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Kommentar

12.08.2017

Eine Quote für Elektroautos wäre der falsche Weg

Eine EU-weite Quote für Elektroautos ist keine Lösung, kommentiert Jürgen Marks.
Bild: Lino Mirgeler/dpa

Martin Schulz' Forderung nach einer EU-Quote für Elektroautos ist ein Griff in die Mottenkiste der Planwirtschaft - und deswegen der falsche Weg.

Martin Schulz hat ein gutes Wahlkampf-Thema gefunden. Der Diesel-Skandal trifft der Deutschen liebstes Kind. Die Wut über drohende Fahrverbote und eine zu große Nähe der Bundesregierung zur Auto-Branche ist tatsächlich groß. Die Menschen ärgert, von der Politik zum Kauf von Dieselmodellen motiviert worden zu sein. Und jetzt verlieren die vermeintlich sauberen Autos an Wert, weil sie Stickoxyd-Schleudern sind.

Die Politik müsste auf strengere Grenzwerte setzen

Das Versprechen des SPD-Kanzlerkandidaten, der Industrie mehr Druck zu machen, trifft daher die Stimmung der Bevölkerung. Doch kann er auch davon profitieren?

Eher nicht. Zum einen beweist gerade sein niedersächsischer Parteifreund Stephan Weil, wie groß auch die Nähe der SPD zur Auto-Industrie war und ist.

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Und zum anderen ist die Forderung nach einer EU-Quote für Elektro-Autos ein Griff in die Mottenkiste der Planwirtschaft. Klüger wäre es im Sinne sauberer Luft, auf strengere Grenzwerte zu setzen. Ob die mit einem Zuwachs tatsächlich sauberer Diesel, Elektro-Autos, Brennstoffzellenantrieben oder Erdgas-Fahrzeugen erreicht werden, bliebe die freie Entscheidung der Autohersteller und ihrer Kunden. Die Politik sollte nicht Unternehmer spielen. Das ist bislang selten gut gegangen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.08.2017

Marktwirtschaft funktioniert und ist gut, wenn die Produzenten und Konsumenten die Verantwortung für ihr Tun tragen

Leider haben sich viele daran gewöhnt, dass große Folgekosten der Energiegewinnung von anderen gezahlt werden. Von den Berg- und Rauchschäden der Steinkohle über die Kosten für die die Risiken und den Müll der Atomkraft bis zu den Gesundheits- und Klimaschäden von Gas, Öl und Kohle.

Noch nie hat in den vergangenen zwei Jahrhunderten die Energiewirtschaft bei uns nach marktwirtschaftlichen Regeln gearbeitet.

Die wichtigste Änderung muss sein: Keine längeren Subventionen für Energie und Anlastung aller Folgekosten! (Forschungsunterstützung und befristete Markteinführungen sind sinnvolle Ausnahmen)! Dann wäre beispielsweise das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) schnell überflüssig. Auch Quoten-Stückwerk könnten wir uns sparen.

E-Mobilität ist natürlich nur umweltfreundlich, wenn sie Strom aus Erneuerbaren Energien nutzt. Und die sind schon sehr produktiv: Wenn man den Durchschnittsverbrauch eines E-Autos ansetzt (2200 kWh/a), kann eine moderne Windkraftanlage schon 5000 E-Autos mit Strom versorgen. Und eine Mini-PV-Anlage mit 2 kW oder eben einer Fläche von 18 Quadratmetern erzeugt so viel Strom, wie ein E-Auto verbraucht.

Wichtig ist hierbei der Energiemix aus PV und Windkraft, denn wenn viel Wind weht, wird meistens wenig PV-Strom erzeugt und umgekehrt. In der Summe sind PV und Windkraft ziemlich konstant und können gut den Strom für das Laden der E-Autos liefern, die ja im Schnitt 23 Stunden am Tag stehen.

Raimund Kamm, Augsburg

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12.08.2017

Über die 900 Vito E-Cell Transporter von Mercedes spricht kein Mensch.

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Warum?

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Von dem Fahrzeug wurden 900 Stück in den Jahren 2010 und 2011 gebaut - so ziemlich mit den Leistungsdaten des heute hochgejubelten Transporters der Post.

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http://blog.mercedes-benz-passion.com/2016/06/seit-2010-in-kundenhand-der-elektrische-vito-e-cell/

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Die Nachfrage brach igendwann zusammen; zu einer Zeit als Luftreinhaltepläne schon tausende von solchen Fahrzeugen im Lieferverkehr notwendig gemacht hätten.

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Dieses Land gab für alles mögliche Geld aus, nur nicht für die Förderung von solchen Projekten.

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12.08.2017

"Dieses Land gab für alles mögliche Geld aus, nur nicht für die Förderung von solchen Projekten."

Aber doch, denn die bisher produzierten tausend Streetscooter wurden vom Bundesumweltministerium mit rund 9,5 Millionen Euro gefördert.

