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Hannover Messe 2019
01.04.2019

Freund und Helfer? Eine kleine Kulturgeschichte des Roboters

An einem Stand der Unternehmensgruppe für Steuerungs- und Automatisierungstechnik Festo gibt ein Roboter einem Mann die Hand.
Foto: Christophe Gateau, dpa

Auf der Hannover Messe 2019 dreht sich in den nächsten Tagen alles um ihn: den Roboter. Seine Geschichte reicht weit zurück - und spielt auch in der Region.

In der Comic-Serie „Futurama“ kann der Zuschauer einiges darüber lernen, wie intelligente Maschinen in einer entfernten Zukunft ticken. Vorausgesetzt natürlich, man lässt sich ein auf die ziemlich abgedrehte Zukunftsvision, die sich der Macher der Serie, „Simpsons“-Erfinder Matt Groening, ausgedacht hat: In der „Futurama“-Welt gibt es zu Beginn des 31. Jahrhunderts mehr Maschinen als Menschen. Sie dürfen heiraten, arbeiten und Eigentum besitzen. Industrieroboter Bender, eine der Hauptfiguren, hat noch dazu ein erklärtes Ziel: alle Menschen umzubringen.

Groening spielt mit Klischees und Vorurteilen, die so alt sind wie die Idee einer intelligenten Maschine selbst – und die mit der Roboter-Realität, die man in diesen Tagen auf der Hannover Messe beobachten kann, nur wenig zu tun haben. Dort schenken Maschinen unter den Augen von Journalisten Bier ein oder spielen eine Partie Tischtennis. Die Weltherrschaft haben sie indes noch nicht an sich gerissen.

Schon in der Antike gab es erste Automaten

Dass Menschen Robotern mit einer Mischung aus Faszination und Grusel begegnen, hat viel mit Männern wie Karel Capek zu tun. Der Tscheche gilt als früher Science-Fiction-Autor, sein Theaterstück „Rossum‘s Universal Robots“ feierte im Januar 1921 Premiere. Ein Unternehmen baut darin künstliche Menschen, für die Capeks Bruder Josef das Wort „Roboter“ erfand – entlehnt vom tschechischen Begriff für Fronarbeit, „robota“. Die Maschinen werden als Arbeitskräfte eingesetzt, rebellieren jedoch und vernichten die Menschheit.

Der Wunsch des Menschen, Automaten zu erschaffen, ist freilich viel älter: Schon in der Antike erdachte Heron von Alexandria erste Musikmaschinen. Im 15. und 16. Jahrhundert entwarf Leonardo da Vinci unzählige Maschinen. Als Vater einer regelrechten Automaten-Bewegung gilt jedoch Jacques de Vaucanson: Der Konstrukteur erfand eine mechanische Ente, die aus mehreren hundert beweglichen Einzelteilen bestand, schnattern konnte und mit den Flügeln schlug.

Nun tanzen sie auch noch: Ein Künstler mit einem Roboter des Technologieunternehmens ABB bei der Eröffnungsfeier der Hannover Messe 2019.
Foto: Friso Gentsch

1973 erfand Kuka in Augsburg den Famulus

Bis der erste Roboter Einzug in Fabriken hielt, vergingen allerdings noch einmal rund 200 Jahre. Im Jahr 1954 meldete der Amerikaner George Devol ein Patent an, aus dem er in den Jahren danach den Unimate entwickelte, den ersten Industrieroboter der Welt.

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Ab den 1960er Jahren setzte der Siegeszug der Roboter endgültig ein. 19 Jahre nach der Erfindung des Unimate entwickelte das Augsburger Unternehmen Kuka den Famulus, den ersten Industrieroboter, der mit sechs elektromechanisch angetriebenen Achsen funktioniert. Heute sind die orangefarbenen Roboter von Kuka aus vielen Fabriken nicht mehr wegzudenken.

Auf der Hannover Messe sucht man das Unternehmen heuer allerdings vergebens: Nach den Turbulenzen der vergangenen Monate hat das Management den Stand auf der Messe gestrichen.

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