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Deutsche Börse

19.11.2017

Theodor Weimer, der geradlinige Banker

Theodor Weimer übernimmt den Chefposten bei der Deutschen Börse.
Bild: Tobias Hase, dpa (Archiv)

Theodor Weimer steht künftig an der Spitze der Deutschen Börse. Als bisheriger Chef der Hypo Vereinsbank bewies er trotz großer Herausforderungen Augenmaß. Ein Porträt.

Entschlossen, gradlinig, vernünftig: Mit Theodor Weimer steht künftig ein Mann an der Spitze der Deutschen Börse, dessen charakterliche Eigenschaften als klares Signal für einen Kurswechsel verstanden werden können. Schließlich machte sein Vorgänger Carsten Kengeter vor kurzem vor allem durch einen Insider-Skandal Schlagzeilen. Der 57-jährige Weimer gilt als Banker mit Augenmaß, der die Hypo Vereinsbank in den vergangenen zehn Jahren trotz Stellenabbaus und Filialschließungen souverän führte.

Bei der Unicredit-Tochter legte der Investmentbanker eine Blitzkarriere hin – nur ein Jahr nach seinem Eintritt in das Unternehmen wurde er zu dessen Vorstandssprecher berufen. Nun verlässt er die Bank vorzeitig, sein Vertrag wäre erst im Jahr 2020 ausgelaufen.

Nach dem Abitur hatte Weimer erst mit einem ganz anderen Beruf geliebäugelt: Er spielte mit dem Gedanken, Kirchenmusik zu studieren. Schließlich entschied er sich dann aber doch für Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft und Geografie, was der Manager an den Universitäten Tübingen und St. Gallen studierte. Den Magister-Abschluss absolvierte Weimer als Jahrgangsbester, bevor er im Jahr 1987 in Bonn promovierte. Das Klavierspiel hat der Investmentbanker allerdings nie aufgegeben.

Neben Musik interessiert sich Weimer für Fußball – seit 2014 sitzt er im Aufsichtsrat des FC Bayern München. Außerdem ist der 57-Jährige als Aufsichtsrat der Ergo Versicherungsgruppe und der Bayerischen Börse tätig. Durch seine zahlreichen Aktivitäten verfügt er über gute Kontakte in die Politik.

Theodor Weimer wird neuer Chef der Deutschen Börse

Seine berufliche Karriere startete der heute 57-Jährige bei der US-Unternehmensberatung McKinsey, es folgten Stationen bei Bain&Company sowie Goldman Sachs. Für den Posten bei der Deutschen Börse gilt der Banker als Idealbesetzung – denn trotz seiner umfangreichen Erfahrung ist er nicht zu sehr mit der Börse verwoben.

Weimer wirkt gelegentlich wie ein Exot im Finanzwesen. Der künftige Chef der Deutschen Börse ist ein Freund der offenen Worte, der zudem vor maßlosem Wachstum warnt. In einem Interview sagte Weimer, man müsse wieder kleinere und gesundere Brötchen backen. Seine kommunikative Arbeitsweise kommt sowohl bei Mitarbeitern als auch bei Gewerkschaften gut an. Der Verdi- Bankexperte Klaus Grünewald sagte zu Beginn von Weimers Amtszeit bei der Hypo Vereinsbank, er schätze ihn für seine entschlossene Art.

Seine Wurzeln hat der Investmentbanker im baden-württembergischen Wertheim, das in Mainfranken direkt an Bayern grenzt. Dort wuchs er als ältestes von drei Kindern auf. Obwohl Weimer in den vergangenen zehn Jahren in Bayern gearbeitet hat, liegt sein Wohnsitz in Wiesbaden. Der 57-Jährige ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern.

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