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Landwirtschaft

07.02.2020

Für den Tierschutz: 40 Cent Extra-Steuer pro Kilo Fleisch?

Ein Beratergremium der Bundesregierung bringt eine Extra-Steuer für den Tierschutz ins Gespräch.
Bild: Yvonne Weis/stock.adobe.com

Damit es Tieren besser geht, sollen Bauern mehr Geld erhalten. Nun wird diskutiert, woher es kommen soll. Auf Verbraucher kommen wohl Preiserhöhungen zu.

Wer Fleisch essen will, muss dafür künftig wohl tiefer in die Tasche greifen. Mit dieser Aussage bereitet Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) schon seit Monaten den Boden für die anstehenden Reformen der Agrarpolitik. Die Landwirtschaft steht derzeit an vielen Fronten unter Druck: Klimaschutz, Insektensterben, Nitrat im Grundwasser, Glyphosatrückstände in Lebensmitteln sind nur einige der Schlagworte, die zeigen, wie sehr öffentliche Wahrnehmung und landwirtschaftliche Praxis auseinanderklaffen. Und mit den Bedingungen der Massentierhaltung gibt es noch ein Thema, bei dem die Empörung der Verbraucher garantiert ist – ohne, dass sich diese bisher in den Kaufentscheidungen an der Ladentheke widerspiegeln würde.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner diskutiert mit den Demonstranten.
Bild: Michael Kappeler/dpa

Beratergremium fordert Steueraufschlag auf Eier, Milch und Fleischprodukte

Nun hat ausgerechnet ein Beratergremium der Landwirtschaftsministerin gefordert, Maßnahmen für mehr Tierwohl durch einen Steueraufschlag auf Eier, Milch und Fleischprodukte zu finanzieren. Dies berichtete zumindest die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Verweis auf die Entwurfsfassung eines Empfehlungskatalogs, den das sogenannte Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung derzeit erarbeitet.

Das ist zwar bemerkenswert, da Klöckner bisher immer deutlich gemacht hat, dass sie statt einer Steuer eine freiwillige Lösung vorziehen würde. Das Geld, das die Bauern brauchen, um ihre Ställe umzubauen und mehr Tierwohl zu garantieren, „muss nicht automatisch aus zusätzlichen Steuern oder Steuererhöhungen kommen. Es kann durch Schwerpunktsetzungen erreicht werden“, sagte sie erst Anfang Januar.

Für den Tierschutz: 40 Cent Extra-Steuer pro Kilo Fleisch?

Aber den Vorschlag, ein Mehr an Tierwohl durch höhere Steuern zu finanzieren, haben schon andere gemacht. Die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) etwa, die der Überzeugung ist, das von Klöckner kürzlich durch das Kabinett gebrachte, freiwillige staatliche Tierwohl-Siegel reiche nicht aus, um die Verbraucher dazu zu bewegen, mehr Geld für eine bessere Haltung auszugeben.

Aufschläge zwischen 2 und 40 Cent pro Kilo - je nach Produkt

Dem Zeitungsbericht zufolge könnte der Preisaufschlag für Fleischprodukte bei 40 Cent pro Kilogramm liegen. Auch andere tierische Produkte sollten demnach zusätzlich besteuert werden: mit 2 Cent pro Kilo Milch, Milchprodukte und Eier sowie 15 Cent pro Kilo Käse, Butter oder Milchpulver.

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin Mitte Januar eine steuerfinanzierte Tierwohlabgabe für Fleisch und Milchprodukte gefordert. Die Rede war von bis zu 50 Cent pro Kilogramm Fleisch. Zudem solle für Fleisch und Milchprodukte der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig werden und nicht der reduzierte von 7 Prozent, so Greenpeace. Parallel könnten Steuern auf pflanzliche Lebensmittel sinken und so Verbraucher entlastet werden. (mit dpa)

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09.02.2020

Sollen die Verbraucher auf diese Art und Weise zu Vegetarier oder Veganer werden? Wenn die "Supermärkte" nicht mit "um xxx % billiger" werben würden und auch bei der Herstellung der Lebensmittel auf eine tiergerechte Haltung achten, könnten die Bauern auch für die Produkte einen entsprechenden Preis erhalten. Wo kaufen denn die Leute mit dem Vorschlag für die Steuern auf tierische Lebensmittel ihre Produkte? Achten diese Mitbürger-/innen auch auf die artgerechte Haltung der Schlachtiere? Wenn die genannten Steueren - offensichtlich sind wir nur die Meklkühe der Nation " kommen sollten, geht dies auch an den Geldbeutel der Rentner und Kleinverdiener. Hier könnte ein alter Fachingsschlager gelten: Wer hat soviel Pinkepinke, wer hat dies bestellt.

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