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Existenzgründungen 2013

25.07.2013

Gründerentwicklung in Deutschland und Finanzierungsmöglichkeiten für Existenzgründer

Bild: © S.Kobold - Fotolia.com.jpg

Wie ist die aktuelle Situation der Existenzgründungen in Deutschland? Welche Möglichkeiten gibt es, die Chance auf den Gründungszuschuss zu erhöhen?

Aktuelle Gründersituation in Deutschland: Die Anzahl der Existenzgründungen ist aktuell stark rückläufig. Laut Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamtes (Freie Berufe und Reisegewerbe sind hierbei nicht berücksichtigt) fanden im vergangenen Jahr 2012 nur rund 346.000 Existenzgründungen statt. Das ist seit über 15 Jahren der schlechteste Wert - der Vergleich: 2011 waren es noch ca. 401.000, 2010 ca. 418.000 und 2004 noch ca. 573.000 Existenzgründungen.

Mögliche Ursachen für den Rückgang der Existenzgründungen

Hauptverantwortlich für das deutlich nachgelassene Gründungsinteresse der Deutschen sind wohl sinkende Arbeitslosigkeit, zunehmender Fachkräftemangel und die demografische Entwicklung. Zudem wird es Existenzgründern auch von staatlicher Seite nicht gerade leicht gemacht: Ende 2011 wurde die Vergabe der beliebtesten Gründerförderung, der „Gründungszuschuss“ der Arbeitsagenturen (bis zu ca. 18.000 Euro geschenktes Geld), drastisch erschwert. Aus der ehemaligen „Muss-Leistung“ wurde ab dem 28.12.2011 eine „Kann-Leistung“ mit der Folge, dass die Vergabe des Gründungszuschuss nun vor dem Hintergrund enormer Einsparungsvorgaben im Ermessen der jeweiligen Arbeitsagenturen liegt. Das Ergebnis: Im Jahr 2012 wurden etwa 80% weniger Gründungszuschüsse vergeben als noch im Jahr 2011 - und auch im aktuellen Jahr 2013 setzt sich dieser Trend leider fort.

Möglichkeiten für Existenzgründer, die Chancen auf die Vergabe des Gründungszuschusses zu erhöhen

Gemäß den Aussagen von spezialisierten Unternehmensberatern gibt es scheinbar diverse Möglichkeiten, die Chancen auf einen Gründungszuschuss zu maximieren. Diese Möglichkeiten hängen jedoch wohl von den individuellen Umständen des Existenzgründers ab - und eine Garantie für eine Zusage gibt es leider nicht, da es leider eine Ermessenssache des zuständigen Sachbearbeiters bei der Arbeitsagentur bleibt.

Gründungsberater bzw. Unternehmensberater haben jedoch im Rahmen der Gründungszuschuss-Beantragungen ihrer Kunden zum Beispiel immer wieder festgestellt, dass einer der häufigsten Ablehnungsgründe eine „gute Vermittelbarkeit“ als Angestellter im Arbeitsmarkt darstellt. Es gilt also hierbei - insbesondere auch im Businessplan (welcher Pflichtbestandteil der Gründungszuschuss-Beantragung ist) - darzustellen, warum man am Arbeitsmarkt schlecht vermittelbar ist. Gründe hierfür können zum Beispiel eine starke regionale Gebundenheit, eine unterdurchschnittliche Ausbildung oder eine sehr enge fachliche Kompetenz sein.

Ein weiterer, häufig von Unternehmensberatern beobachteter Ablehnungsgrund der Arbeitsagenturen ist die nicht gegebene Notwendigkeit des Gründungszuschusses zur Sicherung des Lebensunterhalts eines Existenzgründers. Auch an dieser Stelle kommt wieder der Businessplan ins Spiel. Die Arbeitsagenturen möchten für die Beantragung in der Regel Planrechnungen ohne Berücksichtigung des Gründungszuschusses sehen. Zu diesen Planrechnungen gehört unter anderem ein Liquiditätsplan. Nun liegt es normalerweise in der Natur der Sache, dass die monatliche kumulierte Liquidität hierbei stets positiv ist - also der Unternehmer liquide bzw. zahlungsfähig ist. Ist dies allerdings im Businessplan für den Gründungszuschuss-Antrag der Fall, so läuft man Gefahr, dass der Antrag abgelehnt wird, da man bereits ohne den Gründungszuschuss auch in den ersten Monaten überleben kann. Ergo: Aus dem Businessplan sollte hervorgehen, dass der Gründungszuschuss notwendig ist, um den Lebensunterhalt zumindest der ersten 6 Monate bestreiten zu können. Nähere Informationen zum Thema Businessplan sind auf dem Portal www.businessplan.org zu finden.

Möglichkeiten für Gründer mit Finanzierungsbedarf

Die Alternative oder Ergänzung zu einem Zuschuss ist in der Regel ein Gründerkredit. Hier gibt es aktuell tolle Programme z.B. von der KfW-Bank. Der beliebteste Gründerkredit ist der sogenannte ERP Gründerkredit Startgeld (Programmnummer 067). Hierbei können Existenzgründer, Freiberufler und kleine Unternehmen bis 3 Jahre nach der Gründung eine Finanzierung von bis zu 100.000 Euro zu relativ zinsgünstigen Konditionen beantragen.

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