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Spielwarenmesse Nürnberg

29.01.2019

In das Spielzeug zieht immer mehr Elektronik ein

Spielzeugtraktoren der Marke Siku sind bald per Handy steuerbar.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Klassiker werden neuerdings technisch aufgerüstet – und sind dann per Smartphone steuerbar. Doch es gibt auch einen Gegentrend beim Spielzeug.

Wenn zu Hause ein Dreijähriger wohnt, weiß man ungefähr, für was er sich begeistert: Autos, Eisenbahnen, Flugzeuge. Das ist seit Generationen so. Für Spielzeughersteller ist es sicher nicht leicht, mit neuen Produkten zu punkten. Zur Eröffnung der Spielwarenmesse in Nürnberg, die noch bis zum 3. Februar läuft, stellten die Firmen ihre Neuheiten für das Fachpublikum vor. Ein deutlicher Trend zeichnet sich dabei ab: Bekannte Spielzeuge werden elektronisch ausgestattet – und sind plötzlich per Smartphone oder Tablet-PC zu bedienen. Zum Beispiel die Spielzeugtraktoren von Siku.

Die Schlepper sind naturgetreue Nachbildungen richtiger Modelle und seit Jahren bekannt. Jetzt hat Siku die Modelle aufgerüstet. Zum Beispiel einen Miniatur-Traktor des Herstellers Claas: Das Spielzeugfahrzeug kann Blinker und Scheinwerfer einschalten, fährt elektrisch und dreht – wie das Original – seine Fahrerkabine. Als Neuheit ist der Schlepper jetzt mit dem Smartphone aus der Ferne steuerbar. "Spielende Kinder ab sechs, acht Jahren setzen sich stark mit den elektronischen Medien auseinander", sagt Thomas Kalkuhl von Siku, wohinter die Firma Sieper aus Lüdenscheid steckt. "Falls Kinder das Handy schon in der Hand haben, können sie jetzt auch reale Dinge steuern", meint er. Ab September soll der Schlepper für rund 200 Euro zu kaufen sein.

Die Abenteuer-Konsole "toi+" von Ravensburger

Die Brettspiel-Firma Ravensburger will digitale Technik einsetzen, um die Fantasie anzuregen. Und zwar mit der Spielekonsole "toi+", die Anweisungen gibt und Geräusche erzeugt. Mit dem Gerät in der Hand soll sie Mädchen und Jungen ab sechs Jahren bald in aktionsreiche Abenteuer versetzen – zum Beispiel in das Labyrinth eines alten Maya-Tempels. Fledermäuse fliegen auf, Affengeschrei ertönt. Die Töne liefert die Konsole, die Bilder dazu sollen im Kopf der Kinder entstehen.

Kinder sollen mit der Konsole "toi+" von Ravensburger Abenteuer erleben.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Die chinesische Firma Giiker wiederum hat es geschafft, den in den 80er Jahren beliebten Zauberwürfel mit Sensoren vollzustopfen. Wer daran scheitert, die farbigen Seiten zu vervollständigen, dem hilft ein Computerprogramm. Noch ist der dem Klassiker "Rubik’s Cube" sehr ähnliche Würfel aber nicht auf dem deutschen Markt.

Spielzeug wird digitaler, doch es gibt auch einen umgekehrten Trend. Viele Firmen holen die Helden der Kinder von heute aus der fiktiven Welt in die Realität: zum Beispiel die Schweinchen-Truppe rund um Peppa Wutz. Die Serie läuft im Fernsehen oder auf Youtube. Jetzt gibt es Peppas Welt im Puppenhaus-Maßstab zu kaufen: Peppas Haus, den Schulbus, das rote Familienauto. Auf den Markt bringt die Peppa-Welt die US-Firma Jazwares.

Das Bobby-Car bekommt ein Facelift

Der Rennbahn-Hersteller Carrera wiederum setzt auf die Hunde-Helden von "Paw Patrol". Auf einer kleinen Rennbahn flitzen bald die Hauptfiguren Marshall und Chase im Kreis. Manche Spielsachen aber sind derart etabliert, dass die Hersteller die Klassiker nur sorgsam weiterentwickeln.

Neues Design: Das Bobby-Car bekommt ein Facelift.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Das Rutschauto Bobby-Car bekommt dieses Jahr ein "Facelift" – ein neues Design. Und der Spielhersteller Schmidt hat seinen gänzlich undigitalen Kartenspiel-Klassiker Ligretto überarbeitet, den es seit 30 Jahren gibt. Präsentiert hat das Spiel Tischtennis-Star Timo Boll. Der Spieler versucht, seine Karten möglichst schnell loszuwerden. "Leider lässt im Alter die Geschwindigkeit nach", bedauerte Boll.

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