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MAN Energy Solutions

26.03.2019

MAN in Augsburg kauft Wasserstoff-Spezialisten H-Tec Systems

MAN Energy Solutions-Chef Uwe Lauber sieht eine neue Partnerschaft mit H-Tec Systems als Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft.
Bild: Siegfried Kerpf

Das Unternehmen MAN Energy Solutions will grüner werden – und macht mit einem Zukauf einen weiteren Schritt in diese Richtung.

Lange trug das Augsburger MAN-Werk den Namen Diesel & Turbo. Vergangenes Jahr jedoch war Schluss mit dem traditionsreichen Namenszusatz. Das Unternehmen, das mittlerweile zum Volkswagen-Konzern gehört, heißt nun MAN Energy Solutions und will sich passend dazu auch neu am Markt ausrichten: weg vom Fokus auf fossile Energieträger und hin zu nachhaltigen Technologien. Schon 2017 hatten die Augsburger angekündigt, das Geschäft mit grünen Energien bis zum Jahr 2030 zur zentralen Säule des Unternehmensumsatzes zu machen.

Aus Wasserstoff lassen sich synthetische Kraftstoffe herstellen

Nun geht das VW-Tochterunternehmen einen weiteren Schritt in diese Richtung und übernimmt 40 Prozent der Anteile des norddeutschen Wasserstoff-Spezialisten H-Tec Systems. Die restlichen Anteile von H-Tec Systems hält das Unternehmen GP Joule, das unter anderem einen Standort in Buttenwiesen im Landkreis Dillingen hat. Der Vertrag sieht auch eine Option auf die vollständige Übernahme vor. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

„Wir sehen die Partnerschaft als strategischen Schritt und als unseren Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft“, betonte Uwe Lauber, Vorstandschef von MAN Energy Solutions. Aus Wasserstoff ließen sich eine Vielzahl von synthetischen Kraftstoffen gewinnen. Diese seien nach Laubers Worten dringend notwendig für die Umsetzung der Energiewende, „denn sie machen erneuerbare Energie auch außerhalb der Stromnetze nutzbar“.

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MAN Energy Solutions bezeichnet sich selbst als „Pionier der Power-to-X-Technologie“, mit der überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien in andere Energieträger umgewandelt werden kann.

Bereits 2017 hatte MAN Energy Solutions 40 Prozent des kanadischen Batterie-Spezialisten Aspin Kemp Associates übernommen, im Jahr 2015 war ein Geschäftszweig der schwedischen Firma Cryo AB gekauft worden, der die Ausrüstung für Lagerung, Vertrieb und die Handhabung von Flüssigerdgas herstellt. (schsa)

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27.03.2019

@Michael G.
Die Elektrolyse benötigt, so viel ich noch weiß, 44 kWh /kg H2, technisch wird man also nie darunter kommen. Damit sprechen wir immer von Wasserstoff als Sekundärenergie. Die wird immer x so teuer wie der Produktionsstrom sein. Wenn ihre Inseln sich das leisten wollen, werden die dann den H2 auf 300bar oder 700 bar komprimieren und mit einem 40ter übersetzen. (Literatur und Linde sagen 40ter kann 350kg bis 1100kg H2 transportieren )...der Preis wird eher nicht billiger? Auf der Insel kostet eine H2 Tankstelle 1.5 bis 1.8 Millionen Euro, mit deutscher Subvention 1 Million. Die reichen dann für 50 bis 100 Pkws/Lkws....die Tankstelle benötigt dann 15min um die 700 bar für den nächsten Tankvorgang sicher zu stellen und nochmals Energie. Man sollte auch schnell tanken, sonst hat man nach einem Monat eher weniger im Speicher. Sollte man den Inselbewohnern nicht fairerweise sagen, dass seit 2009 die PV Preise um 75% gefallen sind, die Batteriespeicher sich ab diesem Jahr rechnen und wir schon längst ins Elektronenzeitalter aufgebrochen sind?

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27.03.2019

Sie müssen sich jetzt nicht so auf das Insel Beispiel fokussieren.

Worauf ich damit hinaus wollte ist, dass sie nicht so einfach deterministisch für alle möglichen einsatzzwecke auf dieser Welt entscheiden können.
Bei MAN sitzen ja vermutlich auch Herren und Damen, die dieses Gebiet deutlich genauer analysiert haben, als wir beide.

Zum Strompreis: dieser kommt nach der „Merit-Order“ (einfache logische Aufreihung der Grenzkosten zur Erzeugung einer kWh). Bei erneuerbaren energien betragen diese grenzkosten exakt 0,00€.