Quelle: Bayerischer Rundfunk

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13.08.2017

9,5 Mio können Deutschland nicht verändern...

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13.08.2017

Mit dieser Förderung von 9,5 Millionen konnten erfolgreiche StreetScooter der Post entwickelt werden. Der Erfolg des StreetScooter zeigt offensichtlich, dass diese Förderung Schwung in E-Mobilität gebracht hat.

Anscheinend können Sie das nicht akzeptieren, warum auch immer.

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13.08.2017

Super - man hat was "entwickelt" was es vor Jahren schon gab.

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13.08.2017

Wenn es das vor Jahren schon gab, wäre schließlich keine neue Entwicklung mit Hilfe der Förderung von 9, 5 Millionen Euro nötig gewesen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Es ist völlig unverständlich warum das nicht zu akzeptieren ist.

Irgendwie passt Ihnen der riesige Erfolg des StreetScooters nicht in den Kram, warum auch immer.

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12.08.2017

Quoten sind immer die schlechteste Lösung, da sie in die Marktwirtschaft eingreifen und das freie Spiel der Marktteilnehmer eunschränken.

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12.08.2017

Ein bedeutend schlechterer Weg wurde von Verkehrsminister Dobrindt eingeschlagen, denn dieser schützt den Betrug der Autoindustrie am Bürger.

Die Autoindustrie zeigte offensichtlich recht wenig Interesse um an einer Entwicklung von E-Autos zu investieren. Das beste Beispiel dürfte der Erfolg der E-Fahrzeuge der Post sein, die von einem Startup Unternehmen entwickelt wurden, da die Autoindustrie es wohl verschlafen hat, obwohl Frau Merkel bis 2020 eine Million E-Fahrzeuge auf die Straße bringen wollte.

Mittlerweile werden die Ziele im Interesse der Autoindustrie heruntergeschraubt.

"Merkel schraubt E-Auto-Ziel herunter.

Es war ein ehrgeiziger Plan: Eine Million Elektroautos wollte die Bundesregierung bis 2020 auf die deutschen Straßen bringen. Nun rudert die Kanzlerin zurück. Was bedeutet das für die Zukunftstechnologie?" " Quelle: Hannoversche Allgemeine

Damit hat Herr Jürgen Marks natürlich recht:

"Die Politik sollte nicht Unternehmer spielen. Das ist bislang selten gut gegangen."

Aber er verschweigt dass CDU/CSU und FDP mit gutem Beispiel voran gingen wenn es um die Nähe der Politik zur Autoindustrie geht. Beispiele: Niedersachsen mit Wullf und McAllister und Dobrindt/Merkel zum Dieselskandal.

"Klüger wäre es im Sinne sauberer Luft, auf strengere Grenzwerte zu setzen."

Richtig, aber zum Nachteil der Bürger hat offensichtlich die bayerische Staatsregierung auf Wunsch von BMW die geplanten Grenzwerte der EU mit Hilfe von Dobrindt und Merkel lockern lassen.

So dumm kann es laufen, wenn die Politik die Industrie unnötig in Schutz nimmt.

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12.08.2017
Im Prinzip ja. Aber Wasserstoff treibt die Brennstoffzelle an, die den Akku ersetzt.
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12.08.2017

Nicht nur im Prinzip: Die Brennstoffzelle erzeugt im Fahrzeug aus Wasserstoff Strom und ersetzt praktisch das E-Werk. Der Wasserstoff ersetzt die Primärenergie. Sinnvoll wird das erst, wenn die zur Wasserstoffherstellung nötige Energie aus regenerativen Quellen kommt. Grenzwerte braucht es da keine. "Hinten" kommt nur Wasser raus. Grenzwerte haben nämlich auch eine enorme Lenkungswirkung und sind im Grunde ebenso aus der Mottenkiste der Planwirtschaft wie Fahrverbote. Deshalb ist dieser Satz nicht in Ordnung:

Klüger wäre es im Sinne sauberer Luft, auf strengere Grenzwerte zu setzen. Ob die mit einem Zuwachs tatsächlich sauberer Diesel, Elektro-Autos, Brennstoffzellenantrieben erreicht werden, bliebe die freie Entscheidung der Autohersteller und ihrer Kunden...

Hauptanliegen der AZ einmal mehr - man kann dem Schulz wieder eins reinwürgen - während die große Krisenmanagerin jeden Stuss unwidersprochen verzapfen darf.

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12.08.2017

Sinnvoll wird das erst, wenn die zur Wasserstoffherstellung nötige Energie aus regenerativen Quellen kommt.

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Sinnvoll wird das E-Auto erst, wenn der nötige Strom aus regenerativen Quellen kommt.

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Vielleicht sollte man erst mal eine höhere regenerative Stromerzeugungsquote in Europa durchsetzen?

