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Oxfam

19.01.2015

Ein Prozent der Menschheit besitzt mehr als der ganze Rest

Während ein Junge in Kathmandu in Nepal Müll sammelt, wirft ein junger Mann auf einer Moskauer Millionärsmesse mit falschen Geldscheinen um sich.
Bild: Arcchiv, dpa

In Davos beginnt am Mittwoch das Weltwirtschaftsforum. Im Vorfeld verkündete die Hilfsorganisation Oxfam eine ebenso beeindruckende wie erschreckende Erkenntnis.

Während einige Menschen im Luxus schwelgen, Diamanten und Autos sammeln, suchen sich zahlreiche andere auf Müllhalden Essensreste zusammen, Kinder leben auf der Straße oder arbeiten für einen Hungerlohn. Schon immer herrschte eine Kluft zwischen Arm und Reich. Und trotzdem klingt das Ausmaß der Ungleichheit, das die britische Wohlfahrtsorganisation Oxfam recherchiert hat, erschreckend. Vom kommenden Jahr an wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr Vermögen angehäuft haben als die restlichen 99 Prozent zusammen.

Eine Milliarde lebt mit weniger als 1,08 Euro pro Tag

Dem Oxfam-Bericht zufolge, der kurz vor dem Start des alljährlichen Weltwirtschaftsforums in Davos am Mittwoch veröffentlicht wurde, entfielen im Jahr 2009 noch 44 Prozent des Wohlstands auf ein Prozent der Weltbevölkerung. 2014 lag der Anteil bereits bei 48 Prozent, nächstes Jahr werde er erstmals auf mehr als die Hälfte anwachsen. In der privilegierten Gruppe besitze jeder Erwachsene ein Vermögen von 2,3 Millionen Euro, während einer von neun Menschen auf der Erde nicht genug zu essen habe, betonte die Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima. So müssten rund eine Milliarde Menschen mit weniger als 1,25 US-Dollar, umgerechnet 1,08 Euro, pro Tag auskommen.

Was heißt dabei Vermögen? In der Oxfam-Untersuchung handelt es sich um das Gesamtvermögen – also Geldanlagen, aber auch Immobilien und Gebrauchsgüter.

Die 80 Reichsten haben so viel wie 3,5 Milliarden Menschen

Besonders eindrücklich wird die Schere beim Blick auf die Reichsten aller Reichen. In diese Elite gehören sowohl der Microsoft-Gründer Bill Gates, der Telekommunikations-Tycoon Carlos Slim Helú oder auch der Lidl-Besitzer Dieter Schwarz, der Großinvestor Warren Buffett sowie die Unternehmerin Susanne Klatten. Sie sind laut der Forbes-Liste des vergangenen Jahres die wohlhabendsten Menschen der Welt.

Auch wenn viele von ihnen ihren Reichtum zum Kampf gegen Armut nutzen – Bill Gates etwa unterhält mit seiner Frau die größte private Stiftung für Entwicklungshilfe – besitzen laut Oxfam die 80 reichsten Menschen der Erde genauso viel wie die ärmere Hälfte der gesamten Bevölkerung zusammen. Rund 3,5 Milliarden Menschen stehen also 80 Ölscheichs, Oligarchen, Unternehmern und Finanzmagnaten gegenüber.

Ansteigende Ungleichheit sei gefährlich, so Oxfam-Chefin Byanyima. „Es ist schlecht für das Wachstum und für Regierungen.“ Die Organisation fordert von den Staaten, dass diese Steuervermeidung und Steuerflucht bekämpfen.

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