Da PV, Wind- und Wasserkraft nicht einfach vom netzt genommen werden kann (technisches Hindernis) und die Betreiber der Anlagen gar nicht daran interessiert sind (politisches Hindernis -> EEG Gesetz), kommt es immer häufiger zu Überkapazitäten im Netz. Dies sorgt nicht nur für einen geringen sondern zeitweise für einen negativen Strompreis! Hier müssen Großverbraucher, wie Stahlindustrie „bestochen“ werden, damit sie den Strom verfeuern (Sie bekommen Geld dafür, dass sie Strom verbrauchen).

Möchten wir auf erneuerbare Energie umstellen, brauchen wir noch mehr Sonnen, Wind und Wasserkraft. Die Ungleichmäßigkeiten im Netz werden weiter zunehmen.

Das bestätigt auch die Zunahme von Netzstabilisierungsmaßnahmen, sowie Zeiten mit negativen Strompreisen im dreistelligen Bereich!

Und genau hier kommt Wasserstoff ins Spiel. Mit Elektrolyse Anlagen direkt an den Strom“Erzeugern“ wäre das eine saubere Sache.

Ich verstehe gar nicht, warum sie da so Kontra gehen? Gerade mit TESLA hat man großartiges erreicht, um Autos elektrisch anzutreiben. Es wird jedoch in absehbarer Zeit definitiv nicht möglich sein ein Containerschiff oder einen großen Jet mit Akkus zu betreiben. Wenn MAN da eine Lösung gefunden hat, ist das doch eine hervorragende Sache!


Und dann noch zu guter letzt eine kleine Randbemerkung: ich glaube sie gehen davon aus, dass man den Wasserstoff anschließen wieder verbrennt um damit einen Elektromotor anzutreiben (das ist tatsächlich eine relativ ineffiziente Geschichte). Dem ist nicht so! Wasserstoff ist ein extrem wichtiger Rohstoff in der chemischen Industrie und MAN möchte diesen nun eben weiterverarbeiten um damit einen Kraftstoff zu erzeugen.

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28.03.2019

Bin in Sachen Industrie und Sektorenkopplung voll bei Ihnen, bei Schifffahrt hättens mir da ne Studie? (Wie groß ist der Tank für eine Aida, wieviel Energie kostet das Betanken und speichern, wie lange hält BZ, wieviel Platin brauch ich (selbst gesprüte Schichten), Bei Flugzeug bräuchte man das vierfache Tankvolumen und kompakte Rundtanks. Da wäre allein für den europäischen Markt der Kerosinverbrauch in PV und WKA zu beziffern, neben Elektromobilität für Pkw, für Lkw, Schifffahrt, Industrie, ?

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27.03.2019

@ Jochen R., Peter G.

Zwei Ansichten, die radikaler nicht sein könnten! Radikalität hat aber in Wissenschaft/Technik zu meist kein Platz.

Das sieht man an der Vielflat technisch ähnlicher Systeme. Beispielsweise heizen wir mit Strom, Gas, Öl, Fernwärme, ....
Die Autos fahren mit Dieseln, Benzin, LPG, CNG, Strom, H2....

Der Grund ist einfach: bei der vielfältigen Zahl der Anwendungen hat jedes System vor und Nachteile.

Ja, E-Autos benötigen weniger elektrische Energie, allerdings lässt sich H2 z.B. auch ohne Infrastruktur transportieren. Wie bekommen Sie z.B. die Energie auf eine Insel oder in ein anderes Land, wenn keine Leitung (Übertragung mit Verlust) vorhanden ist? Wollen sie tausende Tonnen Batterien durch die Gegend Schiffen?

Wie siehts mit dem Flugverkehr aus? Man bräuchte hunderte Tonnen Akkus um die nötige Energie bereitzustellen.
Was ist mit Frachtschiffen, die Wochen lang zur See fahren? Wasserstoff wäre hier eine Lösung.

Man kann nicht aus der privaten Autonutzung auf die weltweite Nachfrage schließen!
Es lohnt sich in alle Richtungen zu forschen, meistens macht’s die Systemkombination!

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27.03.2019

Je nach Studie brauchen sie 53 kWh bis 63 kWh Strom um aus Wind- und Solarstrom 1 kg H2 herzustellen. Ein Brennstoffzellenauto fährt damit 100km weit. Ein Batterieauto benötigt ca. 20 kWh/100 km....Können sie mir skizzieren wo die drei bis fünfache Menge EE Strom herkommt? Viermal höhere Verspargelung Norddeutschlands? Was ist der große Wasserstoff- Plan? Überschussstrom reicht für wieviel Autos?

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27.03.2019

Wasserstoff gehört die Zukunft, das Batteriewesen ist doch bereits veraltet und überholt, nur die Politiker pumpen noch Geld in dieses System und die Wirtschaft bedient sich dabei!

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