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Geld

11.01.2019

Grünen-Politiker will Ein- und Zwei-Cent-Stücke abschaffen

Nervig oder wichtig? Über den Sinn von Ein- und Zwei-Cent-Münzen wird schon länger gestritten.
Bild: Ulrich Wagner

"Überflüssig" und ein "Ärgernis": Geht es nach dem Grünen-Politiker Oliver Krischer, sollten Ein- und Zwei-Cent-Münzen bald der Vergangenheit angehören.

Die Bundesbank soll nach dem Willen der Grünen künftig keine Ein- und Zwei-Cent-Stücke mehr prägen. "Die Münzen sind komplett überflüssig und hauptsächlich ein Ärgernis in  der Geldbörse", sagte Fraktionsvize Oliver Krischer der Saarbrücker Zeitung.

Auch in Finnland und Irland würde die Zentralbank keine Ein- und  Zwei-Cent Münzen mehr herstellen. "Diesem Beispiel sollte sich die Deutsche Bundesbank anschließen", betonte Krischer. In der Folge könne der Handel dann "nur noch abgerundete Preise auszeichnen, also die hinten eine 0 oder 5 stehen haben".

Aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage des  Grünen geht hervor, dass 2018 rund 453 Millionen Ein-Cent-Stücke und 479 Millionen Zwei-Cent-Stücke produziert wurden. Für die Herstellung seien in den vergangenen drei  Jahren 416 Tonnen Kupfer und 7026 Tonnen Stahl benötigt worden. "Das ist schon eine große Verschwendung an Geld, Metallen und Energie", so Krischer.

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Trotz der Kritik an dem verkupferten Kleingeld werden - gemessen an der Stückzahl - am häufigsten kleine Münzen produziert. In den Jahren 2016 und 2017 gaben die Euro-Ländern jeweils rund 3,6 Milliarden 1-Cent-Münzen und 2-Cent-Stücke aus. Zum Vergleich: 1-Euro-Münze und 2-Euro-Münze wurden jeweils etwa 1,6 Milliarden Mal geprägt.

Kleine Münzen werden am häufigsten produziert - und gehen oft verloren

Weil viele der kleinen Münzen regelmäßig in Sparschweinen landen oder verloren gehen - Schätzungen zufolge etwa zwei Drittel der 1- und 2-Cent-Stücke - beklagte Belgien im Sommer einen Engpass bei Cent-Münzen. In Medienberichten wurde ein Sprecher des dortigen Finanzministeriums damit zitiert, es gebe bereits Überlegungen, die Belgier in einer nationalen Kampagne dazu aufzurufen, die kupferroten Münzen zur Bank zu bringen, um so zumindest einige davon wieder in den Zahlungskreislauf zurückzuholen.

Eigentlich sind Münz-Engpässe in einzelnen Euroländern aber unwahrscheinlich. Denn notfalls helfen die Zentralbanken der anderen Länder aus, wenn es bei einer Stückelung vorübergehend knapp wird.

In Deutschland ist Bargeld nach wie vor sehr beliebt. Karten - insbesondere die Girocard - kommen beim Bezahlen aber immer häufiger zum Einsatz. Nach einer Studie der Deutschen Bundesbank sanken die Barzahlungen 2017 gemessen am Umsatz erstmals unter 50 Prozent auf 48 Prozent. (AZ)

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