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Computer

01.03.2011

Tablets: Die Jagd auf Apples iPad

Das iPad gilt als Hoffnungsträger der Medienbranche. Aber die Verlage sind unglücklich über die Vorgaben von Apple für die Abwicklung von Abos ihrer iPad-Ausgaben. dpa

Mit dem iPad hat Apple einen Milliardenmarkt geschaffen – aus dem Nichts. Nun präsentiert die Konkurrenz gleich reihenweise Antworten auf die digitale Schiefertafel.

Heute wollen wir einmal nichts über Apple schreiben. Nichts über das iPhone, nichts über das iPad und erst recht nichts über das Genie von Steve Jobs. Wir werden das Wort Kult vermeiden und auch nicht behaupten, dass viele Konkurrenten so gerne auch ein bisschen Apple wären. Schließlich ist das hier die CeBIT, das ist Hannover und hier lässt sich die Marke mit dem angebissenen Apfel ohnehin seit jeher nicht blicken.

Reden wir also über das Leben der anderen auf der größten Computermesse der Welt – das ist die CeBIT nämlich immer noch. Braucht niemand zu glauben, die anderen hätten nicht auch diese flachen Computer im Angebot, nicht viel größer als ein Buch und nur selten dicker, ohne Tastatur, gesteuert allein über einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Tablets, wie Kenner sie nennen, sind einer der ganz großen Trends in Hannover.

Erfunden hat die Wunder-Flunder – da kommen wir jetzt nicht drum herum – Apple mit seinem iPad. Bei der CeBIT vor einem Jahr wusste noch kaum jemand, was ein Tablet überhaupt ist. Heute präsentieren fast alle großen Computerhersteller mit einigem Tamtam ihre Antworten auf das iPad – quasi auf dem Silber-Tablet.

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Kein Wunder, denn der Markt schreit förmlich danach. In der U-Bahn, im Café, an der Uni, im Büro – wo man hinschaut: Tablets. Selbst den Reichstag haben die digitalen Schiefertafeln erobert. Immer öfter beobachtet man dort Politiker, wie sie verstohlen unter dem Tisch mit ihren iPads hantieren.

„Wir erleben eine regelrechte Explosion in diesem Segment“, sagt August-Wilhelm Scheer. Der Präsident des Branchenverbandes Bitkom geht davon aus, dass sich die Verkaufszahlen im laufenden Jahr auf 1,5 Millionen nahezu verdoppeln. Für 2012 rechnet Scheer dann schon mit 2,2 Millionen abgesetzten Tablets – nur in Deutschland.

Wie schon mit dem iPhone hat Apple aus dem Nichts einen neuen Milliardenmarkt geschaffen, den es bislang fast für sich alleine hatte. Doch die Branche will den Amerikanern das Feld nicht kampflos überlassen. Fast 40 neue Tablets in allen Preisklassen von unter 100 bis 1500 Euro zeigen die Konkurrenten in Hannover. Einen besonderen Clou hat dabei Acer im Gepäck. Das Modell Iconia sieht aus wie zwei Tablets in einem. Zwei Flachbildschirme, die man wie ein Heft zusammenklappen kann – das gab es so noch nicht. Die beiden Displays können unabhängig voneinander oder als großes Ganzes genutzt werden. Damit bietet Acer konkurrenzlose Größe – allerdings auch beim Preis: 1499 Euro soll das Gerät kosten. Ein einfaches iPad bekommt man für unter 500 Euro.

Nicht ganz billig ist auch der neue Flache von Fujitsu. Knapp 800 Euro verlangen die Japaner für ihren Stylistic Q550, der vor allem für Geschäftskunden gedacht ist. Gleich vier Geräte hat der taiwanesische Hersteller Asus mitgebracht. Motorolas „Xoom“ will mit dem neuen Google-Betriebssystem Android 3.0 punkten und LG versucht es mit einer integrierten 3-D-Kamera. Auch Dell, Samsung, Hewlett-Packard und einige mehr wollen Apple Kunden abjagen.

Bleibt die Frage, warum Tablets so erfolgreich sind. Die Rechnerleistung ist in der Regel niedrig, viele Geräte können keine Speicherkarten lesen und ein CD-Laufwerk sucht man ohnehin vergebens. Daten verwaltet man über das Internet, das sofort nach dem Einschalten verfügbar ist – ein echter Vorteil gegenüber Laptops oder Netbooks, die erst zeitaufwendig hochfahren müssen. Das Surfen im Netz selbst geht auf dem Tablet auch ganz anders als bei Rechnern alter Schule. Immer mehr Seiten gibt es als App, also als Anwendung, die speziell auf die Eigenheiten der tastaturlosen Mini-Rechner zugeschnitten ist. Apps machen die Bedienung leicht. Sich auf einer Internetseite ohne App zurechtzufinden, kann hingegen ganz schön nervtötend sein.

Stiehlt Apple wieder allen die Show?

Tablets können auch als Lesegerät für elektronische Bücher, oder als „Fernseher“ für Filme oder Fotos genutzt werden. Kurz gesagt: Sie bieten praktisch alles, was in dieser Handlichkeit bisher nur Netbooks boten. Deren Ende scheint mit dem Aufstieg von iPad und Co. dann auch eingeläutet.

Apropos iPad: Obwohl das Herz der Branche gerade in Hannover schlägt, richtet der eine oder andere Manager heute einen bangen Blick nach Amerika. Angeblich will Apple dort am Abend (deutscher Zeit) sein iPad 2 vorstellen. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Jungs aus Cupertino allen die Show stehlen. Aber wie gesagt: Darüber wollen wir heute einmal nichts schreiben.

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