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Tarifkonflikt
29.03.2014

Am Flughafen droht Stillstand: Lufthansa-Piloten streiken nächste Woche

Lufthansa-Piloten machen Druck. Die Zeichen stehen auf Streik.
Foto: dpa

Die Piloten der Lufthansa kündigen einen dreitägigen Streik an. Die Auswirkungen könnten schlimmer sein als beim Verdi-Ausstand. Was jetzt auf die Passagiere zukommt

Flugreisenden droht neues Ungemach. Die Lufthansa-Piloten wollen kommende Woche drei Tage in den Ausstand treten – es sei denn, es gibt eine Einigung in letzter Minute. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt, was in den nächsten Tagen zu erwarten ist.

Wie stehen die Chancen auf eine kurzfristige Einigung?

Nicht gut. Schließlich verhandeln die Tarifpartner bereits seit zwei Jahren ohne Annäherung zu den Gehaltsfragen. Dass mit der zum Jahresende 2013 gekündigten Übergangsversorgung ein zweites komplexes und für die Piloten sehr emotionales Tarifthema dazugekommen ist, macht die Sache nicht einfacher. An der Entschlossenheit der Piloten zum Streik besteht kein Zweifel, wie die hohe Zustimmung von 99,1 Prozent in der Urabstimmung der Vereinigung Cockpit (VC) belegt. Das Angebot der Lufthansa vom Donnerstag hatte unmittelbar die Ankündigung des Streiks zur Folge.

Welche Folgen kann der Streik im Vergleich zum Verdi-Ausstand am letzten Donnerstag haben?

Weit größere. Mit drei Tagen ist der angekündigte Pilotenstreik schon mal deutlich länger als der rund zehnstündige Verdi-Warnstreik vom Donnerstag. Außerdem ist die Streikmacht der gut organisierten Piloten weit höher. Sie können annähernd den gesamten Flugplan der Lufthansa zum Erliegen bringen. Wichtige Überseeverbindungen werden sie kaum verschonen und zudem jeweils individuell erst in den Streik treten, wenn sie mit ihrer Maschine wieder in Deutschland gelandet sind. Damit besteht für Lufthansa die Gefahr, dass ihre Drehkreuze volllaufen und ein Neustart des Systems weit schwieriger wird.

Wie viele Passagiere und Flüge wären betroffen?

Ein Ausstand der Piloten trifft die Lufthansa, die Europa-Tochter Germanwings sowie die Lufthansa Cargo. Im Februar beförderten die Fluggesellschaften zusammen 4,9 Millionen Passagiere. Rein rechnerisch sind das 175 000 Fluggäste täglich. Die Lufthansa will den Schaden so gering wie möglich halten und arbeitet an Notfallplänen.

Wie lange könnte der Streik maximal dauern?

Die Piloten haben zunächst einen dreitägigen Ausstand angekündigt, der am Mittwoch (2. April) um 00.00 Uhr beginnt und am Freitag (4. April) um 23.59 Uhr enden soll. Weitere Aktionen bis zum Ende der Osterferien schließt Cockpit derzeit aus – letzter Ferientag ist in einigen Bundesländern der 2. Mai. Allerdings betont VC: „Das beeinträchtigt jedoch nicht die Entschlossenheit unserer Mitglieder, die Lufthansa dazu zu bewegen, ein verhandlungsfähiges Angebot zum Abschluss eines neuen Tarifvertrages Übergangsversorgung zu unterbreiten.“ Weitere Ausstände nach den Ferien sind also möglich.

Wie teuer kommen Lufthansa die Streiks zu stehen?

Commerzbank-Analyst Frank Skodzik hat geschätzt, dass regionale Warnstreiks den Konzern täglich einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag kosten. Ein voller Streik auf den Lufthansa-Hauptrouten würde jeden Tag mit 30 bis 40 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Wie oft haben Lufthansa-Piloten schon gestreikt?

Bislang hat die VC eher selten gestreikt. Beim ersten Konflikt im Mai 2001 kam es zu einem mehrtägigen Arbeitskampf, an dessen Ende der erste Tarifvertrag für die Pilotenvertretung stand. Seitdem haben die Piloten bei der Lufthansa-Mutter genau einen weiteren Tag gestreikt, am 22. Februar 2010. Der damals auf vier Tage ausgerufene Ausstand wurde nach einem Tag abgebrochen, als sich beide Seiten vor dem Arbeitsgericht auf neue Verhandlungen einigten. Damals waren an einem Streiktag rund 1000 Flüge ausgefallen. dpa/AZ

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