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Tarifverhandlungen

07.01.2019

Streik an Flughäfen: Viele Ausfälle - auch Flüge nach München betroffen

Menschenleer sind die Abfertigungsschalter einer Fluggesellschaft auf dem Flughafen Schönefeld. Wegen eines Streiks fallen Flüge aus.
Bild: Ralf Hirschberger, dpa

Reisende an Berliner Flughäfen brauchten am Montag starke Nerven. Verdi hatte die Sicherheitsleute zum Warnstreik aufgerufen, viele Flüge fielen aus. Neue Streiks drohen.

Viele Passagiere haben am Montagmorgen einen Warnstreik der Sicherheitsleute an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld zu spüren bekommen. Rund 400 Mitarbeiter waren dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt und hatten von 5.00 Uhr bis kurz vor 9.00 Uhr ihre Arbeit niedergelegt. "Wir hoffen jetzt, dass von Arbeitgeberseite die Signale verstanden werden", sagte ein Verdi-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Warnstreiks an Berliner Flughäfen: Insgesamt 70 Flüge fielen aus

Auf den Airports sei alles soweit ruhig geblieben, die Fluggäste seien offensichtlich gut informiert gewesen, teilte ein Sprecher der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) mit. Knapp 50 Verbindungen seien ausgefallen. In Schönefeld seien zudem rund 25 Flüge hinter das Warnstreik-Ende verschoben worden. Ab 10.00 Uhr sollte der Betrieb wieder normal weiterlaufen.

Verdi fordert für die Beschäftigten in der Flugsicherheit bundesweit einen Stundenlohn von 20 Euro. Zu dem Warnstreik hatte die Gewerkschaft nach dem Scheitern der letzten Verhandlungen mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) aufgerufen.

Zudem könnte es weitere Streiks auch andernorts geben. Kein Flughafen könne davon ausgeschlossen werden, so der Verdi-Sprecher. Bundesweit arbeiten rund 23.000 Menschen in der Flugsicherheit, in Berlin sind es den Angaben zufolge insgesamt etwa 3000 an beiden Airports.

Gewerkschaft will mehr Lohn für Sicherheitspersonal

Nach den letzten Gesprächen im Dezember hatte Rainer Friebertshäuser, Leiter der Tarifkommission auf Arbeitgeberseite, gesagt: "Verdi will scheinbar keinen Tarifvertrag verhandeln, sondern lieber streiken." Nach seiner Darstellung soll die Gewerkschaft stur an der Forderung nach einem einheitlichen Stundenlohn festhalten. Das würde in einzelnen Tarifgebieten bis zu 55 Prozent mehr Geld bedeuten. Die Arbeitgeber hätten bisher 2 bis 8,1 Prozent pro Jahr angeboten.

Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser kritisierte: "Es ist bedauerlich, dass das neue Jahr schon wieder mit Unregelmäßigkeiten für unsere Fluggäste beginnt." Der Konzern musste aufgrund des Warnstreiks Verbindungen streichen. Die nächste Runde der Tarifverhandlungen ist für den 23. Januar angesetzt. (dpa)

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