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Landesbank
14.08.2020

BayernLB will insgesamt 800 Stellen abbauen

Die BayernLB will 800 Stellen abbauen.
Foto: Andreas Gebert, dpa

Die BayernLB steht trotz Corona-Krise stabil da. Doch die Landesbank leidet seit Jahren unter der Nullzinspolitik der EZB und steigenden Kosten. Nun sollen zusätzliche Jobs wegfallen.

Die unter der Corona-Pandemie, Niedrigzinsen und den Kosten der Bankenregulierung leidende BayernLB will insgesamt 800 Stellen abbauen. Zusätzlich zu den bereits 2019 angekündigten 400 Stellenstreichungen sollen weitere Kürzungen in vergleichbarer Größenordnung kommen, wie die Bank am Freitag mitteilte.

Betriebsbedingte Kündigungen wird es demnach aber nicht geben, der Abbau soll sozialverträglich über die Bühne gehen. "Wir werden das im Lauf des zweiten Halbjahrs in Absprache mit den Personalvertretern finalisieren", sagte Finanzvorstand Markus Wiegelmann.

Damit wird ein beträchtlicher Anteil der 3000 Stellen in der BayernLB-Kernbank wegfallen. Grund ist der 2019 beschlossene Umbau der Landesbank, unter anderem werden die Aktivitäten am Kapitalmarkt reduziert. Insgesamt beschäftigt die BayernLB inklusive ihrer Online-Bank DKB und anderer Töchter über 8000 Menschen. Die Landesbank ist zu drei Vierteln in bayerischem Staatsbesitz, ein Viertel gehört den bayerischen Sparkassen.

BayernLB: Nettogewinn brach um fast zwei Drittel ein

Im ersten Halbjahr schrumpfte das Vorsteuerergebnis des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte auf 158 Millionen Euro. Der Nettogewinn brach sogar um fast zwei Drittel auf 101 Millionen Euro ein, weil die Bank erheblich mehr Ertragsteuern zahlte als ein Jahr zuvor. Allerdings konnte die Landesbank ungeachtet der Dauerniedrigzinsen ihren Zinsüberschuss leicht und den Provisionsüberschuss sogar ziemlich kräftig steigern, beides zusammen belief sich auf eine gute Milliarde Euro. "Operativ sind wir gut und stabil unterwegs", sagte Wiegelmann.

Die Corona-Krise macht sich in mehrfacher Hinsicht bemerkbar. "Wir unterstützen in der Corona-Pandemie sehr stark die Realwirtschaft", sagte Wiegelmann. "An Fördermitteln haben wir über die Sparkassen und direkt bereits über zwei Milliarden Euro ausgereicht."

Auf der anderen Seite rechnen die Landesbanker damit, dass in Zukunft mehr Firmenkunden als bisher ihre Darlehen coronabedingt nicht zurückzahlen können. Wegen befürchteter Kreditausfälle hat die BayernLB ihre Risikovorsorge daher von 10 auf 75 Millionen Euro erhöht. "Wir haben im Moment noch keine Einzelfälle", sagte Wiegelmann. "75 Millionen sind für eine Bank unserer Größe aber nicht sehr viel, das ist ein normaler Wert."  

Einlagensicherung der BayernLB: "Das ist für uns schmerzhaft"

Die Kosten für Bankenabgabe und Einlagensicherung stiegen ebenfalls kräftig um fast ein Fünftel auf 142 Millionen Euro. "Das ist für uns schon schmerzhaft, damit hadern wir ein bisschen", sagte der Finanzvorstand. 

Wichtigste Tochter der BayernLB ist die DKB. Deren Gewinn sank zwar ebenfalls, allerdings gewann die Online-Bank wie erhofft viele neue Kunden: Ende Juni waren es 3,5 Millionen, 300 000 mehr als ein Jahr zuvor. Damit ist die DKB laut BayernLB Nummer zwei der deutschen Direktbanken. Wegen der coronabedingt ungewissen Aussichten gaben Vorstandschef Stephan Winkelmeier und seine Kollegen keine Prognose für das laufende Jahr ab. (dpa/lby)

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