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Global Wealth Report

20.06.2019

Die Hälfte des weltweiten Vermögens ist in der Hand von Millionären

99 Prozent der Bevölkerung auf der einen, ein Prozent auf der anderen Seite. Im Sommer 2011 protestierten tausende Menschen so wie diese Demonstrantin im New Yorker Zuccotti Park gegen soziale Ungleichheit.
Bild: Justin Lane, dpa (Archiv)

Die Zahl der Millionäre steigt immer weiter, ihr Vermögen wächst stärker als das jedes Einzelnen. Die neuen Superreichen kommen aber immer seltener aus Europa.

Knapp acht Jahre ist es her, dass 5000 Demonstranten durch das Bankenviertel im New Yorker Stadtteil Manhattan zogen, Fahnen schwangen, und am Ende im Zuccotti Park ihr Protestcamp aufbauten. Der Name der Bewegung: Occupy Wall Street, ihr Slogan: „Wir sind die 99 Prozent“. Einen Sommer lang campierten die Demonstranten im New Yorker Finanzdistrikt, aus der anfangs überschaubaren Gruppe wurde innerhalb weniger die Wochen die größte Protestbewegung Nordamerikas. Die Aktivisten fanden weltweit Nachahmer.

2011 war das, drei Jahre nach dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise und nur ein halbes Jahr nach dem Beginn des Arabischen Frühlings. Die Occupy-Anhänger protestierten gegen die wachsende Ungleichheit, gegen die immer weiter wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, gegen die vermögendsten Amerikaner, die viel Einfluss haben, obwohl sie nur ein Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Die Aktion war nach wenigen Wochen vorbei, das Camp geräumt. Die Missstände, gegen die die Demonstranten protestierten, sind jedoch geblieben und – das legen immer wieder Studien nahe – sogar noch drängender geworden. Nach einer neuen Untersuchung der Boston Consulting Group befindet sich ein immer größerer Teil des weltweiten Vermögens zunehmend in den Händen einer reichen Elite. Im vergangenen Jahr besaßen die knapp 22 Millionen Millionäre genauso viel Geld wie die übrigen 7,6 Milliarden Menschen, die auf der Welt wohnen. Die Superreichen – Millionäre mit mehr als 100 Millionen Dollar – besitzen immerhin noch zwölf Prozent des gesamten weltweiten Vermögens.

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Global Wealth Report: Zahl der Millionäre steigt

Die Zahl der Millionäre ist dabei zuletzt sogar noch um etwa zwei Prozent gestiegen, schreiben die Studienautoren im „Global Wealth Report“, für den sie 97 Vermögensverwalter befragt haben. Das gesamte private Geldvermögen ist dagegen nur um etwa 1,6 Prozent gewachsen. Der Reichtum der Reichen vergrößert sich also stärker als das Vermögen jedes Einzelnen. Die Forscher beziehen sich dabei auf Bargeld, Wertpapiere oder Fonds. Immobilien oder Unternehmensanteile sind nicht in die Berechnung eingeflossen.

Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte sich die Zahl der Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Million Dollar in den kommenden drei Jahren auf 27,6 Millionen erhöhen. Die Studienautoren prognostizieren, dass Neu-Millionäre künftig vor allem aus Schwellen- und Entwicklungsländern kommen, allen voran aus Regionen in Asien und Afrika. Aktuell leben zwei Drittel aller Millionäre noch in den Vereinigten Staaten. Danach folgen China und Japan.

Deutschland teilt sich gemeinsam mit Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada den fünften Platz. Dort wohnen laut Studie jeweils etwa 400.000 Dollar-Millionäre. Insgesamt ist Westeuropa aktuell auf dem zweiten Platz der reichsten Regionen der Welt. Möglicherweise  jedoch nicht mehr lange: Glaubt man den Autoren der Studie, könnte dieser Rang aber bald an Asien gehen.

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