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Kommentar

28.11.2017

Ministerien hintergehen sich bei Glyphosat-Entscheidung gegenseitig

Die EU-Mitgliedsstaaten verlängern die Zulassung für Glyphosat.
Bild: Patrick Pleul, dpa

Die EU-Mitgliedsstaaten haben die Zulassung für Glyphosat verlängert. Auch weil Deutschland dafür stimmte. Doch das war anders abgesprochen. Eine unfaire Vorgehensweise.

Der Streit um das Pflanzengift Glyphosat mag am Schluss in einer nicht mehr rationalen Weise emotionalisiert worden sein. Doch das rechtfertigt auf keinen Fall, dass sich in der Schlussphase dieser geschäftsführenden Bundesregierung die Minister gegenseitig hintergehen. Doch wenn man der Darstellung von Umweltministerin Hendricks folgt, stimmte das Bundeslandwirtschaftsministerium entgegen allen Absprachen für das Pflanzenschutzmittel.

Eine unabhängige Diskussion über Glyphosat war nicht möglich

Somit steht nun ein deutsches Ja in den europäischen Akten, das dort nicht hingehört. Denn die Bedenken gegen Glyphosat sind weiter nicht vom Tisch. Letztlich war kaum noch eine unabhängige Diskussion über den Sinn und die Risiken solcher Pflanzenschutzmittel möglich. Dabei wäre eben diese nötig gewesen, um bei einer Entscheidung dieser Tragweite wenigstens einen großen Teil der Bürger auf seiner Seite zu haben.

Sicher, der ursprüngliche Vorstoß der Kommission, Glyphosat für weitere zehn Jahre freizugeben, wurde jetzt auf die Hälfte gekürzt. Doch ein Trost ist das wahrlich nicht – zumindest so lange nicht, wie der Verdacht gegen das Herbizid weitgehend ungeklärt im Raum steht.

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28.11.2017

Herr Schmid hat angeblich selbst entschieden !

Eigentlich bin ich mir sicher, dass er von Lobbyisten solange geködert wurde, bis er zusagte. Dabei waren mit an Sicherheit die Angebote so lange gesteigert worden, bis er zugesagt hatte. Ich würde sehr stark ermitteln ob Geldwerte Vorteile oder entsprechende Posten angeboten worden sind. Aus meiner Sicht sind Lobbyisten fast Alle nur für eigene Vorteile tätig. Daraus folgere ich, dass dadurch der Koruption vorschub geleistet wird. Man geht zusammen Essen u.s.w. bis man dem Angebot zustimmt. Ich meine schon immer, dass Lobbyisten ausschließlich für ihre Firmen und nicht für den Bürger tätig sind. Diese Form der Politik muss sofort vollständig verboten werden. Zum Schluss müsten alle Befürworter gezwungen werden für 1 Jahr lang täglich 1 Liter mit Glyphosat verseuchtes Wasser trinken zu müssen. Wetten, dass dann keiner mer Interesse daran hat.

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28.11.2017

Es wird auch Zeit, das „Bayerische Reinheitsgebot von 1516“ für Bier so zu ändern, dass neben den zulässigen Inhaltsstoffen, Wasser, Malz, Hopfen und Hefe auch das bereits enthaltene Glyphosat aufgeführt wird. Und das nach über 60 Jahren CSU-Herrschaft. Da müsste es doch jedem gestandnen Bayern grausen - zunächst nicht vor dem Bier, sondern vor der CSU, die diesen Saustall anrichtet.

Man kann die SPD nur dringend davor warnen mit Figuren wie den CSU-Ministern Dobrindt und Schmidt, deren geballte Blödheit und Hinterfotzigkeit kaum mehr zu ertragen ist, in eine Koalition zu gehen. Und das unter einer Kanzlerin, die inzwischen ihre Unfähigkeit Tag für Tag aufs Neue unter Beweis stellt.

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28.11.2017

"Ministerien hintergehen sich bei Glyphosat-Entscheidung gegenseitig"

Warum eine Überschrift, welche beide Ministerien anprangert, obwohl der CSU Agrarminister meint sich nicht an Abmachungen halten zu müssen.

Tatsache ist, dass der CSU Agrarminister Schmidt nicht den Abmachungen entsprechend gehandelt hat.

Es wäre schließlich nicht das erste mal, dass man mit der CDU ins Bett geht und mit der CSU aufwacht.

Ob Dieselskandal, unnötige Maut, oder jetzt das eigenwillige Verhalten der CSU zeigt deutlch, dass mit der Union keine verlässliche Abmachungen zu treffen sind.

Deutschland braucht eine zuverlässige Regierung und wenn die CSU das nicht kann, soll sie eben in Bayern bleiben.

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28.11.2017

Mir ist es egal ob Glyphosat ja oder nein. Aber Schmidt gehört, wie es in normalen Unternehmen üblich ist, bei einem solchen Affront gefeuert. Ich hoffe, die SPD vergisst das nicht und tritt deshalb NICHT in GroKo-Verhandlungen ein.

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28.11.2017

Aber Schmidt gehört, wie es in normalen Unternehmen üblich ist, bei einem solchen Affront gefeuert.

Für so was wird man von Mutti nicht gefeuert. Die ist nämlich der Bauern- und Chemielobby auf dem Bauerntag bis zum Anschlag in den Allerwertesten gekrochen und versprach, sich für die weitere Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zum Wohl von Agrarfabriken und Bayer/Monsanto einzusetzen. Für solche Schweinereien bekommt man bei der CSU/CDU einen Spitzenplatz auf der Liste künftiger Kabinettsmitglieder.

Ein Gutes hat diese Aktion trotzdem: Bedanken bei der bay. CSU-Gurkentruppe und der Glyphosatlobbyistin Merkel können sich die Grünen. Deren erfreuliche Entwicklung in Bayern und im Bund ist damit gesichert. Völlig zu Recht.

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