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Porträt

28.02.2020

Master des Plastikgeldes: Allgäuer wird Chef von US-Kreditkartenanbieter

Der Allgäuer Michael Meibach wird 2021 neuer Chef von Mastercard.
Bild: imago

Plus Michael Miebach stammt aus dem Allgäu. Als erster Deutscher ist er im Top-Management von Mastercard. Nun soll er den US-Finanzriesen ganz übernehmen.

Wer ihn sprechen hört, denkt nicht ans Allgäu: Der aus Obergünzburg stammende Michael Miebach ist beim US-Finanzriesen Mastercard seit gut vier Jahren verantwortlich für die Produkte und den Vertrieb des Konzerns. Vor allem aber ist er ein enger Vertrauter von Ajay Banga, dem extrem erfolgreichen Unternehmenschef, dem Miebach nun zum Beginn des kommenden Jahres nachfolgen soll.

Allgäuer Mastercard-Chef Michael Miebach: Das ist der Master des Plastikgeldes

Wenn Miebach im Fernsehen oder für gefilmte Interviews im Internet erklärt, was ihn antreibt, spricht er ein breites amerikanisches Englisch, mit einem kaum merklichen deutschen Akzent. Dem Allgäu ist Miebach längst entwachsen. An der Universität in Passau hat er sich das Rüstzeug geholt für eine bemerkenswerte Karriere. Sie führte ihn von der Citibank zu Barclays, wo er unter anderem das Geschäft im Nahen Osten und Nordafrika verantwortete. Aber er sammelte auch Erfahrung in anderen afrikanischen Ländern wie Botswana und Tansania, in denen extrem dynamische Märkte andere Anforderungen an Bank- und Zahlungsdienstleistungen stellen als in Europa oder Nordamerika.

Anfang 2010 wechselte er zu Mastercard. Wenige Monate nach ihm legte Banga als Chef des US-Konzerns los – und wie. Der Wert von Mastercard hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast versechzehnfacht, auf gut 300 Milliarden Dollar. Diesen Aufstieg haben Entwicklungen begünstigt, die auch den Wert der Konkurrenz beflügelt haben: die Zunahme bargeldlosen Zahlungsverkehrs und der wachsende Internethandel vor allem. Maßgeblichen Anteil am Aufschwung von Mastercard hat aber auch Miebach, der mit dafür gesorgt hat, dass Mastercard nur noch gut die Hälfte des Umsatzes mit den Plastikkarten macht.

Master des Plastikgeldes: Allgäuer wird Chef von US-Kreditkartenanbieter

Diese großen Pläne hat der Allgäuer Michael Miebach mit Mastercard

In einem amerikanischen Fernsehsender hat Miebach auch gleich einmal klargemacht hat, wo er in Zukunft noch Potenzial für das Unternehmen sieht. Die Plastikkarte wird es demnach noch eine Weile geben. Aber Mastercard wird sich noch viel mehr als universeller Zahlungsdienstleister und Technologieunternehmen aufstellen. In Zukunft werde man auch mit der Stimme zahlen können, prognostiziert Miebach.

Den Aufschwung neuer Finanzdienstleister wie Paypal oder Apple, sieht er nicht als Bedrohung, sondern als Chance: Diese Anbieter sind für den Kunden sichtbar, aber im Hintergrund liefen die Finanztransfers dennoch über die Technologie von Mastercard ab. Und: Ein riesiger Markt will auch noch erobert sein. Quasi mit der Ankündigung der Stabübergabe an Miebach, machte Banga auch öffentlich, dass Mastercard eine Lizenz für China erhalten hat. Große Pläne. Zunächst warten auf die beiden aber große Herausforderungen. Wegen des Corona-Virus musste auch Mastercard seine Umsatzziele kassieren, der Börsenkurs sackte ab. (dpa)

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