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Ingolstadt

27.11.2019

Nach Stellenstreichung: Auto-Experte sieht Audi gut für Zukunft gerüstet

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer geht davon aus, dass der künftige Audi-Chef Markus Duesmann den Ingolstädter Autobauer in die Spur bringen wird.
Bild: Armin Weigel, dpa

Plus 9500 Jobs will Audi streichen. Darauf haben sich der Betriebsrat und die Audi-Chefs geeinigt. Nun überwiegt auf allen Seiten die Erleichterung.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ist überzeugt davon, dass Audi mit dem am Dienstag bekannt gewordenen Sparpaket gut für die Zukunft aufgestellt ist. „Audi ist relativ weit in der Elektromobilität, weil sich der Mutterkonzern Volkswagen ganz klar und mutig mit Plattformen positioniert hat, die rein auf die Produktion von E-Autos ausgelegt sind“, sagte Dudenhöffer unserer Redaktion. Er sieht VW in diesem Bereich deutlich im Vorteil zu den anderen deutschen Premiummarken BMW und Daimler oder Konkurrenz aus Japan.

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Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer: Dem E-Auto gehört die Zukunft

Unangefochtener Weltmarktführer ist der US-Hersteller Tesla. Das müsse aber nicht auf Dauer so bleiben, sagt der Autoexperte. Während FDP-Chef Christian Lindner der Bundesregierung am Mittwoch vorwarf, einseitig auf Elektromobilität zu setzen, obwohl es auch andere alternative Antriebsarten gebe, hat Dudenhöffer keinen Zweifel, dass die Zukunft den E-Autos gehört: „Das ist dummes Gerede, die FDP hat keine Ahnung, der Antrieb mit einer Brennstoffzelle ist für Autos zum Beispiel völlig ungeeignet, weil das viel zu teuer wird.“

Dudenhöffer geht davon aus, dass der künftige Audi-Chef Markus Duesmann den Ingolstädter Autobauer zusammen mit Volkswagen-Boss Herbert Diess zurück in die Spur bringen wird. „Die beiden verstehen sich gut und haben einen klaren Plan.“ Die Kernkompetenz innerhalb der VW-Gruppe für die Weiterentwicklung der Elektroantriebe liege zwar bei Porsche, aber auch Audi werde davon profitieren. Dudenhöffer hält auch trotz des Fachkräftemangels das Ziel, 2000 neue Arbeitsplätze in den Bereichen E-Mobilität und Digitalisierung aufzubauen, für realistisch. Audi werde „die Leute ja nicht alle über Nacht einstellen“.

Der Sparplan von Audi steht nach monatelangen Verhandlungen. Peter Mosch, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, erklärt, was das für Arbeitnehmer bedeutet.
Video: Stefan Küpper, Ida König

Betriebsrat: Auch die Audi-Belegschaft nimmt die Botschaft positiv auf

In Ingolstadt selbst war man am Tag nach dem „Beben“ eher erleichtert. Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel (CSU) sagte zu der Grundsatzvereinbarung „Audi.Zukunft“, insgesamt sei ein Stellenabbau natürlich nie gut. „Wir sind aber froh, dass sich Betriebsrat und Unternehmen auf eine bis 2029 gültige Beschäftigungsgarantie geeinigt haben den Arbeitnehmer bei Audi so Sicherheit geben.“ Die Stadt sei auch froh, dass Audi „bei den Bauprojekten weiter am Ball bleibe, wie etwa beim Innovationscampus auf dem Gelände des früheren Bayernoil-Areals.

Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und Vorsitzender der Vertrauenskörperleitung der IG Metall bei Audi, Jörg Schlagbauer, war am Mittwoch viel im Ingolstädter Audi-Werk unterwegs. Die Rückmeldungen aus der Belegschaft seien „durchweg positiv“ gewesen. Man merke „die Erleichterung, der Leute“ die nun wüssten, wie es weitergeht.

Am Dienstag haben Management und Arbeitnehmervertreter von Audi eine Einigung auf ein Sparpaket verkündet: Bis 2025 baut das Unternehmen an den zwei Standorten Neckarsulm und Ingolstadt 9500 Stellen ab. Der Abbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen vonstatten gehen, allein über Fluktuation und ein „attraktives“ Vorruhestandsprogramm. Zugleich wird die gültige Beschäftigungsgarantie bis Ende 2029 verlängert. Und vor allem sollen im Gegenzug bis zu 2000 Expertenjobs in Bereichen wie Elektromobilität und Digitalisierung geschaffen werden.

Lesen Sie dazu auch: Audi hat sich entschieden: Jetzt kann die Region die Zukunft planen

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27.11.2019

So lange das Lade-Säulen-dilemma bleibt, werden sich wenige ein E-Auto kaufen.
Wo kann ich Laden ???

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