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Umfrage

24.01.2019

Fast jeder Zweite hat Angst vor seinem Chef

Fast jeder Zweite hat Angst, Probleme dem Chef gegenüber offen anzusprechen.
Bild: Andrea Warnecke, dpa (Symbol)

Dem Chef gegenüber Probleme offen ansprechen? Eine Umfrage des DGB ergab, dass fast die Hälfte aller Beschäftigten sich das nicht traut.

Viele Mitarbeiter trauen sich nicht, ihren Vorgesetzten gegenüber Probleme oder Missstände anzusprechen. Das ergab eine repräsentative Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), für die 8011 Beschäftigte telefonisch befragt wurden. Demnach traut sich knapp die Hälfte aller Befragten (44 Prozent) nicht, Schwierigkeiten offen zur Sprache zu bringen.

Bei Mitarbeitern, die 55 Jahre und älter sind, steigt der Anteil derjenigen, die Angst haben, ihre Meinung zu äußern, sogar auf 52 Prozent. Bei den unter 25-Jährigen nimmt rund jeder Dritte (30 Prozent) ein angstbesetzes Betriebsklima wahr.

Auch die Größe des Unternehmens spielt beim Verhältnis zu Vorgesetzten eine Rolle: In kleinen Betrieben mit weniger als 20 Beschäftigten wird das Klima etwas positiver bewertet als in mittleren und größeren Unternehmen. Doch auch in kleinen Betrieben hat jeder Dritte (34 Prozent) Angst, seine Meinung offen zu sagen.

Beschäftigte, die Angst haben, wollen eher das Unternehmen wechseln

Beschäftigte, die sich nicht trauen, gegenüber Vorgesetzen Probleme anzusprechen, wollen eher den Arbeitgeber wechseln. Rund jeder Dritte (29 Prozent) denkt in diesem Fall darüber nach, das Unternehmen zu verlassen.

Ein negatives Betriebsklima kann sich laut DGB auch auf die körperliche und seelische Gesundheit der Beschäftigten auswirken. "Das Betriebsklima kann im positiven Fall Motivation, Wohlbefinden und Gesundheit der Beschäftigten fördern. Fehlende soziale Unterstützung und ein destruktives Führungsverhalten führen dagegen zu Stress", heißt es.

Jeder Dritte erfährt zu wenig Wertschätzung

Ein weiteres Ergebnis der DGB-Umfrage: Ein Drittel der Befragten (32 Prozent) fühlt sich im Beruf vom Chef zu wenig wertgeschätzt. Je anspruchsvoller die Tätigkeit, desto häufiger berichten Beschäftigte von Wertschätzung durch den Vorgesetzten. Bei Mitarbeitern, die Hilfstätigkeiten verrichten, liegt der Anteil bei gerade einmal 56 Prozent. bei Beschäftigen, die hochkomplexe Tätigkeiten ausüben, beläuft er sich auf 77 Prozent.

Während die Beziehung zum Chef von Beschäftigten oft als angespannt wahrgenommen wird, bewertet hingegen ein Großteil der Umfrage zufolge das Verhältnis zu den Kollegen als positiv. 85 Prozent der Befragten gaben an, Hilfe und Unterstützung durch ihre Kollegen zu erfahren. In Unternehmen, die die Kollegialität fördern, steigt der Anteil sogar auf 94 Prozent. In Betrieben, die diese nicht fördern, sinkt der Anteil auf 70 Prozent.

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