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60. Geburtstag

09.10.2019

Eon-Chef Johannes Teyssen ist der Netzwerker der Nation

Eon-Chef Johannes Teyssen wird 60 Jahre alt.
Bild: Marcel Kusch, dpa (Archiv)

Eon-Chef Johannes Teyssen baut die Energiebranche um. Sein persönlicher Wandel spiegelt sich auch in seinem Unternehmen wider.

Es gibt einen alten Johannes Teyssen. Und es gibt einen neuen Johannes Teyssen. Der erstaunliche Wandel des deutschen Spitzenmanagers spiegelt sich wider im mindestens genauso erstaunlichen Wandel des von ihm geführten Dax-Konzerns – des Energieversorgers Eon.

Der gebürtige Hildesheimer wird an diesem Mittwoch 60 Jahre. Er gehört längst zu den Personen, die die deutsche Energielandschaft maßgeblich geprägt haben. Und seine Arbeit ist noch lange nicht zu Ende.

Eon-Chef Johannes Teyssen verteidigte Kernkraft

Als der Jurist im Jahr 2010 Chef wurde, war Eon vor allem ein Atom- und Kohlekonzern. Teyssen war zwar kein glühender Fan der Kernkraft, aber doch ein pragmatischer Verteidiger: „Es ist gigantisch, was diese Technik leistet“, meinte er noch vor einigen Jahren. „Die Rückstände von 30 Jahren deutscher Nuklearwirtschaft passen hier auf diese Vorstandsetage“, sagte er einmal in einem Interview.

Heute gibt Teyssen zu, dass sein Unternehmen lange Zeit zu den Bremsern gehörte, welche die Zukunft der erneuerbaren Energien in Zweifel gezogen haben. Die Atomkatastrophe von Fukushima 2011 hat alles verändert. In den Jahren danach erwies sich Teyssen als flexibel, wandlungsfähig und mutig. Zwei Mal baute er Eon massiv um. Vor allem 2015 und 2016 lagerte er das Kraftwerksgeschäft in das neue Unternehmen Uniper aus.

Und vergangenes Jahr schloss Teyssen mit dem Hauptkonkurrenten RWE einen wegweisenden Deal: Beide Konzerne teilten sich die Geschäftsfelder neu auf: Eon konzentriert sich nun auf Stromverkauf und Netze, RWE auf das Kraftwerksgeschäft. Die frühere RWE-Tochter Innogy wird dafür zerschlagen. Die Innogy-Integration ist eine der großen Herausforderungen für Teyssen für die nächste Zeit. Eine Wende anderer Art hat der Vater von vier Kindern auch an sich selbst vollzogen.

Teyssen veränderte nicht nur das Unternehmen Eon

Als Teyssen an die Eon-Spitze rückte, hatte er einige Kilo zu viel auf den Rippen. Schaut man die Fotos von damals an, ist er heute im Vergleich dazu kaum wiederzuerkennen. Sportlich und drahtig – Teyssen hat abgespeckt. Sein Rezept: Wenig Kohlehydrate, Wasser trinken, laufen gehen. Eine Zeit lang habe er bei jedem Termin das Essen in Tupperdöschen mitgebracht, verriet er einmal.

Teyssen war immer ein Freund klarer, manchmal scharfer Worte. Doch statt für Kohle oder Atom kämpft er heute für grünen Strom. Und dafür, dass dieser günstiger wird. Teyssen setzt sich für einen CO2-Preis von 35 Euro pro Tonne ein. Deutlich mehr als die zehn Euro, welche die Große Koalition gerade plant. Die fossile Stromerzeugung muss aus seiner Sicht teurer werden. Strom, vor allem grüner Strom dagegen billiger.

Privat hat Teyssen, dessen Vertrag bis 2021 läuft, die Energiewende auch schon vollzogen: In seiner Garage kann er heute Elektroautos laden. Und eine Solaranlage sorgt zu Hause für den Klimaschutz.

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