnen hat. Am Montag hatte Ingolstadt 138.747 Einwohner – und damit nur 566 mehr als Ende vergangenen Jahres.

Die Ingolstädter Stadtspitze sucht längst nach Alternativen zur Auto-Monokultur am Standort. „Es geht mir um Forschung, Entwicklung und Arbeitsplätze“, sagte Oberbürgermeister Christian Lösel erst am Dienstag wieder. Da wurde ein weiteres Unternehmen als Partner in das UAM-Netzwerk (Urban Air Mobility) aufgenommen. Ingolstadt will sich als Zentrum für die urbane Luftfahrt etablieren, es geht um Drohnen und Flugtaxis. Daneben wurde die Technische Hochschule (THI) erst kürzlich mit vielen Millionen Euro vom Freistaat ausgestattet, damit sie sich zu einem Knotenpunkt für Künstliche Intelligenz (KI) und autonomes Fahren entwickeln kann.

Ingolstadt hat den Bund um Hilfe gebeten

Vergangene Woche allerdings hatte die IG Metall zusammen mit dem OB und den Betriebsratsvorsitzenden von Audi und Airbus, dessen rund 5200 Mitarbeiter im nahen Manching arbeiten, einen Brief an Bundeskanzlerin Merkel geschrieben. Die Kernaussage war, dass der Standort mit finanziellen Mitteln vom Bund gestärkt werden muss, um die Zukunft unabhängig von der Autoindustrie gestalten zu können.

Bei der Arbeitsagentur ist noch nichts von einem möglichen Abschwung zu spüren. In der Zeitarbeit würden zwar Stellen abgebaut und Unternehmen überlegten länger, freie Stellen wieder zu besetzen, sagt Sprecher Peter Kundinger. Auch wollten sich immer mehr Firmen über Kurzarbeit informieren. „Aber es gibt nach wie vor offene Stellen zur Genüge“, erklärt Kundinger weiter: „Der Arbeitsmarkt ist robust.“

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21.11.2019

Augsburg könnte demnächst das selbe passieren, in den letzten Jahren sind einige größere Betriebe wie z.B. Osram weggebrochen, bzw. ins Ausland verschleudert worden, Wafa steht derzeit auf der Kippe.
Wenn dann die Immobilenpreise plötzlich um 20% nach unten gesund schrumpfen, dann weinen nur die Makler und Spekulanten.

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