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13.08.2017

Vielleicht sollte man erst mal eine höhere regenerative Stromerzeugungsquote in Europa durchsetzen?

Da kann man Ihnen nicht widersprechen. Doch selbst in Deutschland versuchen das die alten Seilschaften wenigstens zu verzögern. Siehe unten den Beitrag von Herrn Peter G.

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13.08.2017

Da kann man Ihnen nicht widersprechen. Doch selbst in Deutschland versuchen das die alten Seilschaften wenigstens zu verzögern.

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Es ist nur eine Geldfrage - und die Grünen und Umweltschützer geben darauf keine Antwort.

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Sozialistische Enteignungsexperimente will die Mehrheit der Bürger sicher nicht.

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Deutschland ist bei der Flüchtlingsaufnahme mit 25 Mrd. Euro jährlich führend, andere Länder werden beim Umweltschutz führend sein. Alles geht nicht; die Belastung mit Steuern und Sozialabgaben bei den abhängig Beschäftigten darf nicht weiter gesteigert werden. Deutschlands Strompreise sind schon die höchsten.

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http://news.toptarif.de/europaeische-strompreise/

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13.08.2017

Deutschlands Strompreise sind schon die höchsten.

Das stimmt, hat aber mit den Flüchtlingen nichts zu tun, sondern mit der Nichtweitergabe der niedrigen Strompreise an der Leipziger Strombörse durch die EVUs.

Sozialistische Enteignungsexperimente will die Mehrheit der Bürger sicher nicht.

Dazu brauchen sie heute keine Sozialisten mehr. Das besorgen die Kapitalisten viel besser und ohne viel Gegenwind. Beispiele: Enteignung der Sparer und Dieselfahrzeugbesitzer.

Es ist nur eine Geldfrage - und die Grünen und Umweltschützer geben darauf keine Antwort.

Das stimmt überhaupt nicht.

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/kohleausstieg-gruene-wollen-20-schmutzigste-kohle-kraftwerke-sofort-abschalten-aid-1.6529615

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13.08.2017

Und der Strom kommt nach Abschaltung der 20 Kohlekraftwerke noch immer aus der Steckdose. Und morgen kaufen wir uns alle E-Autos...

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12.08.2017

Ist ein „Brennstoffzellenantrieb“nicht auch ein Elektroauto?

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12.08.2017

Wasserstoff treibt direkt den Motor an, aber solange Wasserstoff mit Kohle oder Atomstrom erzeut werden muß ist es sicher nicht sinnvoll, aber Wasserstoff ist die beste Möglichkeit das zuviel an Strom aus Wind und Solar zu speichern.Ich denke, bei Wasserstoff, verhindert die Ölindustrie die schnellere Entwicklung, den damit würde deren Sprit ersetzt.

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13.08.2017

Wasserstoff wird kommerziell aus Erdgas erzeugt

Bis heute wird meines Wissens Wasserstoff (H2) kommerziell ausschließlich aus Erdgas (CH4) erzeugt. Was klimaschädlich aber noch viel billiger ist.

Nach meinem Wissen kostet momentan die kWh Wasserstoff aus der Elektrolyse etwa 40 Cent! Als Endverbraucher zahlen wir m.W. nach incl. Abgaben. Leitungs- und Speicherkosten sowie Unternehmensgewinne für Erdgas momentan etwa 7 ct/kWh.

Bei der Wasserstoffnutzung für Fahrzeuge soll durch den Energieaufwand fürs Komprimieren sogar mehr Energie verloren gehen als bei der Speicherung von Strom in Batterien. Hier bin ich auf neue Entwicklungen gespannt.

Raimund Kamm

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13.08.2017

Bis heute wird meines Wissens Wasserstoff (H2) kommerziell ausschließlich aus Erdgas (CH4) erzeugt. Was klimaschädlich aber noch viel billiger ist.

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Haben Sie für diese Klimaschädlichkeit Nachweise Herr Kamm?

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https://www.now-gmbh.de/content/1-aktuelles/1-presse/20170221-fachkonferenz-elektromobilitaet-vor-ort/1_16_frixen_wasserstoff.pdf

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Die Schienenverkehrsindustrie glaubt z.B. aktuell nicht an den Erfolg mit Li-Ion Akkus.

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Der CO2 Ausstoss ist aber nach diesen Unterlagen auch bei der Erdgasreformation geringer als beim Dieselantrieb. Ich kann es aktuell nicht beurteilen.

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Bemerkenswert ist jedoch die ideologische Verbohrtheit von sog. "Umweltschützern" die jede Offenheit bei der Forschung durch eigenes Besserwissen in Frage stellen.

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http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Brennstoffzellenzug-absolviert-Jungfernfahrt,brennstoffzellenzug110.html

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Kritiker wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatten jedoch bemängelt, dass die Herstellung des benötigten Wasserstoffs energieintensiv sei.

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13.08.2017

Wasserstoff kann auch mit Strom erzeugt werden.

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