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Windows
16.10.2018

Microsoft-Gründer Paul Allen gestorben: Abschied von einem kreativen Träumer

Die beiden Microsoft-Gründer Bill Gates (rechts) und Paul Allen im Jahr 1981.
Foto: DB Microsoft HO,Microsoft,dpa

Paul Allen gründete zusammen mit Bill Gates die Firma Microsoft und brachte Windows auf den Weg. Jetzt ist der Microsoft-Gründer gestorben.

Als der damalige Student Paul Allen eine Werbeanzeige für den Altair 8800 entdeckt, einen primitiven Heimcomputer für technikaffine Bastler, hat er eine Idee: Er überredet seinen Kindheitsfreund Bill Gates, mit ihm an einem Betriebssystem für das klobige Gerät mit Blinklichtern und Kippschaltern zu tüfteln. Ihr Ziel ist es, den Altair einfache Rechenaufgaben lösen zu lassen. Acht Wochen lang werkeln und experimentieren die beiden Studienabbrecher in einer Garage – mit Erfolg. Im April 1975 gründen sie in New Mexico ihr eigenes Unternehmen: Microsoft. Allen ist damals erst 22 Jahre alt.

Paul Allen gestorben: Zusammen mit Bill Gates ebnete er den Weg für Windows

Anders als die meisten anderen Computer-Freaks erkennen die beiden schon früh die kommerziellen Chancen des Programmierens von Computersoftware und bleiben dran: Den endgültigen Durchbruch erzielen sie mit MS-DOS, ein Vorläufer des späteren Windows, das millionenfach auf den immer populärer werdenden Privatcomputern installiert wird. Während Bill Gates über die Jahre zum Gesicht des schnell wachsenden Softwarekonzerns avanciert, bleibt Paul Allen weitgehend im Hintergrund. Wie er später in seiner Autobiografie schreibt, war er stets der „kreative Träumer“, Gates der „eiskalte Pragmatiker“. Trotz ihrer Verschiedenheit und vereinzelter geschäftlicher Streitereien hält die Freundschaft der leidenschaftlichen Computer-Pioniere ein Leben lang. Doch noch bevor die erste Version des weltverändernden Windows-Betriebssystems erscheint, verlässt Allen 1983 plötzlich die gemeinsame Firma. Denn in das Leben des vollbärtigen jungen Mannes mit der großen Hornbrille hatte sich überraschend eine neue Herausforderung gedrängt: Krebs.

Paul Allen gründete Microsoft und war Fan von Jimi Hendrix

Zweimal besiegt Allen die Krankheit, die seine Lymphdrüsen befallen hat. Zuletzt im Jahr 2009. Obwohl er gesundheitlich angeschlagen bleibt, lässt sich Allen nicht den Lebensmut nehmen. Und auch sein Unternehmergeist bleibt ungetrübt: So engagiert sich der vielseitig interessierte Multimilliardär als Gründer, Investor und Wohltäter. Schon in den späten 1980er-Jahren träumt Allen von einer vernetzten Welt, in der die Menschen miteinander verbunden sind. Mit zahlreichen eigenen Firmen, Instituten und Stiftungen fördert Allen außerdem die private Raumfahrt, Filmindustrie und den Kampf gegen Ebola und andere Krankheiten. Sämtliche Forschungsergebnisse seiner Unternehmen stellt Allen kostenlos zur Verfügung. Das Time-Magazine listet ihn mehrfach als einen der einflussreichsten Menschen der Welt.

Und einen der reichsten: Denn der begeisterte Sportfan und Musiker besitzt neben zwei Profiteams im US-amerikanischen Nordwesten auch zahlreiche Sammlerstücke aus Kunst und Kultur – darunter die legendäre Woodstock-Gitarre von Jimi Hendrix. In seiner Heimatstadt Seattle gestaltet er das Stadtbild mit, errichtet futuristische Bürogebäude und eine Straßenbahnlinie. Die beiden weltgrößten Yachten gehören Allen, darunter die 130-Meter-lange „Octopus“ mit einem eigenen U-Boot. Allens Vermögen wird zwischenzeitlich auf 20 Milliarden Dollar geschätzt, die er sich über die Jahre aus seinen Microsoft-Anteilen aufgebaut hat. Bereits 2010 beschließt er, dass der Großteil seines Geldes nach seinem Tod für wohltätige Zwecke eingesetzt werden solle.

Bill Gates (l) und Paul Allen, beide Gründer von Microsoft, bei einem Spiel der Portland Trail Blazers.
Foto: Elaine Thompson/AP, dpa (Archiv)

Bill Gates: Tod von Paul Allen bricht ihm das Herz

Denn seine Krebserkrankung lässt Allen nicht los. Anfang Oktober 2018 gibt der alleinstehende und kinderlose Unternehmer bekannt, sich erneut wegen eines Lymphoms behandeln zu lassen. Der Tod des 65-Jährigen am vergangenen Montag kommt für seine Familienangehörigen und Freunde dennoch überraschend. Bill Gates erklärte am Montag, die Nachricht vom Tod eines seiner ältesten und liebsten Freunde breche ihm das Herz. Von der gemeinsamen Schulzeit über die Gründung von Microsoft bis hin zu gemeinsamen wohltätigen Projekten sei Paul Allen ein „wahrer Partner“ gewesen. Ohne ihn würden Heimcomputer heutzutage nicht existieren. „Er hätte viel mehr Zeit verdient“, fuhr Gates fort. „Wir werden ihn schrecklich vermissen.“

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