Strauss-Kahn sitzt wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung in New York in Haft.
Am Dienstag hatte die amerikanische Online-Ausgabe der New York Post berichtet, dass Dominique Strauss-Kahn einvernehmliche sexuelle Handlungen mit dem Zimmermädchen eingeräumt haben soll. Die NYP zitiert dabei Anwaltskreise. Demnach soll das Zimmermädchen "Oui, Oui" gesagt haben, berichtet die Zeitung. Eine weitere Quelle wird mit den Worten zitiert: "Sie könnten sich einig gewesen sein."
"Nichts war einvernehmlich bei dem, was in diesem Hotelzimmer passiert ist", sagte am Mittwoch der Anwalt des Zimmermädchens dem TV-Sender NBC. Wenn die Jury die Aussage des Zimmermädchens höre, werde sie sehen, dass die Behauptungen über einvernehmlichen Sex "nicht wahr" sind.
Strauss-Kahn soll das Zimmermädchen am Samstag in einem New Yorker Luxushotel sexuell angegriffen und zum Oralsex gezwungen haben. Eine Haftrichterin lehnte am Montag eine Freilassung auf Kaution ab. Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) befindet sich auf der Gefängnisinsel Rikers Island in Haft.
Strauss-Kahn weist die Vorwürfe zurück, und seine Anwälte haben eine "energische" Verteidigung abgekündigt. Die "New York Post" hatte am Dienstag unter Berufung auf eine Quelle im Umfeld des IWF-Chefs berichtet, dass dieser bei seiner Verteidigung "einvernehmlichen" Sex mit dem mutmaßlichen Opfer einräumen könnte. Strauss-Kahns Anwalt Ben Brafman hatte bei einer Anhörung gesagt, dass die Beweise "im Widerspruch zu einem erzwungenen Treffen" stehen würden, ohne allerdings den Punkt weiter auszuführen.
Die New Yorker Ermittler legten sechs Anklagepunkte vor, darunter versuchte Vergewaltigung, Freiheitsberaubung sowie ein "krimineller sexueller Akt", worunter im US-Strafrecht erzwungener Oral- oder Analverkehr fällt. Eine sogenannte Grand Jury muss nun bis zum nächsten Anhörungstermin am Freitag über eine formelle Anklage des 62-Jährigen entscheiden.
Rückhalt der USA verloren
Auch auf anderem Gebiet hat Strauss-Kahn Ärger: Er verlor den Rückhalt der USA, des wichtigsten Geldgebers des Währungsfonds. Er sei "offensichtlich nicht in der Lage", den IWF zu lenken, sagte US-Finanzminister Timothy Geithner in New York. Einen Nachfolgekandidaten haben die USA bislang nicht ins Spiel gebracht. Die französische Finanzministerin Christine Lagarde gilt für Beobachter momentan als heiße Kandidatin. Deutschland will in der Debatte um die IWF-Führung keinen Druck machen und die Personalfrage dem IWF selbst überlassen.
In Frankreich war "DSK" lange als Präsidenschaftskandidat für die Wahlen 2012 gehandelt worden. Ob er für das Amt noch in Frage kommt? afp/AZ