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Porträt
17.09.2019

Wie Günther Fielmann zum Brillenkönig von Deutschland wurde

Günther Fielmann hat die Verantwortung für die Brillenkollektion mittlerweile an seinen Sohn Marc Fielmann abgegeben.
Foto: Christophe Gateau, dpa (Archiv)

Günther Fielmann gründete den gleichnamigen Konzern. Mit seinem Konzept und seinen Ideen krempelte er eine verstaubte Branche um.

Brille: Fielmann. Zwei schlichte Worte, mit denen Menschen viel verbinden. Stehen sie doch für ein Unternehmen, welches tief im Bewusstsein der Deutschen verankert ist – und das sich heute wie damals in Familienhand befindet. Günther Fielmann gründete den gleichnamigen Konzern als Optik-Fachgeschäft. Das war 1972, heute tragen mehr als 24 Millionen Deutsche eine Fielmann-Brille, mehr als 19.000 Mitarbeiter arbeiten für Fielmann.

Wie Günther Fielmann die Brillenmode demokratisiert hat

Dabei hatte Günther Fielmann ursprünglich ganz andere Pläne. Zwar kam er bereits in der Jugend mit dem Optikerberuf in Berührung, das weckte aber erst einmal kein nachhaltiges Interesse. Als 16 Jahre alter Schüler sei er kurzsichtig geworden, erklärte Fielmann einmal in einem Interview. „Da konnte ich die Mogelzettel meines Nachbarn nicht mehr lesen.“

Erst eine Brille verhalf ihm wieder zum richtigen Durchblick und womöglich zu besseren Noten. Nach der Schule wäre er gern Fotograf geworden. Doch schließlich gab er dem Drängen seines Vaters nach und ließ sich zum Optiker ausbilden.

1981 gelang Fielmann der Durchbruch. Unter dem Motto „Brillenchic zum Nulltarif“ konnten von da an Kassenpatienten statt unter acht Kassenmodellen in seinen Läden aus 90 Brillen auf Rezept wählen. „Bis dahin musste jeder Brillenträger den Nachweis seines geringen Einkommens auf der Nase tragen“, erinnerte sich Fielmann in einem Gespräch an das, was er gern Demokratisierung der Brillenmode nennt.

Das Familienunternehmen baute sein Imperium in den folgenden Jahren stetig aus. Durch die Übernahme kleinerer Optiker konnte Fielmann, auch als die Krankenkasse die Zuzahlungen für Brillen immer weiter zurückfuhr, Umsatz und Gewinn Jahr für Jahr erhöhen. Mit innovativen Werbekampagnen und einer breiten Produktpalette wurde Fielmann zum Optiker Nummer eins in der Bundesrepublik.

Das Brillenimperium bleibt auch in Zukunft in der Hand der Familie Fielmann

Die FAZ bezeichnete den Unternehmer einst als „Brillenkönig“, den „Hemdsärmeligkeit“ und „Ruppigkeit“ auszeichneten, auch gegenüber Mitarbeitern. Aber: „Sozialen Werten fühlte er sich stets tief verpflichtet“. Heute ist der Konzern im MDAX notiert, neben Brillen produziert er auch Hörgeräte.

1988 heiratete Günther Fielmann Heike Fielmann, die er durch ihren Job als Brillen-Model kennengelernt hatte. Sein Sohn Marc und seine Tochter Sophie halten beide umfassende Anteile der AG, inzwischen ist der Generationenwechsel auch im Konzern abgeschlossen. Der Senior hat die Verantwortung für die Brillenkollektion an seinen Nachfolger Marc Fielmann abgegeben.

Vater und Sohn bilden bis 2020 eine Doppelspitze und die Firma bleibt in Familienhand. Seinen 80. Geburtstag wird Fielmann am Dienstag, wie es seine Gepflogenheit seit einigen Jahren ist, abseits der Öffentlichkeit feiern. Vielleicht ja auf einem der Öko-Landgüter, die Günther Fielmann als passionierter Umweltschützer seit Jahrzehnten betreibt.

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