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Gaspreise
07.08.2021

Verbraucherschützer fordern politische Reaktion auf hohe Energiekosten

Mit durchschnittlich 6,2 Cent pro Kilowattstunde liegt Deutschland beim Gaspreis EU-weit im Mittelfeld.
Foto: picture alliance / dpa

Exklusiv Die Gas- und Strompreise steigen deutlich an. Der Verbraucherzentrale Bundesverband appelliert nun an die Politik, mit Härte einzugreifen.

Angesichts der heftig steigenden Gas- und Strompreise fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband die Regierung zum Handeln auf. „Die Politik könnte die Verbraucher entscheidend entlasten, indem sie den Strompreis senkt, Industrieausnahmen bei der EEG-Umlage und den Netzentgelten abschafft und die Netzentgelte für Strom und Gas reduziert“, sagte der Energieexperte des Verbandes, Thomas Engelke, unserer Redaktion. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox sind die Preise für Heizung, Strom und Sprit in den vergangenen zwölf Monaten um 18 Prozent gestiegen. Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) hat ermittelt, dass Strom an der Börse so teuer ist wie seit 13 Jahren nicht mehr.

Dem EWI zufolge wurden in der ersten Julihälfte 2021 an der Strombörse zeitweise mehr als 90 Euro pro Megawattstunde bezahlt. Ein Preis, der zuletzt 2008 aufgerufen worden sei. Damit haben sich die Preise seit Anfang des Jahres den Experten zufolge etwa verdoppelt. Maßgebliche Faktoren sind die Brennstoffkosten für Steinkohle und Gas sowie die Preise für Emissionszertifikate.

Strom ist so teuer wie seit 13 Jahren nicht

„Die Strom- und Gaspreise steigen für die privaten Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland wieder einmal“, kritisierte Verbraucherschützer Engelke. Er forderte, den Strompreis an drei Punkten zu senken. Erstens müssten die Industrieausnahmen von der EEG-Umlage, die Verbraucher heute zusätzlich zahlen, steuerlich finanziert werden. Die Industrieausnahmen von den Netzentgelten, die die Verbraucher ebenfalls zusätzlich zahlen, sollten laut Bundesverband ganz abgeschafft werden. „Und drittens: Die Stromsteuer muss auf das von der EU vorgegebene Minimum reduziert werden“, sagte Engelke.

Insgesamt würde sich damit eine Ersparnis für die Verbraucherinnen und Verbraucher von circa vier Cent pro Kilowattstunde ergeben. „Ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch könnte so etwa 140 Euro im Jahr sparen“, sagte der Verbraucherschützer, der gleichzeitig dazu riet, bei Bedarf den Anbieter zu wechseln: „Dabei sollten Sie beim Vergleich der Tarife nicht nur auf die Konditionen des ersten Jahres, sondern auch auf die des zweiten und dritten Jahres achten.“ (lan)

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