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Energie
06.10.2018

Welche Pläne der neue Chef von Erdgas Schwaben hat

Hat auch E-Ladesäulen im Angebot: Erdgas Schwaben
Foto: Ulrich Wagner

Markus Last setzt nicht nur auf Gas, sondern will auch schnelles Internet auf die Dörfer bringen. Wie dies gehen soll.

Vor ziemlich genau 35 Jahren schrieb Deutschland Windkraft-Geschichte. Im Oktober 1983 wurde im schleswig-holsteinischen Kaiser-Wilhelm-Koog ein Windrad mit damals gigantischen Ausmaßen eingeweiht. 100 Meter Nabenhöhe, die zwei Rotorblätter jeweils 23 Tonnen schwer, eine elektrische Leistung von 3000 Kilowattstunden. Die Große Windenergieanlage, kurz Growian, blieb nur fünf Jahre in Betrieb, bei Markus Last hinterließ sie aber nachhaltig Eindruck. Last, damals 14 Jahre alt, begann, sich für das Thema Energie zu interessieren, studierte später Energie- und Verfahrenstechnik.

Drei Jahrzehnte später hat ihn seine Leidenschaft nach Augsburg gebracht. Last, 49, ist seit dem Mai diesen Jahres Chef des Energieversorgers Erdgas Schwaben. Er übernahm die Leitung zunächst kommissarisch, nachdem der langjährige Geschäftsführer Klaus-Peter Dietmayer das Unternehmen überraschend verlassen hatte. Mittlerweile läuft sein Vertrag für die nächsten fünf Jahre. Der zweifache Familienvater lebt in München, wo er zuvor für die Thüga-Gruppe gearbeitet hat, den Mehrheitsgesellschafter von Erdgas Schwaben.

Markus Last: Erdgas Schwaben soll nicht umgetauft werden

Bei seiner ersten Pressekonferenz in neuer Funktion muss Last sich gleich mit einer Frage beschäftigen, die das Energie-Unternehmen schon lange begleitet: Ob der Name Erdgas Schwaben denn überhaupt noch zeitgemäß sei? Schließlich verkauft der Anbieter längst nicht mehr nur Gas, über 10.000 Menschen beziehen auch ihren Strom von dem Versorger. Für Last ist ein Wechsel momentan dennoch keine Option. Er verweist auf die Geschichte des Namens „Erdgas Schwaben“, der schon lange eine eigene Marke sei.

Markus Last ist der neue Chef von Erdgas Schwaben.
Foto: Erdgas Schwaben

Über einen mangelnden Zulauf an Kunden kann sich das Unternehmen nach Auskunft von Last ohnehin nicht beschweren. Die Nachfrage nach Gasanschlüssen sei zuletzt so hoch gewesen, dass gar nicht alle sofort gelegt werden konnten. Viele Häuser wurden im Rahmen des Projekts „Gas und Glas“ an das Netz angeschlossen. In Zusammenarbeit mit den Kommunen verlegt Erdgas Schwaben dabei in über 20 Gemeinden in der Region sowohl Erdgasleitungen als auch Breitbandanschlüsse. Insgesamt sind 200 Städte und Gemeinden an das 6500 Kilometer lange Erdgasnetz des Energieversorgers angeschlossen.

Erdgasauto sollte als „echte Alternative“ wahrgenommen werden

Erdgas kommt aber nicht nur als Energieträger in Privathaushalten oder Unternehmen zum Einsatz, sondern auch bei Fahrzeugen. Allerdings lag der Anteil der Erdgasautos an den Neuzulassungen zuletzt bei etwa 0,3 Prozent. Bisher sei Erdgas „nicht im Lösungsspektrum der Automobilindustrie“, sagt Last. Er wünsche sich, dass Erdgas als „echte Alternative“ wahrgenommen werde und die Politik nicht „bestimmte Technologien fördert und andere behindert“.

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